Raubüberfall

Emmericher Penny-Räuber fährt Münzgeld im Einkaufswagen weg

Der Penny-Markt an der Nierenberger Straße in Emmerich wurde am Donnerstag gegen 21 Uhr überfallen.

Foto: Diana Roos

Der Penny-Markt an der Nierenberger Straße in Emmerich wurde am Donnerstag gegen 21 Uhr überfallen. Foto: Diana Roos

Emmerich.   Ein Mann bedrohte zwei angestellte Frauen des Discounters in Emmerich mit einer Schusswaffe. Er erbeutete Münzgeld. Der Täter trug keine Maske.

„Den beiden Frauen geht es gut.“ Immerhin, das wenige darf der Bereichsleiter sagen. Mehr nicht. Per Handy hat er bei der Konzernleitung nachgefragt, ob er Presseanfragen beantworten darf. Darf er nicht.

Die beiden Frauen, Angestellte des Penny-Marktes an der Nierenberger Straße, sind am Freitag, dem Tag nach dem Raubüberfall auf den Discounter, bei dem die Frauen mit einer Schusswaffe bedroht worden sind, nicht im Dienst. Natürlich nicht.

Kunden am Tag danach wussten von nichts

Morgens läuft das normale Freitagsgeschäft. Der Parkplatz ist gut gefüllt, der Laden auch. Die Kassiererin lächelt freundlich wie immer. Es gibt auch sonst keine Hinweise auf den Überfall am Vorabend. Die Kunden schütteln ungläubig den Kopf. „Nein, ich habe nichts gehört“, wird mehrfach gesagt.

Zu einer dramatischen Situation kam es am Donnerstagabend. Es ist gegen 21 Uhr, der Discounter will gerade schließen. Als eine 35 Jahre alte Angestellte den offenbar letzten Kunden, einen unbekannten Mann, auffordert, das Geschäft zu verlassen, bedroht dieser sie mit einer Schusswaffe.

Täter legte Rucksack und Korb in den Einkaufswagen

Eine weitere Angestellte, 30 Jahre alt, kommt hinzu. Der Täter fordert sie auf, den Tresor zu öffnen und ihm das darin befindliche Geld zu geben.

Die Angestellte packt mehrere Kleingeldrollen aus dem Tresor in einen vom Täter mitgebrachten Rucksack sowie in einen roten Einkaufskorb des Discounters.

Der Räuber legt Rucksack und Korb in einem Einkaufswagen am Ausgang des Marktes. Weiterhin droht der Mann mit der Waffe, fordert die 35-jährige Angestellte auf, ihn zum Parkplatz zu begleiten. Von dort lässt er die Frau zurück zum Supermarkt gehen. Er flüchtet derweil zu Fuß mit dem Einkaufswagen.

Den leeren Einkaufswagen findet die Polizei später in der Straße In de Stuwdos. Der Einkaufswagen steht am Ende dieser Sackgasse, unmittelbar am Beginn des dortigen schmalen Fußweges, der beidseitig von Hecken begrenzt ist und in den Osterweg mündet.

Das ist die Täterbeschreibung

„Vermutlich ist der Täter von dort nicht zu Fuß weiter geflüchtet“, schätzt Polizeisprecher Michael Ermers. Denn die Beute, Münzgeld in noch unbekannter Höhe, muss ein beträchtliches Gewicht gehabt haben.

Der Täter war zur Tatzeit nicht maskiert, hatte ein südländisches Aussehen und sprach akzentfrei Deutsch. Er war etwa 35 Jahre alt, zirka 1,70 Meter groß und hatte ein rundliches Gesicht. Der Täter hatte dunkle Haare, braune Augen, gezupfte Augenbrauen und einen Drei-Tage-Bart. Bekleidet war er mit einer schwarzen Wollmütze, einer schwarz-braunen Jacke, deren Kapuze er noch über der Mütze trug, einer blauen Jeanshose sowie dunklen Sicherheitsschuhen. Sein Rucksack hatte eine Tarnfarbe und einen Bauchgurt. Die Schusswaffe war vermutlich ein schwarzer Revolver.

Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Kalkar, 02824/880.

Erst im Mai vergangenen Jahres hatten zwei maskierte Täter den Emmericher Discounter an der Nierenberger Straße überfallen, eine Mitarbeiterin gefesselt und geknebelt und ihr eine Pistole an den Kopf gehalten. Das Duo erbeutete Geld aus einem Tresor

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