Computerspiele

Warum eSports so viele Online-Gamer fasziniert

Das Finale der League of Legends "Worlds" in Berlin.

Foto: Imago

Das Finale der League of Legends "Worlds" in Berlin. Foto: Imago

Essen.  ESports als Sport des 21. Jahrhunderts? Schon lange sind Gamer keine "Freaks" mehr. Heutzutage sind sie in ihrer Branche weltweit bekannte Gesichter.

Seit 2013 ist eSport eine aufstrebende Branche und begeistertet von Jahr zu Jahr immer mehr Leute. Während die einen jedes Wochenende den Stream einschalten, fragen sich andere weshalb bis zu 14 Millionen Menschen gleichzeitig zehn Spielern beim Computerspielen zugucken. Dies war der Fall bei dem Finale der "League of Legends Weltmeisterschaften" im vergangenen Oktober. Dazu kommen noch ungefähr 17.000 besetzte Plätze in der ausverkauften Spiel-Arena. Über verschiedene Streaming-Plattformen wie Twitch, Azubu oder Youtube verfolgten insgesamt 34 Millionen Zuschauer das Finale.

Amateurspieler und Jugendliche versuchen sich ein Beispiel an den Profis zunehmen, um sich Spieltechniken und Taktiken abzuschauen. Bei manch einem ist es vielleicht auch nur der Traum von dem 25.000 bis 1.000.000 US-Dollar.

Ist eSport ein richtiger Sport?

Zwar fehlt dem Sport die physische Anstrengung, um die Fitness beziehungsweise die Gesundheit zu fördern. Dafür besteht ein hohes Maß an Hand-Augen-Kondition, eine sehr feinmotorische Fähigkeit, die das Spielen an sich zu einer Präzisionsarbeit macht. Abgesehen von der physischen Ebene erfordert eSport Kommunikation, womit es das Sozialverhalten fördert. Neben dem motorischen Geschick verbessert ein Profi-Spieler seine Teamfähigkeit, das strategische und logische Denkvermögen und zuletzt die Reaktionszeit. Auch auf kultureller Ebene wird eSports ein immer größerer Bestandteil der Jugendlichen.

Des Weiteren leben Profi-Gamer nicht anders als die größten Sportler der Welt. Sie fliegen in Jets um den Globus, um eine Partie zu spielen, besuchen Trainingslager in verschiedensten Ländern, zum Beispiel in Rumänien und Istanbul, und trainieren um die acht Stunden am PC. Die meisten Teams bekommen ein ganzes Haus als Lebens- und Trainingsort zur Verfügung gestellt.

Meinungen gehen auseinander

Bei der Frage, ob es sich dabei wirklich um einen Sport handelt, gehen die Meinungen auseinander. Da das Spielen von Computer-Games keinerlei physische Belastung erfordert, zählt es für den Großteil der Außenstehenden nicht als Sport. Das sagt John Skipper, Chef des US-TV-Senders ESPN: Obwohl die professionellen Spieler mit den Preisgeldern ihr Geld verdienen, sei es für ihn nicht mehr als ein Wettkampf - vergleichbar mit Schach. Trotz der vielen Zweifel werden manchen Spielern bereits der Titel als Profi-Sportler von Staaten anerkannt, und sie bekommen ein Visum zur Teilnahme an Turnieren ausgestellt. Auch Sport1 nahm eSports in das Programm auf und berichtet regelmäßig über sechs verschiedene Online-Games.

Am Ende scheitert eSports als Sport in Deutschland am DOSB, weil gewisse Anforderungen und Richtlinien wie "[...] eine eigene, sportartbestimmende motorische Aktivität" oder notwendige Verbandsstrukturen nicht erfüllt werden. In der Gesellschaft ist die Leidenschaft für professionelles Online-Gaming längst angekommen.

Seite
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben