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Polizei glaubt nicht an Biker-Kultur des Satudarah MC Duisburg

Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

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Duisburg.   Medienwirksam fusionierten die Motorradclubs „Brotherhood Clown Town Duisburg“ und „Satudarah“. Der niederländische Club werde mit Prostitution und Drogenhandel in Verbindung gebracht. Fünf der zehn meistgesuchten Verbrecher Hollands sollen dem MC angehören.

Samstagnachmittag, bestes Motorradwetter. Auf dem Gelände des Motorrad-Clubs „Brotherhood Clown Town Duisburg“ steigt eine Party. Bierstand, Techno-Musik, am Verpflegungsstand hat sich eine Schlange gebildet. Rund 300 Männer in schwarz-gelben und mit einem Indianer-Motiv bestickten Kutten sind da. Gekommen sind sie mit Autos, Diesel, neueste Spritspar-Technologie. Aus Sicherheitsgründen hätten sie anstelle ihrer schweren Maschinen Autos genommen, sagen die Motorradfahrer. Die Sause an der Rheinhauser Friedrich-Ebert-Straße war mehr als ein Grillfest. Für Rocker wie für die Polizei.

Die Mitglieder des Clubs Satudarah aus den Niederlanden haben mit dem hiesigen, laut Polizei rund 20 Mitglieder starken, Club „Brotherhood Clown Town Duisburg“ fusioniert. Und das sehr medienwirksam per Pressekonferenz. Sieben muskulöse und tätowierte Männer wollen Rede und Antwort stehen. Zunächst ein Statement: Man begegne sich in Freundschaft. Es gehe bei der Zusammenführung – neuer Name: Satudarah MC Duisburg – nicht darum, sich geografisch über die niederländischen Grenzen hinaus auszubreiten. Man pflege die Biker-Kultur.

Was macht der Verein eigentlich? „Was macht ein Tennis-Club?“, so die Gegenfrage eines Mannes aus der Führungsriege, der seinen Namen nicht nannte. Ein Tennis-Club spielt Tennis, ein Motorrad-Club fährt Motorrad. Mit Gewalt und Kriminalität habe man nichts am Hut, man sei in den 22 Jahren des Bestehens nie bei Polizei und Gerichten aufgefallen.

Nach zehn Minuten ist die Pressekonferenz in dem weiß gestrichenen und eher kärglich eingerichteten Raum vorbei. Ein Name der Führungsriege sickert dann doch durch. Laut eines Mannes, der sich Baro nennt und ein T-Shirt trägt mit dem Aufdruck „Media-Team“, heißt der Chef von „Brotherhood Clown Town“ Ali Osmann. Die Nicht-MC-Mitglieder müssen das Gelände jetzt wieder verlassen, von Interviews mit Partygästen möge man bitte absehen, sagt Baro

Auf der anderen Seite des Zauns stehen Menschen, die die Aussagen der Rocker mehr als nur arg bezweifeln. „Bei Rocker-Clubs geht es um organisierte Kriminalität“, sagt Polizeisprecher Stefan Hausch. Sie hätten heute lediglich die Kutten getauscht und es gehe bei dem Club eben nicht um Grillwürste und Biker-Romantik. Der Club werde in den Niederlanden mit Prostitution, Drogenhandel und Gewaltverbrechen in Verbindung gebracht. Zudem sollen fünf der zehn meistgesuchten Verbrecher Hollands eben diesem Club angehören. Laut Polizei steht Satudarah den Bandidos nahe, wovon der Club selbst nichts wissen will. „Wir stehen zu niemandem, wir sind ein freier Club

Die Polizeipräsenz vor dem Club-Areal an der Friedrich-Ebert-Straße ist nur auf den ersten Blick wenig spürbar, die Zahl der Mannschaftswagen hält sich in Grenzen. „Genaue Zahlen nennen wir nicht, wir sind aber in ausreichender Stärke präsent“, sagt Hausch. Man müsse immer damit rechnen, das womöglich verfeindete Rocker hinzukämen. Die Party verlief ruhig. Und am Ende kamen sogar noch ein paar Motorradfahrer. Rund 40 Bandidos aus dem Ruhrgebiet statteten Satudarah MC Duisburg einen Besuch ab…

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