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Sorge um offene Lehrerstellen auch in Dinslaken und Umgebung

Wo bleibt der lehrende Nachwuchs? Manche Schulleiter

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Wo bleibt der lehrende Nachwuchs? Manche Schulleiter Foto: dpa

Dinslaken/Voerde/Hünxe.   Gymnasien sind kaum betroffen. Anders sieht es an den Grund- und Gesamtschulen aus. Auch Sonderpädagogen werden vermehrt gesucht.

Um dem Lehrermangel an Schulen in Nordrhein-Westfalen entgegen zu wirken, rief die Bezirksregierung Düsseldorf im Februar dazu auf, pensionierte Lehrer zu reaktivieren. Insbesondere wurden Lehrkräfte für Grundschulen, Förderschulen und Schulen der Sekundarstufe I angesprochen. In Dinslaken, Voerde und Hünxe sind die Schulen beim Thema Lehrermangel geteilter Meinung: Noch stellt die Situation kein größeres Problem dar, es lässt sich aber erkennen, dass auch hier Lehrer gebraucht werden.

Keine Rückmeldung

Gymnasien sind kaum betroffen. Offene Stellen sind eher an Grund- und Gesamtschulen zu finden. Allerdings machen sich viele Schulleiter Sorgen: Vertretungsstellen würden offen bleiben und es gebe keine Rückmeldungen auf die Ausschreibungen, selbst wenn diese als „beliebig“, also ohne vorgegebenes Fach, ausgeschrieben seien, berichtet Uwe Neumann, Leiter des Berufskollegs Dinslaken am Standort Wiesenstraße. Dies sei seiner Meinung nach „hochproblematisch“.

Klaus Ginter, Leiter der Gesamtschule Hünxe, hat ähnliche Probleme zu bewältigen. Auch an seiner Schule konnten im letzten Jahr feste Stellen und Vertretungen nicht besetzt werden. Er rechnet damit, dass perspektivisch weniger Lehrer zu finden sind, sorgt sich um den Nachwuchs: „Der Markt ist im Moment leer“, sagt er. Er setzt seine Hoffnungen in die Absolventen, deren Studium und Ausbildung nun zum April endet.

Ursula Reinartz ist Schulleiterin der Gesamtschule Voerde, die sich noch im Aufbau befindet. Aktuell werden dort nur Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufen unterrichtet. Diese dazu benötigten Lehrkräfte konnten zwar gefunden werden, in den nächsten Jahren steigt hier aber der Bedarf, so dass auch sie mit Sorge in die Zukunft blickt. Probleme macht sie in Fächern wie Niederländisch, Mathematik, Englisch, Kunst und Technik aus.

Laut der Schulleiter sei die Besetzung von Naturwissenschaften und Fremdsprachen erfahrungsgemäß schwierig. Sie vermuten, dass dies bei naturwissenschaftlichen Fächern auf das anspruchsvolle Studium zurückzuführen sei.

Gymnasien kaum betroffen

Anders sieht es beim Thema Stellenbesetzung etwa an Gymnasien in der Umgebung aus. Das Gymnasium in Voerde spricht dabei eher von einem „Luxusproblem“. Ähnlich ergeht es dem Otto-Hahn-Gymnasium und dem Theodor-Heuss-Gymnasium in Dinslaken.

Dass auch in Dinslaken, Voerde und Hünxe Sonderpädagogen gesucht werden, geht aus Zahlen der Bezirksregierung Düsseldorf hervor: Sechs von zuletzt zehn ausgeschriebenen Stellen zum 1. Februar und 1. März richteten sich an Sonderpädagogen, nur eine davon konnte besetzt werden.

Demnächst gibt es auch sechs offene Stellen an Grundschulen in den drei Kommunen, berichtet das Schulamt Wesel. Ein Bedarf ist also auch hier weiterhin erkennbar, ist sogar leicht angestiegen. Ein pensionierter Lehrer verstärke aktuell eine Dinslakener Grundschule, das habe sich bereits vor dem Aufruf as Düsseldorf ergeben, so das Schulamt aus Wesel. Zahlen für die weiterführenden Schulen konnte die Bezirksregierung Düsseldorf nicht nennen.

Zumindest an manchen Schulen würde das für Entlastung sorgen: „Wenn Pensionäre vier bis sechs Unterrichtsstunden übernehmen könnten, wäre das positiv“, sagt Klaus Ginter von der Gesamtschule Hünxe.

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