Kultur

Das Stück "Abgehängt" ist ein Krimi im Nirgendwo

Der Club 55plus der Burghofbühne kommt mit seinem eigenen Stück „Abgehängt“ Ende April auf die Studiobühne des Tenterhofs zum Zuge. Und das wortwörtlich: Das Stück beginnt mit einem Zug, der auf der Strecke stehen bleibt.  

Foto: privat

Der Club 55plus der Burghofbühne kommt mit seinem eigenen Stück „Abgehängt“ Ende April auf die Studiobühne des Tenterhofs zum Zuge. Und das wortwörtlich: Das Stück beginnt mit einem Zug, der auf der Strecke stehen bleibt.   Foto: privat

Dinslaken  Der Club 55plus der Burghofbühne feiert am 27. April die Premiere seines eigenen Stücks „Abgehängt“ im Tenterhof. Karten gibt es im Vorverkauf.

Der Zug bleibt stehen, mitten in der Wildnis müssen die Reisenden die Abteile verlassen. Sie finden sich wieder in einem Bauschuppen. Alleingelassen im Niemandsland, ohne Kontakt zur Welt. Mit dieser kafkaesken Situation beginnt das neue Theaterstück des Club 55plus der Burghofbühne Dinslaken. Und entwickelt sich rasch zum Kriminalstück, in dem die handelnden Personen nach und nach offenlegen müssen, was sie nur zu sein vorgeben und was sie wirklich sind. Aufgeführt wird „Abgehängt“ wird von Donnerstag, 27. April, bis Samstag, 29. April, jeweils um 18 Uhr und am Sonntag, 30. April, um 15 Uhr auf der Studiobühne im Tenterhof.

„Abgehängt“ ist eine komplette eigene Produktion, entwickelt und geschrieben heraus aus dem Ensemble selbst. Die Grundidee des Reisens brachte Oskar Plate ein. Der Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge aus Essen hat die Leitung des Clubs 55plus erst für diese Produktion übernommen. Neu dabei, wie nur vier Mitglieder des Bürgerbühnenensembles über 55, von dem einige schon 2013 unter Walter Spethmann „Ich bin nur vorübergehend hier“ von Tankred Dorst auf die Bühne der Kathrin-Türks-Halle brachten. Wie Adolf Kraßnigg zum Beispiel: „Wir haben Anspruch entwickelt.“

Rollen, die man sich auf den Leib geschnitten hat

Anspruch, aber auch viele eigene Ideen. Die Figuren, die das 10-köpfige Ensemble in „Abgehängt“ verkörpert, hat jeder für sich selbst entwickelt. Rollen, die man sich also tatsächlich auf den Leib geschrieben hat. Es steckt in jeder ein Teil der Darsteller drin.

Spannend wird es aber erst, wenn die Charaktere aufeinandertreffen, interagieren, die Handlung vorantreiben. Diesen Prozess gestaltete Magret Neu-Kobelt. Sie hat das 75-Minuten-Stück „Abgehängt“ geschrieben. Was dem professionellen Anspruch, den das Team der Burghofbühne auch an seine Bürgerbühnen stellt, wie Anne Scherer als Theaterpädagogin des Landestheaters betont, entgegenkommt. Margret Neu-Kobelt hat in Dinslaken mit neuARTtig (Spontaneitäten) auch ein eigenes Ensemble. Aber: „Beim Club 55plus kann ich wieder selber als Schauspielerin auf der Bühne stehen.“

Der Countdown zu Premiere läuft, derzeit finden verstärkt Sonderproben statt. Im Oktober nahm das Ensemble die Arbeit an der Produktion auf. ein Ein-Akter, aber mit circa eineinviertel Stunden Spielzeit ein großes Stück für Amateure. Die Profis vom Landestheater kümmern sich um die Ausstattung, Anna Scherer nimmt auch selbst so oft es geht an den Proben teil und überzeugt sich von der Qualität. Und zum professionellen Anspruch gehören auch die täglichen Endproben in der Woche vor der Premiere.

>>> INFOS

  • Dass für „Abgehängt“ die Studiobühne als Aufführungsortgewählt wurde, kommt dem Club nicht nur wegen der Publikumsnähe entgegen: „Dort können wir das Stück öfters aufführen. Und wir wollen doch spielen“, freut sich Margret Neu-Kobelt.

  • Karten für die Vorstellungen auf der Studiobühne im Tenterhof, Gerhard-Malina-Straße 108, gibt es im Vorverkauf für acht Euro, ermäßigt fünf Euro, zzgl. Ticket-Gebühr im Dinslakener Pressehaus, Friedrich-Ebert-Straße 40.

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