Schule

Handyverbot an Schulen – sinnvoll oder nicht?

Zwei Schülerinnen benutzen in der Schule ihr Handy, obwohl das verboten ist. Viele Lehrer sehen meistens über solche Verstöße  hinweg.

Foto: Ulrich von Born

Zwei Schülerinnen benutzen in der Schule ihr Handy, obwohl das verboten ist. Viele Lehrer sehen meistens über solche Verstöße hinweg. Foto: Ulrich von Born

netphen.   Trotz des Handyverbotes nutzen viele Schüler ihr Handy an der Schule. Doch was sind die Folgen?

Langsam wandert die Hand zur Hosentasche, dann folgt der Blick. Die Aufmerksamkeit im Unterricht schwindet. Das Verlangen ist bei vielen Schülern schon fast so groß, dass man es schon als eine Sucht bezeichnen kann. Nicht nur zuhause, mittlerweile auch in der Schule, etwa drei Stunden täglich: Die Handynutzung der Schüler wird in deutschen Schulen zu einem immer größer werdenden Problem.

Wenn man einen Schüler im Laufe eines Tages länger beobachtet, fällt auf, dass er sich zwar auf den ersten Blick an das Handyverbot hält, aber sein Blick immer wieder auf das Display schweift. Ein Grinsen huscht ihm über das Gesicht, er hat eine lustige Nachricht bekommen. Sofort wird die Nachricht mit seinen Klassenkameraden geteilt. So oder ähnlich läuft es täglich an jeder deutschen Schule ab. Doch warum fällt es vielen Schülern so schwer für ein paar Stunden auf das Handy zu verzichten.

Leiden die Schüler an einer Handysucht?

„Ich benutze mein Handy drei bis vier Stunden am Tag. Von einer Sucht würde ich allerdings nicht sprechen“, sagt eine Gymnasiastin. Ein anderer Schüler meint allerdings: „Ich benutze mein Handy maximal zwei Stunden am Tag. Alles darüber finde ich störend und nicht angemessen.“ Experten sprechen ab fünf bis sechs Stunden am Tag von einer Sucht.

Jedoch gibt es genug Jugendliche in Deutschland, die diese Grenze weit überschreiten. Nicht nur während des Unterrichts, sondern auch auf dem Pausenhof kommen hinter dem Rücken der Lehrer immer mehr Smartphones zum Vorschein. In kleinen Gruppen wird getuschelt und gelacht, die Schüler entwickeln immer neue Tricks um das Handy unbemerkt zu benutzen.

Eine Lehrerin erzählte uns, dass ihr sehr wohl bewusst ist, dass ihre Schüler das Handy in ihrem Unterricht benutzen. Sie findet es zwar schlimm, dass es hinter ihrem Rücken geschieht, würde es beim erstmaligen Auffallen allerdings nicht einsammeln. Außerdem erwähnte sie, dass sie sehr wohl auch Ausnahmen macht, allerdings nur zu Recherche im Unterricht.

„Wenn wir das Handy im Unterricht benutzen dürfen, kommt es vor, dass ich anstatt der vorgegebenen Aufgaben mal auf sozialen Netzwerken lande“, erzählt ein Schüler. „Die Lehrer bekommen davon meistens nichts mit, da man schnell auf eine andere Seite wechseln kann.“

Auch in der Mensa sieht man immer wieder die Schüler am Handy sitzen. Nicht nur wie sie Fotos von ihrem Essen in sozialen Netzwerken posten, sondern auch wie sie sich schon bei Hausaufgaben durch das Internet behelfen.

All dies geschieht trotz des strickten Handyverbots. Wie ist es aber überhaupt soweit gekommen? „Die Lehrer schauen nicht konsequent hin. Außerdem schrecken mich die Strafen nicht wirklich ab“, so eine andere Schülerin.

Doch generell spalten sich die Meinungen beim Thema Handyverbot. Auch wenn es viele Schüler gibt, die es nicht schlimm finden, das Handy in der Schule zu benutzen, vertreten auch viele Schüler die Meinung, ein Smartphone hätte im Unterricht nichts zu suchen und lenkt unnötig ab. Dazu meinen sie außerdem, dass eine Auszeit vom Handykonsum auch gut tun kann. Viele Schüler verstehen trotzdem den Sinn des Handyverbotes nicht. Neben dem Cybermobbing ist ein weiterer Grund das Handyverbot einzuhalten, dass man nicht ausgeschlossen wird, falls man kein Handy besitzt.

Es passiert ganz schnell. Eine Schülerin fällt beispielsweise ungünstig hin. Schon ist das Handy draußen, wenige Minuten später findet man die Szene mit einem lustigen Kommentar im Internet wieder. „Es ist doch nicht ernst gemeint.“, sagen viele zu diesem Thema. Doch die betroffenen Personen fühlen sich oft verletzt und bloßgestellt.

Auch wenn sich nicht immer alle an das Handyverbot halten werden, sollte man es beibehalten. Die Schüler sollten sich über die positiven Eigenschaften noch einmal bewusst werden, und die Strafen für den Verstoß sollten härter ausfallen.

Chantal Kringe, Jennifer Hees, Leona Stähler, Klasse 8b, Gymnasium Netphen

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