Brandstiftung

Prozessauftakt in München - Bayern-Star Breno schweigt vor Gericht

Am Mittwoch hat der Prozess gegen Bayern-Profi Breno begonnen. Der 22-Jährige soll im September vergangenen Jahres seine Villa angezündet haben.

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Am Mittwoch hat der Prozess gegen Bayern-Profi Breno begonnen. Der 22-Jährige soll im September vergangenen Jahres seine Villa angezündet haben. Foto: Getty

München.  Wegen schwerer Brandstiftung steht der brasilianische Fußballprofi Breno seit Mittwoch vor Gericht. Der 22-Jährige, der Anfang 2008 zum FC Bayern München gewechselt war, soll im September seine Villa im Münchner Stadtteil Grünwald angezündet haben. Ein Ex-Kollege begleitete Breno zum Gericht.

Vor dem Landgericht München I hat am Mittwoch der Brandstiftungs-Prozess gegen den brasilianischen Fußballstar Breno Borges vom FC Bayern München begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-Jährigen vor, im September vergangenen Jahres im betrunkenen Zustand seine Villa in Grünwald angezündet zu haben. Das Haus wurde völlig zerstört, es entstand ein Sachschaden von einer Million Euro. Im Fall einer Verurteilung droht dem noch bis Ende Juni bei Bayern unter Vertrag stehenden Abwehrspieler wegen schwerer Brandstiftung eine Haftstrafe zwischen einem Jahr und fünfzehn Jahren.

Breno Borges schweigt zu den Tatvorwürfen. Zum Prozessauftakt machte er allerdings umfassende Angaben zu seiner Person. Dabei berichtete er von sprachlichen, sportlichen und persönlichen Problemen in Deutschland und mangelnder Integration.

Der Fußballer schilderte, dass er aufgrund sprachlicher Probleme in München relativ wenig Anschluss hatte. "Ich habe immer Kontakte gesucht zu den Spielern", sagte Breno, der vor Gericht von einer Dolmetscherin übersetzt wurde. Auch zu den Psychologen habe er Kontakt gesucht. "Aber mein Deutsch ist nicht so gut." Auch mit seinen Trainern habe er sich nur über Drittpersonen, wie andere brasilianische Spieler, verständigen können.

In Nürnberg "ein lustigeres Leben"

Zudem habe es ihm zu schaffen gemacht, dass er nur selten zum Einsatz kam. Insgesamt habe er in den vergangenen viereinhalb Jahren höchstens 30 Mal für die Bayern gespielt, sagte der Fußballprofi. "Ich war ein bisschen traurig", sagte Breno. "Ich wollte immer so wahnsinnig gerne spielen." Er sei "die meiste Zeit zu Hause" gewesen. Gut haben Breno nach eigenen Angaben die Monate im Jahr 2010 gefallen, als er nach Nürnberg ausgeliehen war.

"Es war ein anderes Leben, ein lustigeres Leben. Ich habe dort alle Spiele gespielt." Wegen einer langwierigen Knieverletzung im Jahr 2010, die über zwei Jahre hinweg insgesamt drei Operationen nach sich zog, kehrte Breno eigenen Angaben zufolge nach wenigen Monaten in Nürnberg nach München zurück.

Zum Münchner Verein habe er ein gutes Verhältnis gehabt. "Ich hatte nie Probleme mit dem FC Bayern", betonte der Brasilianer. Allerdings habe ihn der Verein wenige Monate nach seiner Ankunft in München vor die Wahl gestellt, für seine Eltern oder für seine Frau ein Visum zu beantragen.

Entscheidung zwischen Mutter und Ehefrau

"Bayern sagte zu mir: 'Du hast dich zu entscheiden zwischen deinen Eltern und deiner Ehefrau.'" Vater und Mutter seien inzwischen wieder in Brasilien. Breno räumte ein: "Das war schon schwierig für mich, weil ich ja doch sehr an meinen Eltern hänge."

Zur moralischen Unterstützung verfolgte am Mittwoch Brenos Fußball-Kollege und Landsmann Giovane Elber den Prozess. Er sagte am Rande, der FC Bayern habe viel für Breno getan. Aber bezüglich des "Integrationsproblems" müsse der Verein "besser aufpassen" und gerade junge Spieler stärker unterstützen.

Breno sagt, er "trinke nicht mehr"

Breno war zum Tatzeitpunkt betrunken. Vor Gericht wollte er zu seinem Alkoholkonsum generell nur sagen: "Ich trinke nicht mehr." Als Motiv für die Tat gilt Frust über die langwierige Knieverletzung.

Die Ehefrau des Brasilianers und die drei Kinder waren zur Tatzeit nicht im Haus. Der Fußballprofi von Bayern München konnte aber nach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft nicht wissen, ob die Familie zwischenzeitlich zurückgekehrt war. Es entstand Sachschaden von mehr als einer Million Euro. Breno drohen bis zu 15 Jahren Haft. (afp/dapd)

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