Umzug

Schneidermeisterin aus Dinslaken fertigt Kleidung nach Maß

So empfängt Schneidermeisterin Tatjana Overdick ihre Kunden in den neuen Räumlichkeiten ihres Ateliers in der Altstadt.

Foto: Heiko Kempken

So empfängt Schneidermeisterin Tatjana Overdick ihre Kunden in den neuen Räumlichkeiten ihres Ateliers in der Altstadt. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Schneidermeisterin Tatjana Overdick ist mit ihrem Atelier umgezogen. Besonders gern schneidert sie im Stil der 1930er bis 1950er Jahre.

Wer eintritt, hat das Gefühl, in der Zeit zu reisen, hinein in die 30er- und 40er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Im Ausstellungsraum des Maßateliers steht ein altes Radio, eine antike Nähmaschine, Spiegel und Bilderrahmen sind fein und verspielt mit Gold verziert und an einem Kleiderständer hängen auf Bügeln zahlreiche Kleidungsstücke. Tatjana Overdick (39) selbst nennt die neuen Räumlichkeiten ihres Ateliers in der Altstadt das „Puppenhäuschen, das ich haben wollte“.

Freude über großen Ausstellungsraum

Denn mit Puppen fing es an: Schon als Kind nähte Tatjana Overdick für sich und ihre Puppen Kleidungsstücke. Dieses Hobby verfolgte die gebürtige Dinslakenerin weiter, machte eine Ausbildung zur Schneidermeisterin und sich in diesem Metier vor zwölf Jahren selbstständig. 2013 eröffnete sie ihr Atelier an der Friedrich-Ebert-Straße. Nun ist sie umgezogen – im Rahmen des Feierabendmarktes wurden die neuen Räumlichkeiten in der Altstadt eingeweiht: „Hier ist einfach mehr los“, sagt sie.

Vor allem freut sie sich über den großen Ausstellungsraum, in dem sie alles passend zu ihrer Begeisterung für die 1930er- und 1940er- Jahre dekorieren kann. Was damals anders war als heute? Die Menschen hätten sich eleganter gekleidet. Sie selbst trägt an diesem Tag einen schwarzen Rock und ein grünes Oberteil, hat rot-lackierte Fingernägel und trägt dazu farblich passenden Haarschmuck. Overdick lebt dieses Zeitgefühl: „Das macht man für sich, es ist Seelenbalsam“, findet sie.

Blick in den Kleiderschrank

Eine Frau betritt den Laden. Sie erzählt von einer Seiden- und einer Leinenbluse, die seit längerem unbenutzt in ihrem Kleiderschrank hängen. „Die müssen sie sich einmal ansehen“, sagt sie und vereinbart einen Termin mit Overdick. Neben Maßanfertigungen und Änderungen bietet die Schneiderin auch einen Kleiderschrank-Check an. „Es ist inspirierend, wenn jemand anders mal darauf guckt“, sagt sie. So können neue Ideen für Kombinationsmöglichkeiten entstehen. „Werterhaltung finde ich auch ganz wichtig.“ Sie schätzt alte Materialien, die seien langlebig.

Etwas zurückgezogen, im hinteren Bereich befindet sich nun der Raum, in dem die handwerkliche Arbeit geschieht: das Atelier mit Näh- und Kettelmaschine (für die Naht) sowie die schwere Bügelanlage. Dort kann Tatjana Overdick in Ruhe an den Maßanfertigungen arbeiten, zwischen 20 bis 50 Stunden Zeit bedarf das – je nach Anfertigung.

Wenn die Idee des Kunden Realität wird

Mal eben nähen – das geht halt nicht. „Das Handwerk ist etwas mit Wert“, so die Schneidermeisterin. Und das benötigt Zeit und hat auch seinen Preis. Tatjana Overdick arbeitet stets nach Terminen, will sich bei Beratungen und Anproben Zeit nehmen, empfiehlt interessierten Kunden, eine möglichst konkrete Vorstellung von der gewünschten Maßanfertigung zu entwickeln, wenn möglich Bilder zum ausführlichen Beratungstermin mitzubringen, denn das hilft: „Damit man auch zu dem Ergebnis kommt, dass der Kunde im Kopf hat.“

Und dieser Moment ist für Tatjana Overdick ein besonderer Teil ihrer Arbeit: Wenn die Idee des Kunden in die Realität umgesetzt wurde, er sagen kann „Ich hab was nur für mich“ und dann mit Strahlen ihren Laden verlässt – das sei „wie Applaus für den Künstler, der auf der Bühne steht“, sagt sie.

Das neue Atelier von Tatjana Overdick befindet sich an der Eppinghovener Straße. Weitere Infos gibt es auf www.facebook.com/MassatelierOverdick.

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