Bäder

CDU: Dinslakener sollen über Bäderkonzept entscheiden

Am 28. März soll der Rat Dinslaken über das Bäderkonzept entscheiden: CDU und Sportvereine fordern den Ausbau des Dinamare zum Schwimmzentrum - der Sportausschuss sprach sich zuletzt für die Sanierung des Freibades Hiesfeld aus.

Foto: Heiko Kempken

Am 28. März soll der Rat Dinslaken über das Bäderkonzept entscheiden: CDU und Sportvereine fordern den Ausbau des Dinamare zum Schwimmzentrum - der Sportausschuss sprach sich zuletzt für die Sanierung des Freibades Hiesfeld aus. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Die CDU-Fraktion in Dinslaken unterstützt den von der FDP vorgeschlagenen Ratsbürgerentscheid. Auch, um ein Bürgerbegehren zu vermeiden.

Die CDU-Fraktion unterstützt den von der FDP vorgeschlagenen Ratsbürgerentscheid zur Dinslakener Bäderlandschaft. Danach sollen sich die Dinslakener Bürger am Tag der Landtagswahl für eine der beiden zur Debatte stehenden Varianten entscheiden: die Sanierung des Freibades Hiesfeld und die Erweiterung des Dinamare um zwei kleine Lehrschwimmbecken. Oder die von der CDU vorgeschlagene „große“ Lösung: die Aufgabe des Freibades und den Ausbau des Dinamare zum Schwimmzentrum mit einem zusätzlichen 25-Meter-Sportbecken und zwei kleine Lehrschwimmbecken.

„Das Interesse der breiten Bevölkerung käme zum Ausdruck“

Heinz Wansing, Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Der Ratsbürgerentscheid am Tag der Landtagswahl eröffnet die Chance, dass alle Dinslakener bei diesem hoch emotionalen geladenen Thema mitentscheiden können, und dass nicht nur Interessen einzelner Gruppierungen im Vordergrund stehen, sondern durch den Ratsbürgerentscheid das Interesse der breiten Bevölkerung zum Ausdruck kommt.“ Der Ratsbürgerentscheid greife einem möglichen Bürgerbegehren des Freibadvereins oder der Sportvereine – je nach Beschlusslage – vor.

Durch den Ausbau des Dinamare zu einem Schwimmzentrum wäre das jetzige Bad „komplett für die Öffentlichkeit geöffnet, Schwimmsportler und Freizeitschwimmer kämen nicht mehr in die Quere“, so die CDU. Der Sprungturm etwa könnte dann von der Öffentlichkeit genutzt werden – was bislang wegen des Schul- und Vereinssports selten möglich ist. „Gleichzeitig werden den Vereinen mehr Wasserflächen zur Verfügung gestellt, so dass das Vereinsangebot insbesondere für Kinder und Jugendliche attraktiver gestaltet werden kann“, so die CDU.

Ausbau zum Schwimmzentrum würde 10 Millionen kosten

Die Kosten für den CDU-Vorschlag lägen bei etwa zehn Millionen Euro. Die Stadtwerke hätten signalisiert, dass sie diese Investition tragen könnten, ohne dass diese Einfluss auf die Gewinnausschüttung an die Stadt hätte, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Wansing. Nach den Vorstellungen der CDU soll in Hiesfeld eine große Freizeitanlage entstehen. Man werde nun das Gespräch mit anderen Fraktionen suchen, um Absprachen über die Fragestellung des Ratsbürgerentscheids zu treffen.

Inhaltlich wird die CDU von den Schwimmvereinen unterstützt. Diese – DLRG, SCD, TV Jahn Hiesfeld, TSC Haubentaucher, Kneipp-Verein, Reha-Aktiv BSG und Schwimmschule Swimming Turtles – fordern einen Ausbau des Dinamare zu einem Schwimmzentrum zu Ausbildungs- und Trainingszwecken, das auch der Bevölkerung an den Wochenenden zur Verfügung steht.

DLRG: Immer mehr Kinder in Deutschland ertrinken

Mit Verweis auf die Jahresstatistik 2016 – nach der in Deutschland 537 Menschen, darunter 64 Flüchtlinge ertrunken sind – machte die DLRG gestern erneut auf ein Problem aufmerksam, das auch die Politik in Dinslaken in den vergangenen Jahren schon mehrfach beschäftigt hat: dass viele Kinder nicht schwimmen können.

Die Zahl der ertrunkenen Kinder unter 15 Jahren verdoppelte sich bundesweit im vergangenen Jahr von 25 auf nahezu 46, so die DLRG. Die jüngere Generation „müsste viel besser schwimmen können.“ Aber in Dinslaken biete die aktuelle Schwimmbadsituation „keine Möglichkeiten, weitere Ausbildungsangebote für Kinder oder Flüchtlinge anzubieten“, schildert DLRG-Sprecher Eric Spelleken, Die ausbildenden Vereine hätten lange Wartelisten für Schwimmkurse. „Das neue Bäderkonzept reduziert die bereits jetzt viel zu knappen Wasserflächen der Lehrschwimmbecken zudem um 30 Prozent, so dass die Chance der Kleinsten, vernünftig Schwimmen zu lernen, weiter abnimmt.“

Die DLRG Dinslaken fordert „einen konsequenten Schwimmunterricht in den Schulen und ein Einlenken der Kommune beim Bäderkonzept, um allen Kindern Zugang zu Bädern und Schwimmunterricht zu ermöglichen.“


>>> HINTERGRUND

Der Vorschlag der Verwaltung sieht zwei 10 x 10 Meter-Lehrschwimmbecken mit Hubboden am Dinamare und die Sanierung des Freibades Hiesfeld vor. Kosten: etwa 9 Millionen Euro. Die Vereine sollen außerhalb der Ferien weiter vier Bahnen und künftig auch in den Ferien – außer in den Sommerferien – drei Bahnen des Dinamare belegen.

Der Sportausschuss hat sich zuletzt für den Verwaltungsvorschlag entschieden. Derr Rat soll am Dienstag, 28. März, 17.30 Uhr im Ratssaal über das Bäderkonzept entscheiden.

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