17-Jährige forschte

Wer an die Engel glaubt

Julia Totzeck aus Holzen hat  eine Jahrgangsstufenarbeit über Engel, die „himmlischen Lebewesen“, geschrieben. Foto: Horst-Dieter Czembor

Foto: WR

Julia Totzeck aus Holzen hat eine Jahrgangsstufenarbeit über Engel, die „himmlischen Lebewesen“, geschrieben. Foto: Horst-Dieter Czembor Foto: WR

Holzen.  Die 17jährige Schülerin Julia ist von Engeln regelrecht fasziniert. Nun ging sie im Rahmen einer Jahrgangsstufenarbeit den himmlischen Wesen auf den Grund.

„Engel sind Himmelswesen“, sagen die christlichen Kirchen. Für Julia Totzeck sind Engel mehr: Eine Faszination, die sie veranlasste, eine Jahrgangsstufenarbeit über diese „himmlischen Lebewesen“ zu schreiben unter dem Titel „Wie hat sich das ursprüngliche Engelsbild bis hin zum neuen Motiv der Engelskultur verändert?“.

Die 17-jährige Schülerin der Ruhrtal-Gymnasiums in Schwerte machte sich gründlich ans Werk: Sie las sich ein in das Engelsbild im Christentum vom Alten Testament mit dem „himmlischen Hofstaat“ über das Neue Testament mit Engeln in den Kindergeschichten und im späteren öffentlichen Leben Jesu bis in die Offenbarung des Johannes. Julia untersuchte den Engelsbegriff in der Literatur vom Barock über die Romantik und die Verwendung von Engeln in Märchen, Legenden, Erzählungen und Kinderbüchern bis hin zu moderner Literatur.

Auch Popmusik, Film und Werbung sparte die junge Holzenerin nicht aus. Sowohl in theologischen Verfilmungen, in Filmkomödien und selbst in Horrorfilmen spielen Engel wichtige Rollen. Aus der Werbung sind Engel heute nicht mehr wegzudenken: Als Schutzengel bedienen sich sowohl Versicherungen als auch Autohersteller dieser „Himmelswesen“.

Um das heutige Engelsbild der Menschen zu erforschen, startete Julia Totzeck eine eigene Umfrage. Sie befragte unterschiedliche Gruppen, von Mitschülern bis zu Lehrern, von Grundschulklassen bis zu Auszubildenden. Glauben sie an Engel und ihr Eingreifen in verschiedenen Situationen? Haben sie selbst bereits Hilfe von Engeln erfahren oder wünschen sie sich in brenzligen Augenblicken eine derartige Hilfe?

Das Ergebnis: Etwa die Hälfte von Julias Befragten hat mindestens einmal in einer Gefahrsituation auf das Eingreifen von Engeln gehofft. Doch selten gab es auch negative Gefühle – meist im Zusammenhang mit Unfällen. Dabei, so erfuhr die 17-Jährige, muss man nicht unbedingt an Gott glauben, um Engel zu beschwören. Und: Das Bekenntnis zum Engelsglauben ist bei Menschen mit islamischem Hintergrund erstaunlich groß.

Übrigens stellen sich Menschen Engel ausgesprochen unterschiedlich vor: Einige kennen biblische Engel mit Namen, die ihre Hilfe als Schutzengel anbieten. Bei Kindern sind Engel fast immer „mädchenhaft mit lockigem Haar und weißem Kleid“.

Heutzutage, so erfuhr die junge Holzenerin, haben „Engel“ zumeist Menschengestalt: Sie gibt es in der Verwandtschaft, speziell bei den Eltern, bei besten Freunden und sozial engagierten Menschen. Julia Totzeck: „Engel in der heutigen Zeit sind Menschen, die selbstlos ihr Leben dafür nutzen., anderen ein helfendes Licht der Hoffnung zu sein...“.

Nach dem Abitur im nächsten Jahr will Julia Totzeck ein Lehramtsstudium beginnen. Mit Religion als Schwerpunktfach? „Das weiß ich noch nicht“, lächelt sie.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben