Ministerentscheid

Hochbrücke Tausendfüßler in Düsseldorf darf abgerissen werden

Die aufgrund ihrer vielen Stützen von den Düsseldorfern als Tausendfüßler bezeichnete 500 Meter  lange gegabelte Hochstraße neben dem Jan-Wellem-Platz darf nun trotz bestehenden Denkmalschutzes abgerissen werden.

Foto: Kai Kitschenberg

Die aufgrund ihrer vielen Stützen von den Düsseldorfern als Tausendfüßler bezeichnete 500 Meter lange gegabelte Hochstraße neben dem Jan-Wellem-Platz darf nun trotz bestehenden Denkmalschutzes abgerissen werden. Foto: Kai Kitschenberg

Düsseldorf.  Der denkmalgeschützte Tausendfüßler in der Düsseldorfer Innenstadt darf abgerissen werden. Das hat Bauminister Harry Voigtsberger entschieden und damit die Bedenken von Denkmalschützern ausgeräumt. Anfang 2013 soll dann der Abriss des Düsseldorfer Wahrzeichens beginnen, das dem Prestige-Projekt Kö-Bogen Platz macht.

Der denkmalgeschützte Tausendfüßler darf abgerissen werden. Das hat NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger nun entschieden und dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Die in den vergangenen Monaten diskutierten denkmalrechtlichen Bedenken hat das Ministerium damit ausgeräumt. Denkmalschützer, die Initiative "Lott stoon", SPD und Grüne waren gegen den Abriss des in den 60er-Jahren errichteten Bauwerks, das eines der Düsseldorfer Wahrzeichen ist. Anfang Juni noch wurde der 50. Geburtstag des Bauwerks gefeiert. Der Nord-Süd-Verkehr in der Innenstadt soll dann künftig durch einen Tunnel geleitet werden.

Abriss des Tausenfüßlers soll im Februar 2013 beginnen

Elbers (CDU) nannte diese Entscheidung einen wichtigen Schritt für die Entwicklung der Düsseldorfer Innenstadt. "Mit der Begründung bestätigt der Minister die fachliche Einschätzung der Verwaltung zur baulichen Substanz und Erhaltungsfähigkeit der Hochstraße", so Elbers weiter. Durch die Verzögerungen beim Abriss der Hochbrücke beklagte der Düsseldorfer Baudezernent Gregor Bonin jüngst "monatliche Mehrkosten im sechsstelligen Bereich", weil der von der Stadt für das Prestige-Projekt Kö-Bogen längst geplante Abriss der Hochstraße verzögert wurde und dadurch folgende Arbeiten ins Stocken geraten seien.

Im nächsten Schritt bereitet die Stadt nun eine europaweite Ausschreibung der Abriss-Arbeiten vor. Bis Ende November sollen diese vergeben werden. Mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft werde der Verkehr auf der Hochstraße aber erst Anfang 2013 eingestellt, hieß es am Morgen nach der Ministerentscheidung aus der Stadtverwaltung. Spätestens im Februar sollen dann die Abrissarbeiten an der 50 Jahre alten Hochbrücke beginnen. Begonnen werden soll in ungefährdeten Abschnitten, so im Bereich der Widerlager. Der Abschluss der Abrissarbeiten ist für April 2013 geplant.

Verkehr in der Innenstadt wird umgeleitet

Ganz wesentlich für die Stadt ist in diesem Zusammenhang das Thema Verkehrsführung. So muss die Gleistrasse der Rheinbahn zwischen Februar und April außer Betrieb genommen werden. Die unter dem Tausendfüßler verkehrende Linie 701 wird dann von Süden kommend durch die Graf-Adolf- und die Breite Straße Richtung Altstadt und Jan-Wellem-Platz fahren. Von dort geht es weiter Richtung Jacobistraße und dann zur normalen Route. Diese Führung gab es bereits in der Vergangenheit schon einmal während Arbeiten im Bereich der Tuchtinsel. Diesen Weg soll die Bahn auch in Gegenrichtung nehmen.

Der bisher über den Tausendfüßler geführte Individualverkehr wird in der Abrissphase und der anschließenden Zeit des Tunnelbaus ebenerdig durch den Baustellenbereich geleitet. Die Planungen sehen dazu im Bereich des Thyssen-Hochhauses eine Route parallel zur jetzt schon bestehenden Süd-Nord-Strecke und weiter über die Tuchtinsel zur Berliner Allee vor. (mawo)

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