Schwimmen

Der Lohn wartet in Berlin

Ein Quintett für Berlin: (von links) Trainerin Nelli Edel, Marie Rumpf, Jeannette Spiwoks, Trainer Kai Benninghoff und Oskar Edel.

Foto: WAZ FotoPool

Ein Quintett für Berlin: (von links) Trainerin Nelli Edel, Marie Rumpf, Jeannette Spiwoks, Trainer Kai Benninghoff und Oskar Edel. Foto: WAZ FotoPool

Dinslaken. Fleißige Hiesfelder Schwimmtalente hoffen auf Edelmetall bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Marie Rumpf ist zum ersten Mal dabei.

Die Trainingsarbeit kann Nelli Edel ihren Schützlingen nur vorgeben, nicht abnehmen. Beim Gespräch mit der Presse sieht das anders aus. Die Trainerin des TV Jahn Hiesfeld schickt ihren Sohn Oskar, Jeannette Spiwoks und Marie Rumpf mit einer kurzen Ansprache und einer Kopfbewegung zurück ins Becken. Die Übungsleiterin will sich nicht in den Vordergrund drängen, aber die Trainingszeiten im Dinamare sind für die „Veilchen“ nunmal knapp bemessen und das Trio muss weiter fleißig Kilometer sammeln. Bahnen ziehen für das große Ziel: Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, die vom 17. bis zum 21. Juni im Berliner Europasportpark stattfinden.

Das Pensum, das die Hiesfelder Schwimmtalente abspulen, um in der nationalen Spitze ihrer jeweiligen Altersklassen mitmischen zu können, ist beachtlich. Sechs- bis siebenmal in der Woche geht es ins Becken, dazu kommen Krafttraining und weitere Athletikeinheiten. An manchen Tagen wird schon morgens vor der Schule geschwommen. Neben den zur Verfügung stehenden drei Zeiten in Dinslaken fahren die Hiesfelder auch zu anderen Trainingsstätten wie dem Walsumer Allwetterbad, finanzieren das zusätzliche Engagement zu einem großen Teil aus der eigenen Tasche.

Nelli Edel gibt zwar am Beckenrand gerne die strenge Disziplinfanatikerin, doch die Jahn-Trainerin weiß genau, dass ihre Hiesfelder Talente ohnehin eine gehörige Portion Eigenmotivation mitbringen: „Das muss aus ihnen selbst kommen, sonst macht es überhaupt keinen Sinn.“ Die Disziplin, die das Trio im Training zeigen würde, helfe dann auch, um die knappe Freizeit zu organisieren und vor allem die Schule nicht zu vernachlässigen.

Oskar Edel, der das Hiesfelder Gymnasium besucht, geht in der Hauptstadt zum letzten Mal im Schwimm-Mehrkampf an den Start, und will seinen Erfolg aus dem letzten Jahr, als er als Dritter auf dem Podium stand, mindestens wiederholen. „Ich bin auch sehr optimistisch, dass es klappt“, sagt der 13-Jährige, der momentan in seinem Jahrgang auf gleich mehreren Strecken die deutsche Jahresbestzeit hält. Im nächsten Jahr kann der Dinslakener, der auch gerne liest und joggen geht, dann auch auf den Einzelstrecken an den Start gehen und um Medaillen kämpfen: „Das ist mein Ziel für die Zukunft, weiter denke ich noch nicht. Besonders wichtig ist es dabei natürlich, gesund zu bleiben“, weiß der Achtklässler.

Doppelte Premiere

Vom Treppchen träumt auch Jeannette Spiwoks. Die Realschülerin ist gleich auf vier Strecken qualifiziert, will sich aber in Berlin auf die 800 und die 1500 Meter Freistil konzentrieren. Hier zählt sie deutschlandweit zu den allerbesten Schwimmerinnen ihres Jahrgangs und kann sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen. „Vom Zeitplan her wäre es einfach zu viel, wenn ich auch noch über die 200 und 400 Meter Freistil starten würde“, erklärt die 15-Jährige, die schon Anfang Mai bei der Offenen DM in Berlin dabei war und mit zwei Top Ten-Plätzen überzeugen konnte. Ihre neuen Bestzeiten, die sie dort vor anderthalb Monaten aufstellte, würde die Voerderin nur zu gerne erneut verbessern. Der Leistungssport soll für die Neuntklässlerin auch in den nächsten Jahren ein großer Bestandteil ihres Lebens bleiben. Sehr wahrscheinlich wird Jeannette auch nach dem Abschluss an der Voerder Realschule weiter zur Schule gehen, denn: „Das lässt sich mit dem Schwimmtraining einfach am besten vereinbaren.“

Für Nesthäkchen Marie Rumpf ist die Teilnahme an den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften eine doppelte Premiere: „Ich war noch nie in Berlin“, sagt die zwölfjährige Gesamtschülerin, die bei ihrem ersten DJM-Start noch bescheidenere Ziele hat als ihre älteren Trainingspartner: „Erstmal bin ich froh, dass ich dabei bin. Über 400 Meter Freistil kann ich vielleicht einen Platz in den Top 15 erreichen“, glaubt die Drevenackerin, die auch noch über 800 und 200 Meter Freistil ins Becken springt. Über diese Strecken will sich die Siebtklässlerin, die neben dem Schwimmen gerne liest und sich mit Freunden trifft, ebenfalls verbessern.

Pensum wird reduziert

Nelli Edel traut den drei fleißigen Nachwuchsathleten durchaus zu, dass sie ihre Ziele in Berlin tatsächlich erreichen. Die Vorbereitung läuft gut, in der letzten Woche vor dem Start soll der Umfang auf 75 bis 80 Prozent des aktuellen Pensums reduziert werden. Doch auch wenn bisher alles nach Plan läuft, bleibt die Trainerin vorsichtig: „Man weiß nie, was passiert. Vielleicht steckt sich in der Schule jemand mit einer Erkältung an und kann zwei Tage nicht trainieren.“

Nur zwei Tage Trainingspause und die Form würde wohl deutlich leiden. Ein weiterer Fingerzeig dafür, mit welcher Akribie und mit welchem Einsatz die jungen „Veilchen“ ihren Sport betreiben, um ganz vorne mitzuschwimmen. Den Lohn dafür wollen sich Jeannette Spiwoks, Marie Rumpf und Oskar Edel in Berlin abholen.

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