Kraftwerk Voerde

Kraftwerk: Erste konkrete Gespräche mit Eigentümern in Sicht

Vor drei Wochen wurde der Kraftwerksstandort der Steag in Voerde stillgelegt. Die Frage ist, wie das riesige Areal künftig genutzt werden soll.

Foto: Lars Fröhlich

Vor drei Wochen wurde der Kraftwerksstandort der Steag in Voerde stillgelegt. Die Frage ist, wie das riesige Areal künftig genutzt werden soll. Foto: Lars Fröhlich

Voerde.   In wenigen Wochen soll es erste konkrete Gespräche der Stadt mit den Eigentümern des Kraftwerksgeländes geben. Kommune möchte Runden Tisch.

Bei einem Ortstermin mit dem Europaminister des Landes NRW und Chef der Staatskanzlei, Franz-Josef Lersch-Mense, hat Bürgermeister Dirk Haarmann gestern erste konkrete Gespräche der Stadt mit den Eigentümern des stillgelegten Kraftwerksgeländes über dessen mögliche Folgenutzung angekündigt – diese sollen zeitnah, Ende April/Anfang Mai, stattfinden. Dabei wird es auch um die Einberufung eines Runden Tisches gehen, die der Verwaltungschef nach eigener Aussage in einem Schreiben an die Vorstände von Steag und RWE vorgeschlagen und dazu positive Signale bekommen hat. Haarmann betonte die Rolle der Stadt in dem Prozess. Sie habe die Planungshoheit, ohne ihr Zutun sei eine Entwicklung am Kraftwerksstandort nicht möglich.

Bürgermeister bekräftigte Forderung nach schnellstmöglichem Rückbau

Der Bürgermeister bekräftigte bei dem Besuch des NRW-Europaministers, der auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten und -kandidaten Norbert Meesters nach Voerde gereist war, die Forderung der Stadt nach einem „schnellstmöglichen Rückbau“ der Anlagen. Was die mögliche Folgelösung für das riesige Gelände betrifft, mochte sich Haarmann bei dem Ortstermin, der auf den am Rhein gelegenen Weg hinter dem Kraftwerk führte, nicht festlegen. Gleichwohl stellte er fest, dass eine gewerbliche Nutzung auf der Hand liege. Voerde sei „sehr gewerbesteuerschwach“, müsse dringend höhere Erträge erzielen und habe einen weiteren Bedarf an Gewerbeflächen. Die Stadt brauche das Kraftwerksareal „auch für eine wirtschaftliche Entwicklung“.

Der NRW-Europaminister unterstrich seinerseits das „hohe Interesse“ des Landes, Industriebrachflächen wieder gewerblich nutzbar zu machen, und äußerte sich, was die Zukunft des Areals angeht, optimistisch: „Es wird eine Perspektive geben“, sagte Lersch-Mense und kündigte an: „Wenn wir unterstützen können, machen wir das.“

Verwaltungschef betonte erneut Bedeutung einer Machbarkeitsstudie zur möglichen Folgenutzung

Eine Kombination Gewerbe und Wohnen sieht er mit dem Hinweis darauf skeptisch, dass das Wohnen Einschränkungen für eine gewerbliche Nutzung (ein Stichwort Emissionen) bedeute. Auf dem riesigen Gelände konzentriert auf das Thema Wohnen zu setzen, hält Bürgermeister Haarmann für wenig realistisch, da die Stadt den lokalen Bedarf dafür nachweisen müsse, was bei einer rückläufigen Bevölkerung schwierig sei. „Denkverbote“ aber dürfe es keine geben. Der Verwaltungschef betonte erneut die Bedeutung der von der Stadt angestrebten Machbarkeitsstudie für die Folgenutzung des Kraftwerksgeländes. Diese sei wichtig, um zunächst „ganzheitlich“ zu sehen, welche Potenziale es gibt und was sich gegebenenfalls ausschließe. Am Ende „brauchen wir harte, belastbare Kriterien für eine zukunftsweisende Entwicklung“.

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