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Betuwe: Durchbruch beim Rettungskonzept erzielt

Verkündeten den Durchbruch beim Rettungskonzept längs der Betuwe-Route, v.li. Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks, Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, der Reeser Bürgermeister und Betuwe-AG-Sprecher Christoph Gerwers und NRW-Verkehrsminister Michael Groschek.

Foto: Thorsten Lindekamp

Verkündeten den Durchbruch beim Rettungskonzept längs der Betuwe-Route, v.li. Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks, Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, der Reeser Bürgermeister und Betuwe-AG-Sprecher Christoph Gerwers und NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Foto: Thorsten Lindekamp

Am Niederrhein.   Betuwe: Bahn und Politik stellten das ausgehandelte Ergebnis vor. Vier Hochleistungspumpen und 291 Zugänge in einem Abstand von 250 Metern.

Nach sechs Jahren Kampf und über 100 Arbeitsgesprächen, Streckenbegehungen und Projektbeiratssitzungen haben die sieben Betuwe-Anrainerkommunen mit Bahn und Politik ein „ganzheitliches Rettungskonzept“ verabredet, dem auch die Feuerwehr-Chefs zwischen Oberhausen und Emmerich ihre Zustimmung signalisierten. „Damit können wir leben“, meinte Oberhausens Feuerwehr-Chef Gerd Auschrat.

Mit einem „großen Bahnhof“ wurde das Paket der Presse vorgestellt. Dazu nach Rees gekommen waren Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Ulrich Krüger und einige Bürgermeister.

Lösungen für Löschwasserversorgung und Zuwegung

Christoph Gerwers, Bürgermeister von Rees und Sprecher der kommunalen Betuwe-AG, sprach von einem „Durchbruch“, der geschafft sei. Das vereinbarte Paket sieht Lösungen für die Löschwasserversorgung und für die Zuwegung vor.

Die Löschwasserversorgung wird durch vier Hytrans Fire Systeme (HFS, hochleistungsfähige Pumpen) sichergestellt. Sie können über einen langen Zeitraum große Wassermengen mit hohem Druck bereitstellen.

Pumpen werden in Dinslaken, Wesel, Oberhausen und Emmerich stationiert

Die HFS werden in Dinslaken, Wesel, Oberhausen und Emmerich stationiert und bedienen von dort aus bei Unglücken die gesamte Strecke. Außerdem wird ein Schlauchwagen in Hamminkeln stationiert. Zusätzliche Löschwasserentnahmestellen ergänzen die Lösung. 10,5 Millionen Euro aus dem Gesamtfinanzierungsanteil des Landes Nordrhein-Westfalen von 450 Millionen Euro fließen allein in die Löschwasser-Komponente.

Um bei einem Notfall den Rettungskräften einen schnellen Zugang zu ermöglichen, wurden 291 Zugänge definiert, die im Durchschnitt in einem Abstand von unter 250 Metern voneinander entfernt angelegt werden. Standard sind 1000 Meter. Bei der Festlegung spielten örtliche Aspekte wie Topografie, Verkehrserschließung, Abstände zwischen Brücken und die Rettungsinfrastruktur eine Rolle.

Größtmöglicher Schutz für Bürger sei gewährleistet

„Das war eine Kraftanstrengung für alle Beteiligten“, sagte Pofalla. Mit dem „tragfähigen Ergebnis“ könne man nun beruhigter in das formale Anhörungsverfahren gehen. Auf gleicher Linie Hendricks: „Dieses ganzheitliche Rettungskonzept kann ich guten Gewissens empfehlen.“

Für die Bürger werde der größtmögliche Schutz gewährleistet. Groschek ist überzeugt, dass die Sicherheitsvorkehrungen die Akzeptanz bei allen Beteiligten vor Ort finden: „Die Einigung konnte nur gelingen, weil alle Seiten aufeinander zugegangen sind.“ Er betonte die Bedeutung der Strecke für NRW: „Das ist keine beliebige Trasse. Sie dient 28.000 Unternehmen und 314.000 Beschäftigten der Logistikbranche.“

Bürgermeister aus Dinslaken und Voerde begrüßten Vereinbarung

Auch die Bürgermeister von Dinslaken und Voerde, Dr. Michael Heidinger und Dirk Haarmann, begrüßten die Vereinbarung. „Es gab vier Schornsteine - und aus einem kam der weiße Rauch“, umschrieb Haarmann die erzielte Einigung.

„Unsere Aspekte sind in den Gesprächen mit der Bahn durchgedrungen“, machten beide klar, „dass das Thema keine Luftnummer“ für die beteiligten Kommunen gewesen sei. Das Ganze sei aber nur eine Zwischenetappe. „Jetzt kommt noch die Planfeststellung, und da muss es heißen, so wird’s gemacht.“

>> PLANFESTSTELLUNGSVERFAHREN

  • Die jetzt erzielte Vereinbarung werde in die kommenden Planfeststellungsverfahren eingebracht, sagte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla.
  • Wann der Ausbau der Betuwe-Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen fertig sei, hänge von den einzelnen Verfahrensschritten ab.

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