Entlassungen

ThyssenKrupp schließt Werk und kündigt 150 Presta-Mitarbeitern

Wird Ende des Jahres geschlossen: das Düsseldorfer Werk des ThyssenKrupp-Ablegers Presta an der Rather Straße in Derendorf.

Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Wird Ende des Jahres geschlossen: das Düsseldorfer Werk des ThyssenKrupp-Ablegers Presta an der Rather Straße in Derendorf. Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf.   ThyssenKrupp schließt das Düsseldorfer Werk seines Ablegers Presta SteerTec. zum Jahresende. In der vergangenen Woche erhielten die 150 Mitarbeiter ihre betriebsbedingten Kündigungen. Dabei wollte Daimler nach Angaben des Presta-Betriebsrates von der Firma bis Ende 2013 Kugelkopflenkungen beziehen.

Zum Jahresende wird das Werk geschlossen. 150 Angestellte verlieren ihren Job. IG Metall zufrieden mit Angeboten des Konzerns.

„Wir sind in einer Art Schockstarre“, sagt Klaus Specht, Betriebsratsvorsitzender beim ThyssenKrupp-Ableger Presta SteerTec. In der vergangenen Woche erhielten die 150 Mitarbeiter des Werkes an der Rather Straße 51 ihre betriebsbedingten Kündigungen. Ein Jahr zu früh, moniert Specht. Das Werk produziert Kugelkopflenkungen für Daimler, von diesem Konzern habe es eine Zusage zur Aufrechterhaltung der Produktion bis Ende 2013 gegeben, so der Betriebsratsvorsitzende.

Was nun durch ThyssenKrupp torpediert sei. „In den nun verbleibenden sechs Monaten können die Mitarbeiter nicht mehr vermittelt werden“, kritisiert Specht. ThyssenKrupp-Sprecher Peter Sauer hält indes dagegen: „Die Schließung des Werks wurde bereits 2006 beschlossen, seit September 2007 gibt es einen Sozialplan und Interessensausgleich. Zudem wurde eine Betriebsvereinbarung zur Gründung einer Transfergesellschaft unterzeichnet.“

Die dabei festgehaltenen Pläne begrüßt Nihat Öztürk, der hiesige Generalbevollmächtigte der IG Metall: „Die Pläne sind sehr sozialverträglich.“ So bietet Daimler an, 30 Mitarbeiter zu übernehmen. 39 weitere haben das Angebot von ThyssenKrupp, in eine Art Frührente zu gehen. Bis zum tatsächlichen Renteneintritt werden nach Angaben der IG Metall 80 Prozent des Nettogehaltes weiter gezahlt.

Die übrigen 81 Angestellten sollen bis spätestens zum 30. Juni Verträge für eine einjährige Übernahme in die Transfergesellschaft vorgelegt bekommen. Neben einer Abfindung soll es auch dort 80 Prozent des Nettogehaltes geben. In der Transfergesellschaft können sich die Arbeiter für neue Anschluss-Jobs qualifizieren. Der Betriebsrat bestätigte diese Angaben übrigens.

Einziger Kritikpunkt der IG Metall: Unter den 81 Kandidaten für die Transfergesellschaft gebe es mehrere Dutzend Angestellte im Alter zwischen Mitte 40 und Anfang 50 mit einer Behinderung. „Für die wird es auch nach der Weiterbildung in der Transfergesellschaft schwer, einen neuen Job zu finden. Da muss ThyssenKrupp alles tun, um diese Menschen vor einem Absturz in Harzt IV zu bewahren“, fordert Öztürk.

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