Politik

SPD-Kandidat Martin Schulz – ganz nah am Kanzleramt

Martin Schulz freut sich über das Ergebnis seiner Wahl.

Foto: AXEL SCHMIDT

Martin Schulz freut sich über das Ergebnis seiner Wahl. Foto: AXEL SCHMIDT

100 Prozent Zustimmung für Martin Schulz auf dem SPD-Sonderparteitag: Mit ihrem Kanzlerkandidaten sind die Sozialdemokraten wie losgelöst.

Hatte jemand was anderes erwartet als 100 Prozent Zustimmung und stehende Ovationen? Natürlich nicht. Mit Martin Schulz als Kanzlerkandidaten wirkt die SPD völlig losgelöst: Vorbei sind die Zeiten, als man die Partei nur als blassen Junior in der Großen Koalition kannte – auch der innerparteiliche Zank scheint vergessen. Und wenn Martin Schulz sagt: „Ich will Kanzler werden“, dann ist das auf einmal kein Witz mehr, sondern eine echte Möglichkeit. Erstmals gibt es einen Sozialdemokraten, der Merkel den Schneid abkaufen könnte. Während sie die beste Zeit hinter sich hat, scheint es für den frisch gekürten Kandidaten nur noch aufwärts zu gehen. Schulz ist so populär, dass es nicht wundern dürfte, wenn die NRW-SPD demnächst nicht nur mit Hannelore Kraft, sondern auch mit seinem Konterfei plakatiert. Sicherheitshalber, denn an Rhein und Ruhr zählt jede Stimme. Nach der NRW-Wahl wird man sehen, welche Ausstrahlung und Energie in dem Mann aus Würselen wirklich steckt. Aktuell steht er ganz dicht am Zaun des Kanzleramts.

Ganz oben angekommen ist bereits ein anderer Sozialdemokrat: Seit gestern hat Frank-Walter Steinmeier das höchste Amt im Staate inne. Steinmeier ist (nach Gustav Heinemann und Johannes Rau) der dritte Bundespräsident mit SPD-Parteibuch. Während ihrer Amtszeiten war es stets so, dass ein SPD-Kanzler regierte; nämlich Willy Brandt und Gerhard Schröder. Dieses Zusammenspiel ist – natürlich – kein Gesetz. Aber eine schöne Fantasie für die wiederauferstandene SPD.

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