Computerspiele

„Metal Gear Solid 5“ beeindruckt optisch und akustisch

In „Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain“ warten 50 Haupt- und mehr als doppelt so viele Nebenmissionen auf den Spieler.

Foto: Konami/HO

In „Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain“ warten 50 Haupt- und mehr als doppelt so viele Nebenmissionen auf den Spieler. Foto: Konami/HO

Essen.   „Phantom Pain“ ist das bisher beste „Metal Gear Solid“ und eines der interessantesten Videospiele des Jahres. Nur wenige Kleinigkeiten stören.

Es gab ja Zeiten, da hat man gezweifelt, ob das noch einmal was wird mit diesem Spiel. Zumal das Verhältnis zwischen dem legendären Entwickler Hideo Kojima und der Herstellerfirma seit einiger Zeit nicht mehr das beste ist. Aber jetzt ist „Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain“ erschienen. Fünf Jahre hat Kojima es entwickelt, 80 Millionen Dollar soll es verschlungen haben. Da sind die Erwartungen natürlich extrem hoch.

Fangen wir mit dem an, was am wenigsten überrascht. Das neue Metal Gear Solid ist optisch eine Augenweide und akustisch ein Ohrenschmaus. Nahezu fotorealistische Landschaften, großzügige Weitsicht, Wetterwechsel und eine – zumindest auf der PS4 – stets flüssige Bildrate zeigen, was in der von Kojima entwickelten Technik namens Fox Engine steckt.

Metal Gear Solid 5 knüpft an den Prolog "Ground Zeroes" an

Von der eigentlichen Geschichte soll an dieser Stelle nicht allzu viel verraten werden. Nur so viel: Sie knüpft unmittelbar an den im vergangenen Jahr erschienenen Prolog „Ground Zeroes“ an. Es hilft, wenn man ihn kennt, wie es überhaupt nicht schaden kann, wenn man sich ein wenig auskennt im Metal-Gear-Solid-Universum. Bedingung aber ist es nicht, um Spaß zu haben mit diesem Spiel.

Im Mittelpunkt steht wieder „Snake“. Ein Auge fehlt ihm schon lange, jetzt ist auch noch der linke Arm weg, ersetzt durch eine Prothese, als er aus einem mehrjährigen Koma erwacht. Was passiert ist, weiß er nicht, viel Zeit zum Überlegen hat er nicht, denn gleich zu Beginn stürmen einige schwer bewaffnete Menschen das Krankenhaus, in dem er liegt. Und sie kommen nicht, um „Gute Besserung“ zu wünschen.

Phantom Pain macht dem Spieler keine Vorschriften

Insgesamt warten 50 Haupt- und mehr als doppelt so viele Nebenmissionen auf den Spieler. Es geht nach Afghanistan, später auch nach Afrika, Snake kommt einer großen Sache auf die Spur und wie üblich in dieser Reihe nimmt die Geschichte überraschende Wendungen.

Die Spielwelt ist gigantisch, die Freiheit nahezu grenzenlos. Phantom Pain macht dem Spieler keine Vorschriften, für jede Mission gibt es viele verschiedene Lösungsansätze. Natürlich kann man bei der Erfüllung seiner Aufträge in bester Rambo-Manier versuchen, sich den Weg freizuschießen, besser aber fährt man, wenn man möglichst unauffällig durch die Gegend schleicht, bevor man zuschlägt, um Informationen zu beschaffen, eigene Leute zu retten oder irgendetwas in seine Einzelteile zu zerlegen.

Leicht bekleidete Scharfschützin gibt Rückendeckung

Für all das haben die Programmierer dem Helden jede Menge nützliches Gerät wie Sprengstoff oder Nachtsichtgeräte an die Hand gegeben. Und Snake kämpft auch nicht allein. Da gibt es D-Horse, ein Pferd mit unglaublicher Ausdauer und Kletterfähigkeit. D-Dog, einen Wolfshund mit feinster Spürnase und festem Biss und D-Walker, einen zweibeinigen Mini-Roboter, den Snake von einer Pilotenkanzel aus steuert und der sich ordentlich zu wehren weiß.

Und dann ist da noch Quiet, Scharfschützin mit offensichtlicher Stoffallergie aber enormer Zielsicherheit. Leicht bekleidet hält sie Snake den Rücken frei und kann dank übernatürlicher Fähigkeiten blitzschnell die Position wechseln. Abgedreht? Mag sein, aber ebenso typisch für Metal Gear Solid ist die Möglichkeit, überwältigte Gegner mittels Luftballon aus der Kampfzone zu schaffen. Muss man mögen.

Wer das tut, hat ansonsten wenig zu meckern. Ja, die Speicherpunkte liegen sehr weit auseinander und eine deutsche Synchronisation wäre schön gewesen bei so einem Millionenspiel. Doch das sind letztlich Kleinigkeiten, die den Spielspaß kaum trüben.

„Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain“, Konami; PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One; ab 18; ca. 60 Euro

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik