Freibadverein

25 Jahre Einsatz für das Freibad Hiesfeld

Mit dem Ärger über die wechselnden Öffnungszeiten fing 1992 alles an.

Foto: Stadtarchiv Dinslaken

Mit dem Ärger über die wechselnden Öffnungszeiten fing 1992 alles an. Foto: Stadtarchiv Dinslaken

Dinslaken.   Mit dem Ärger über die wechselnden Öffnungszeiten fing 1992 alles an. Der Freibadverein Hiesfeld gründete sich und sorgt sich seither um das Schwimmbad.

Alles fing mit dem Ärger über die wechselnden Öffnungszeiten im Freibad Hiesfeld an. „Wenn es morgens donnerte und blitzte, am Mittag aber die Sonne schien, war abends das Freibad noch immer nicht geöffnet – Begründung: Es gab heute ein Gewitter“, so fasst Ulla Hochstrat, frühere Vorsitzende des Freibadvereins Hiesfeld, die damalige Situation zusammen.

Im Sommer 1992 machte sich der Ärger der Badenden im Hiesfelder Freibad öfters mal Luft und mündete schließlich am 2. September 1992 in die Gründung des Freibadvereins.

Rat hat grünes Licht für die Sanierung gegeben

878 Mitglieder zählt der Verein heute, das war allerdings nicht immer so. Doch wieder einmal ist die Zukunft des Bades gefährdet, der Freibadverein muss weiter kämpfen, wie in all den Jahren zuvor.

Zwar hat der Rat der Stadt vor kurzem grünes Licht für die Sanierung des Bades gegeben, die Entscheidung könnte aber durch das von den Schwimmvereinen initiierte Bürgerbegehren am Ende noch gekippt werden.

Ziel und Aufgabe des Vereins sei es von Anfang an gewesen, das Bad zu erhalten, erzählt Ulla Hochstrat. In Omas Schnapshaus begann 1992 die Geschichte des Vereins. Freunde des Freibades trafen sich mehrmals, um die Geschicke des Bades mitzubestimmen.

Liane Thamm war die erste Vereinsvorsitzende

Zur ersten Vorsitzenden wurde schließlich Liane Thamm gewählt, später übernahm Ulla Hochstrat den Posten, kurz abgelöst von Iris Obecny und schließlich jetzt von Thomas Giezek. Jeder von ihnen musste und muss um den Fortbestand des Bades ringen.

Da setzte man endlich geregelte Öffnungszeiten durch, da schwappte der Rotbach ganz gewaltig über seine Ufer, überspülte Teile Hiesfelds und dabei auch das Freibad. „Alles stand unter Wasser, Rotbachsee, Rotbach und Freibad bildeten eine große Seenlandschaft“, erinnert sich Karin Mailänder; Mitglied im Verein seit Gründungsbeginn.

Der Schaden war enorm

Zwar waren Sandsäcke gestapelt worden, doch der Schaden war enorm. Ein Fehler wohl, dass zuvor bereits Wasser in die Becken gelassen wurde. Eine Schieflage entstand, Rohre rissen ab, das Bad sollte wieder einmal für immer geschlossen werden. Proteste regten sich und so wurde das Freibad 1996 mit Stimmen von SPD und CDU wieder eröffnet.

1999 erreichte der Verein die Zusage, dass wenigstens die Umkleidekabinen und der Sanitär-Bereich saniert werden. Es dauerte jedoch , obwohl Bürgermeisterin Sabine Weiss versprach, das Freibad Hiesfeld zu einem Schmuckstück zu verwandeln.

Abendschwimmen, Wassergymnastik, Schwimmkurse

Die Badegäste, so Ulla Hochstrat, entschlossen sich damals, gegen die Schließung während der Bauarbeiten und nahmen Einschränkungen beim Schwimmen in Kauf. 2005 zählte der Verein nach all den langen Kämpfen 350 Mitglieder.

Das Abendschwimmen wurde eingerichtet, Wassergymnastik, Schwimmkurse für 20 Euro, Gerätschaften für Menschen mit Behinderungen wurden angeschafft – all das zahlte der Verein. Hinzu kamen die Verschönerungen des Bades und der Umkleidekabinen, der Freizeitgestaltung. Ob Liegestühle, Bänke mit Sitzlehnen, Spielgeräte für Kinder oder einen mobilen Defibrillator – alles das schaffte der Freibadverein an.

Kinder sollen schwimmen lernen

Auch das Anschwimmen wurde vom Freibadverein organisiert, mit einer zünftigen Feier drumherum. „Ich weiß gar nicht, was ich alles noch aufzählen soll“, fragt Ulla Hochstrat.

Das oberste Ziel aber sei es von jeher gewesen, das Bad zu erhalten und für die sportliche Förderung der Bürger zu sorgen, sicherzustellen, dass Kinder schwimmen lernen und sich im Freibad wohlfühlen. Trauer schwingt in ihrer Stimme mit, als sie sagt: „Wir haben die 25-Jahr-Feier des Vereins schon vorgezogen, wer weiß, ob es uns im September noch gibt.“

Pfingsten 2019 wird das Freibad wieder eröffnet

Denn ohne Bad, kein Freibadverein. „Spätestens Pfingsten 2019 wird das Freibad nach der jetzigen Sanierung wieder eröffnen“, macht Lilo Wallerich, Ratsfrau und stellvertretende Vereinsvorsitzende, den Freibadfreunden Mut. Das hundertjährige Bestehen des Freibades werde ganz groß am 12. Mai 2024 gefeiert.

Und schon sind sie wieder dabei mit ihren Planungen für die Zukunft. Denn der Freibadverein wird den Kampf nicht aufgeben. „Wir kämpfen nicht nur für die Hiesfelder, sondern für alle Dinslakener, denn das Freibad ist für alle da.“

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