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Bürgerinitiative ist siegessicher

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Isselburg.   Befürworter des Stromberg-Standorts fahren schwere Geschütze gegenCDU und Grüne auf, die mit Halbwahrheiten argumentieren würden

Siegessicher ist die Bürgerinitiative Pro Stromberg. Zumindest vermittelt sie es. „Denen wird ihr Beschluss um die Ohren fliegen“, sagt etwa David Bill, der wie seine Mitstreiter vehement dagegen ist, dass das neue Feuerwehrgerätehaus in seiner Nachbarschaft an der Reeser Straße erbaut wird.

Die Initiatoren des Bürgerentscheids, der am Sonntag, 20. September, stattfindet, machen keinen Hehl daraus, dass sie zunächst die Sorge um ihr Eigentum angetrieben hat. Doch mittlerweile hat sich die Prämisse verschoben. Sie sehen sich einer Kampagne von CDU und Grünen ausgesetzt, die versuchen „den Bürgerentscheid zu stören“, wie es Hans-Josef Dahlen ausdrückt.

Zwei ehemalige Stadtdirektoren

Der Rechtsanwalt und ehemalige Stadtdirektor von Bocholt berät die Initiative in rechtlichen Fragen und fährt schweres Geschütz auf. Landrat Dr. Kai Zwicker (CDU) bezichtigt er der Untätigkeit. Isselburgs Bürgermeister Rudi Geukes (SPD) habe in vielfacher Hinsicht ein ganz trauriges Bild abgegeben und teilweise im Bezug auf Bürgerbegehren beziehungsweise Bürgerentscheid als Chef der Verwaltung am Rande der Legalität agiert. Und CDU und Grüne würden mit Unwahrheiten in ihren Aussagen nur so um sich werfen.

Eines seiner Beispiele: Die Christdemokraten haben in der Info-Broschüre geschrieben, dass es nicht lange dauern wird, „bis die Bezirksregierung Konsequenzen aus einem prognostizierten Erreichungsgrad von 42 Prozent („Reeser Straße“ 81% !!) bei der ersten Hilfsfrist von Isselburg einfordern wird“. Laut Dahlen grober Unfug. „Die Bezirksregierung hat nichts einzufordern“, sagt der Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet Verwaltungsrecht. „Das sind alles Szenarien, die den Stromberg schlecht machen sollen.“

Neben Dahlen hat die Bürgerinitiative einen weiteren ehemaligen Stadtdirektor auf ihrer Seite. Werner Geerißen bekleidete die Position in Isselburg bis 1994. Der Vehlinger kann also aus dem Nähkästchen plaudern, wenn er die Historie des Stromberg-Geländes beleuchtet. Die Quintessenz seiner Ausführungen: Wäre Isselburg in den frühen 90er-Jahren nicht in die Haushaltssicherung gerutscht, würde heute bereits ein Feuerwehrgerätehaus am Stromberg stehen.

Die Bürgerinitiative wirft den Befürwortern Reeser Straße vor, dass sie mit Halbwahrheiten agieren. Doch an einer Tatsache kommen auch sie nicht vorbei: Die Isselburger Feuerwehr hat sich eindeutig für die Reeser Straße positioniert. Warum eigentlich? Was vermuten die Stromberg-Aktivisten? Zunächst wollen sie nicht wirklich mit der Sprache raus. Doch dann wird eine Vermutung in den Raum gestellt. Der Stromberg ist zu nah an Anholt gelegen. Es könnte ein zentraler Ort für eine Feuerwehr werden, wenn die einzelnen Löschzüge der Stadt aufgelöst werden. Das Wort vom demografischen Wandel macht die Runde und teilweise fehlendem Nachwuchs bei den Wehrleuten.

Angst vor Millionengrab

Genau in diese Kerbe schlägt auch Geerißen, wenn er anmerkt, dass der neue Standort für mindestens die nächsten 50 Jahre gesucht wird. Da müsse man in die Zukunft schauen. Dies gelte auch bei der Tagesereichbarkeit der Wehrleute, wo es völlig unseriös sei, Prognosen für die Zukunft zu stellen.

Die Pro-Stromberg-Fraktion ist sich sicher, dass ihre Argumente die Isselburger überzeugen werden. Allein die Geschwindigkeit in der sie 1400 Unterschriften für das Bürgerbegehren gesammelt haben, macht ihnen Mut. Darüber hinaus pocht die Bürgerinitiative auch darauf, dass der Stromberg die deutlich günstigere Alternative ist. Michael Moldenhauer geht noch einen Schritt weiter: „Ich sehe den Standort Reeser Straße als Millionengrab“. Zum einen seien die Baukosten dort unkalkulierbar. Zum anderen stehe der Baubeginn in dem Landschaftsschutzgebiet in den Sternen.

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