Jäger schießt auf zwei Hunde – einer ist gestorben

Hüthum.  Hat ein Jäger aus Emmerich am vergangenen Montag mit Recht auf zwei Hunde geschossen? Oder hat er gegen das Landesjagdgesetz verstoßen? Diese Frage wird wohl demnächst ein Gericht klären müssen. Einer der Hunde ist jedenfalls tot.

Was war passiert? Laut Polizei hat eine Familie aus Hüthum am Montag gegen 21 Uhr bemerkt, dass sich die beiden Hunde nicht mehr in ihrem Garten befanden. Gegen 21.30 Uhr hörten sie plötzlich Schüsse. „Dann ist die Familie in den angrenzenden Wald gefahren, um die Hunde zu suchen“, berichtet Polizeisprecher Manfred Jakobi. Dort sprachen sie einen Jäger an, ein in dem Gebiet Jagdausübungsberechtigter, so die Polizei weiter. Allerdings habe dieser angegeben, von den Hunden nichts gesehen zu haben.

Am Dienstag kehrte einer der Hunde nach Hause zurück – mit einer Schussverletzung. Er wurde notoperiert. Nach NRZ-Informationen in Zeddam, Niederlande. Am Abend fand die Familie – die Kinder sollen auch dabei gewesen sein – dann den anderen Hund tot auf einem Feld. Mit zwei Schusswunden.

Erst geleugnet, dann eingeräumt

Was auch immer die Beweggründe waren – nun rief jener Jäger aus dem Wald die Familie an. Jetzt räumte er ein, auf die Hunde geschossen zu haben, denn es seien Rehe in der Nähe gewesen. Er habe so handeln müssen, berichtet die Polizei.

Am Mittwoch erstattete die Familie bei der Polizei Anzeige. Nun ist zu klären, ob es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gehandelt hat oder nicht. Der Paragraf 25 des Landesjagdgesetzes regelt, wann und in welchen Fällen ein Jäger wildernde Hunde schießen darf. In der alten Fassung war das generell erlaubt. In der neuen Fassung heißt es, der Jäger müsse beobachten, ob der Hund das Wild hetzt oder er muss sehen, ob der Hund das Wild schon gerissen hat. Dies im aktuellen Fall zu klären ist Teil der Ermittlungen.

Ein Leser, der nicht namentlich genannt werden möchte (Name ist der Redaktion bekannt) hat die NRZ auf das Thema gestoßen, weil er nicht möchte, dass es totgeschwiegen wird. Er hält das Verhalten des Jägers jedenfalls für nicht korrekt: „Als Hundehalter empören mich die Geschehnisse. Ich hoffe, dass der Hegering Emmerich-Rees da nachhakt und aktiv wird“, sagte er gegenüber der NRZ. Der Leser ergänzt auch, dass das Halsband mit der Marke des toten Hundes entfernt worden sei.

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