Demografie

Land ohne Leute: Altena stellt sich dem Wandel

Burg Altena

Foto: WP

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Altena.   Die Stadt Altena stellt sich dem dramatischen Rückgang der Einwohner. Das bürgerschaftliche Engagement wächst nach dem eingeleiteten Sparkurs. Die Bewältigung der Probleme findet EU-weit Beachtung.

Die Stadt an der Lenne ist ihrer Zeit voraus. Keine Kommune in Nordrhein-Westfalen schrumpft so schnell wie Altena im Märkischen Kreis - von 32 000 Einwohnern im Jahr 1970 auf heute gut 18 000. Die Folgen des natürlichen Rückgangs der Bevölkerung, verbunden mit dem ökonomischen Strukturwandel in den 1980er Jahren, lassen sich hier erahnen. Die Stadt stellt sich der dramatischen Entwicklung.

„Wir nehmen die Herausforderung an“, sagt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. „Die Leute haben verstanden, dass sich die Stadt verändern muss.“ Der Ärger über den Sparkurs und die Schließung städtischer Einrichtungen ist Vergangenheit.

Seit dem Amtsantritt des Christdemokraten im Jahr 1999 hatte die Stadt Kindergartengruppen geschlossen, eine Grundschule aufgegeben und ein Freibad dicht gemacht. Nicht zuletzt strich die Stadt Zuschüsse für Sportvereine und baute die Verwaltung von 180 auf 140 Mitarbeitern ab. Hollsteins Credo: „Bei einer Steigerung der Qualität müssen wir die Strukturen den Gegebenheiten anpassen.“ Beim Sparkurs hat es die Stadt nicht belassen. „Damals wie heute gilt“, sagt Hollstein, „dass wir die Bürger bei der Umgestaltung der Kommune viel stärker mit einbeziehen müssen.“

Der 49-Jährige steht für eine ganzheitliche Politik für alle Generationen. Bislang mit Erfolg. „Das bürgerschaftliche Engagement ist gewachsen.“ Beispiele gibt es zuhauf. Männer und Frauen pflastern die Fußgängerzone, Jugendliche malen mit Senioren, und ein Stellwerk vermittelt zwischen den Generationen. Signale, die ein neues Verständnis für die Stadt und ihre Menschen erkennen lassen. Eine Politik, die aufmerksam macht. Altena gehört mit acht anderen Städte in Europa mit vergleichbarer Ausgangslage zum Projekt Urbact der EU-Regionalförderung.

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