Segelfliegen

Schnupperfliegen auf dem Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe

Christoph Poschner gehört zu den erfahrenen Segelfliegern auf dem Flugplatz Schwarze Heide. Gerne hebt der Fluglehrer auch alleine ab.

Foto: Markus Joosten

Christoph Poschner gehört zu den erfahrenen Segelfliegern auf dem Flugplatz Schwarze Heide. Gerne hebt der Fluglehrer auch alleine ab. Foto: Markus Joosten

Hünxe/Dinslaken/Bottrop.   Auf dem Flugplatz Schwarze Heide boten die Vereine über die Osterferien ein Schnupperfliegen an. Zwölf Schüler nutzten das Probeangebot.

Die Wetter-App auf dem Smartphone zeigt ganze drei Grad Celsius. Der Wind bläst. Zwischen den dichten Cumulus-Wolken, die oft auch Blumenkohl- oder Schäfchenwolken genannt werden, blitzt die Sonne nur ab und an hindurch. „Heute ist ein super Wetter“, sagt Bernd Kuhlmann, lacht und zieht den Rollkragen seines Pullovers ein Stückchen weiter nach oben. „Für Überlandflüge.“

Kuhlmann ist Geschäftsführer des Luftfahrtvereins Bottrop e. V. – und begeisterter Segelflieger. Gemeinsam mit weiteren Flugfreunden der insgesamt sieben Vereine, die den Flugplatz Schwarze Heide im Dreistädteeck Hünxe-Dinslaken-Bottrop nutzen, ist er über die Osterferien vermehrt hier.

Osterfliegerlager bietet Möglichkeit, reinzuschnuppern

Um die freie Zeit zu nutzen und selbst zu fliegen, ist ja klar. Aber auch, um Anfängern das Fliegen beizubringen: Ein Osterfliegerlager hat der Luftfahrtverein in dieser Woche angeboten – zum Reinschnuppern, zum Kennenlernen des Sportes. Ist schließlich ein zeitintensives Hobby, das gut überlegt sein muss. „Wenn man einmal auf dem Platz ist, ist man schon den ganzen Tag da“, sagt der Vereinsvorsitzende Michael Schmidt.

Mit dem Segelflieger über Niederrhein und Ruhrgebiet

In den Osterferien fand am Flugplatz Schwarze Heide im Dreistädteeck Hünxe-Dinslaken-Bottrop ein Schnupperfliegen für Segelflieger statt.

Mit dem Segelflieger über Niederrhein und Ruhrgebiet

Zwölf Flugschüler hätten das Angebot, die Schnuppermitgliedschaft begrenzt auf einen Monat, angenommen – komplette Neulinge aber sind sie nicht gewesen.

Ein ganz besonderes Talent ist gerade 14 Jahre alt

Ein ganz besonderes Talent unter ihren Schülern haben Bernd Kuhlmann und Michael Schmidt aber schon vor dem Osterfliegen ausgemacht: Moritz. Gerade 14 Jahre alt – ab diesem Alter darf mit der Segelflug-Ausbildung begonnen werden – bringt er „das nötige bisschen Talent, bisschen Gefühl und bisschen technisches Grundwissen mit“, so Kuhlmann, und sei nach 37 Starts bereits ohne Fluglehrer in den Lüften unterwegs.

Nur diese Woche nicht, da musste er mit seinen Eltern in den Urlaub fahren, so Michael Schmidt. Der Hiesfelder betont das „musste“ dabei ganz besonders – schickt schnell noch ein Augenzwinkern nebst Lachen hinterher.

In die Luft geht’s mit dem F-Schlepp

Genug geredet, die gräserne Startbahn ist gerade frei, der Segelflieger mit zwei Sitzen ebenfalls. Michael Schmidt klingt ein Seil ein, das nun den Segelflieger mit einem motorisierten Flugzeug verbindet. Von diesem wird es gleich in die Lüfte gezogen werden, Flugzeugschlepp oder kurz auch F-Schlepp nennen die Profis das.

Fallschirmweste überziehen, Platz nehmen und anschnallen. Dann wird die gläserne Klappe über dem Kopf heruntergezogen. Für Leute mit Platzangst ist das aber nix. Für Leute mit Höhenangst sowieso nicht. „Die Aufwinde können uns heute bis auf 1400 Höhenmeter bringen“, sagt Schmidt, der auf dem vorderen Sitz Platz genommen hat – dort, wo sonst die Flugschüler sitzen.

Einige Segler, die schon am Morgen gestartet seien, könnten heute bis zu 500 Kilometer schaffen, erklärt er. Sofern das Wetter gut bleibe natürlich. Für gutes Segelflug-Wetter braucht es übrigens keinen Wind – sondern Sonneneinstrahlung. Die sorgt für den nötigen Aufwind. Dann einfach auf gewünschter Höhe vom Motorflugzeug unter die Wolken hängen lassen, ausklinken – und lautlos über Niederrhein und Ruhrgebiet segeln.

>> SIEBEN VEREINE TEILEN SICH DEN FLUGPLATZ

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