Neues Wohnquartier

Wie aus Schulgelände in Voerde ein Wohnquartier werden soll

Aus der Fläche der alten Pestalozzischule soll ein Wohnquartier werden.

Foto: Heiko Kempken

Aus der Fläche der alten Pestalozzischule soll ein Wohnquartier werden. Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Nach einer Vorauswahl der abgegebenen Investorenangebote bleiben zwei Konzepte in sechs Varianten. Der erwartete Kaufpreis wird nicht erzielt.

Insgesamt neun Angebote sind bei der Stadt seitens potenzieller Investoren für die Folgeentwicklung des Geländes der ehemaligen Pestalozzischule eingegangen. Drei davon beziehen sich auf die gesamte Fläche, die restlichen sechs nehmen entweder einen Teil des Areals (Norden oder Süden) oder die Realisierung bestimmter Häuser in den Fokus. Vorrangiges Ziel der Stadt ist es aber, das gesamte Areal vollständig zu vermarkten, weshalb sie die Anbieter einer Teilflächen-Lösung aufrief, sich untereinander oder mit den drei Investoren für das Gesamtgelände über eine mögliche Kooperation zu beraten.

Ein Anbieter zog sich zurück, ein anderer äußerte sich nicht weiter

Im weiteren Verlauf zog sich ein Anbieter für die komplette Fläche zurück, ein anderer, der die Entwicklung des Südareals mit Einfamilienhäusern ins Auge gefasst hatte, äußerte sich laut Stadt „trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu einer möglichen Kombination mit anderen Investoren“, so dass dessen Angebot im Rathaus als nicht mehr existent betrachtet wurde. Andererseits wurden zwei Einzelangebote zu einer Lösung kombiniert, so dass am Ende drei Optionen für das gesamte Schulgelände zur Bewertung standen. In der kommenden Woche soll die Politik eine Entscheidung treffen.

In seinem ursprünglich Plan sieht Investor A auf dem insgesamt rund 15 300 Quadratmeter großen Areal eine Mischung aus frei finanziertem Mietwohnungsbau, Eigentumswohnungen und Eigenheimen (Einfamilien-/Doppelhäuser) vor. In Abstimmung mit der Verwaltung sei eine zweite Variante mit einem Anteil von 20 Prozent öffentlich geförderten Wohnungen kalkuliert worden, was zu einer Minderung des Kaufpreises führe, heißt es in der Drucksache. Entlang der Bahnhofstraße greife der Entwurf die Bauflucht der westlich angrenzenden Bebauung auf und führe die überwiegend geschlossene Bauweise bis zum Kreisverkehr weiter. Diese „städtebauliche Kante“ diene als Lärmriegel zwischen der „stark befahrenen Bahnhofstraße“ und der südlicheren Bebauung des Gebietes. Auf diese Weise entstünden „geschützte, eher ,private’ Innenhöfe“.

Das älteste Schulgebäude wird bei Angebot B mit einbezogen

Abweichend von dem im September 2016 gefassten Konzeptionsbeschluss des Stadtrates für die Weiterentwicklung des einstigen Schulgeländes, legt Investor B anstelle der dort vorgesehenen Verdichtung (80 bis 100 Wohneinheiten) einen stärkeren Fokus auf die Freiraumgestaltung, sprich die Wohnumfeldqualität. Seiner Vorstellung nach sollen lediglich 62 Wohneinheiten (davon 34 geförderter Wohnungsbau) geschaffen werden, wie es in der Vorlage der Verwaltung weiter heißt. Das älteste, an der Ecke Alexanderstraße/Bahnhofstraße gelegene Schulgebäude würde erhalten und als Wohnraum oder für quartiersbezogene Einrichtungen genutzt werden. Der Investor habe als Optionen ein Angebot für Senioren, wie zum Beispiel eine Demenzwohngruppe, oder eine Kita erwähnt.

Bei der Ausgestaltung der Bebauung stelle Investor B vier Varianten zur Auswahl: So könnten die beiden an der Bahnhofstraße geplanten Häuser von drei Geschossen plus Staffelgeschoss auf vier Geschosse plus Staffelgeschoss aufgestockt werden. Auch habe der Investor seine Konzeption für den südlichen Bereich des Schulgeländes dahingehend verändert, dass das im Ursprungsangebot vorgesehene Mehrfamilienhaus für vier Doppelhaushälften beziehungsweise zwei Einfamilienhäuser weicht. Als vierte Alternative stehe eine Kombination aus den beiden zuvor genannten Veränderungen im Raum: höhere Verdichtung an der Bahnhofstraße und Doppelhaushälften bzw. Einfamilienhäuser im Süden im Raum.

Das aus zwei Teilangeboten kombinierte Konzept C sieht im nördlichen Bereich Geschosswohnungsbau mit einer Durchmischung aus frei finanziertem und gefördertem Wohnungsbau, eventuell ergänzt durch Eigentumswohnungen, vor – und dazu neun Einfamilienhäuser auf dem südlichen Teil im Übergang zur bestehenden Wohnbebauung an der Alexanderstraße.

Erwarteter Kaufpreis wird nicht erzielt

Alle Angebote liegen unter dem Kaufpreis von 2,1 Millionen Euro, den die Stadt Voerde bereits in ihrem Haushalt für dieses Jahr veranschlagt hat. Die Differenz müsse durch eine „höhere Kreditaufnahme“ ausgeglichen werden. Wie weit die Angebote unter den 2,1 Millionen Euro liegen, dazu macht die Verwaltung keine konkreten Angaben.

Deren Drucksache ist lediglich zu entnehmen, dass der höchste Preis von Investor A für seinen Entwurf ohne geförderten Wohnungsbau abgegeben wurde (A 1), der niedrigste steht hinter dem Angebot C. Letzteres, so lautet die Empfehlung des Arbeitskreises Ortskerngestaltung und der Verwaltung, soll vor allem unter Berücksichtigung des „erzielbaren Ertrages“ nicht weiter bearbeitet werden.

>>Info: Zunächst berät der Fachausschuss, gleich im Anschluss soll der Stadtrat entscheiden

Zunächst berät am Mittwoch, 26. April, ab 16.30 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses der Planungs- und Umweltausschuss über die noch zur Diskussion stehenden Investorenangebote, um dann dem Stadtrat das weitere städtebauliche Konzept zu empfehlen, dem gefolgt werden soll. Der Stadtrat soll im Anschluss an den Fachausschuss dann die Entscheidung treffen. Die Sondersitzung beginnt um 18.30 Uhr an gleicher Stelle.

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