Betuwe

Wird Eltener Viadukt zum Zankapfel?

Die Bahn-Pläne am Viadukt stoßen der Stadt auf. Die Bahn möchte das alte Bauwerk belassen und vorne und hinten für das 3. Gleis und die B 8n anbauen. Ohne Rad- und Gehweg. Damit werde der Sicherheit nicht ausreichend Rechnung getragen, so die Stadt. Außerdem würde eine künftige Erneuerung des jetzigen Bauwerks sehr teuer, weil man kaum ran käme.

Foto: NRZ

Die Bahn-Pläne am Viadukt stoßen der Stadt auf. Die Bahn möchte das alte Bauwerk belassen und vorne und hinten für das 3. Gleis und die B 8n anbauen. Ohne Rad- und Gehweg. Damit werde der Sicherheit nicht ausreichend Rechnung getragen, so die Stadt. Außerdem würde eine künftige Erneuerung des jetzigen Bauwerks sehr teuer, weil man kaum ran käme. Foto: NRZ

Elten/Hüthum.   Am Mittwoch im Ortsausschuss Elten: die Betuwe-Stellungnahme der Stadt zum Planfeststellungsverfahren 3.5. Im Entwurf kritisiert die Stadt die von der Bahn geplante 35 Meter lange Unterführung ohne Rad- und Fußweg. Der alte Viadukt soll an beiden Seiten erweitert werden.

Die Stadt hat den Entwurf ihrer Stellungnahme zum Planfeststellungsabschnitt 3.5 Elten-Hüthum erarbeitet. Diese wird am Mittwoch erstmals in der Politik diskutiert, nämlich beim Debüt des Eltener Ortsausschusses um 17 Uhr in der Luitgardisschule. Tenor: Die Bahn-Pläne stellten keine zufriedenstellende, zukunfts-orientierte Planung dar. „Vielmehr wird versucht, mittels konventioneller Lösungen zu einem kostengünstigen Ausbau der Strecke zu gelangen.“

In 18 Jahren ist der Bauzustand des Viadukts „ungenügend“

Bekanntlich wurde mit der Bahn in vielen Punkten Konsens erzielt. Allein schon, um keinen Kostenkollaps für Emmerich zu riskieren. Kostenneutral bleibt der teure Ausbau für die Stadt nur, bei einem Konsens mit der DB.

Dennoch bringt die Stadt gute Argumente vor, warum die bisherige Planung der Stadt an einigen Stellen so nicht akzeptiert werden könne. Der größte Zankapfel könnte dabei die Planung am Viadukt werden. An der uralten Unterführung (ca. von 1855) an der B 8 in Elten soll an beiden Seiten angebaut werden. Im Süden für das 3. Gleis, im Norden für die B 8n, die sich dann bekanntlich ihren Weg durch den Bergfuß schlagen soll.

Laut Bauwerksprüfung ist der Viadukt schon jetzt baulich in einem „nicht ausreichendem Zustand“. In 18 Jahren in einem „ungenügendem Zustand“. Baut die Bahn am Viadukt auch noch an, stellt es sozusagen zu, wird eine erforderliche Erneuerung sehr teuer. Ferner entstünde ein Gesamttunnel von über 35 Metern – ohne Rad- und Fußweg. Dies entspreche nicht der Entwurfsklasse für Landesstraßen. Die Stadt fordert ein neues Gesamtbauwerk inklusive der sicheren Rad- und Fußwege. Außerdem fehle ein von der EU vorgeschriebenes Sicherheitsaudit um Sicherheitsdefizite zu ermitteln.

DB Netz AG hat Haltepunkt Elten nicht im Plan

Erstaunlich sind Aussagen zum geplanten Bahnhaltepunkt Elten. Dieser ist nicht Gegenstand des aktuellen Planfeststellungsverfahrens der DB Netz AG. Dennoch muss der Haltepunkt berücksichtigt werden, um künftigen Planungen nicht schon einen Riegel vorzuschieben. Doch DB Netz plant ihn nicht ein. Bisher. Die Stadt argumentiert, dass sie sich mit dem VRR und dem NRW-Verkehrsministerium seit Jahren für den Haltepunkt einsetze. Die DB Netz AG möge sich mit der DB Station & Service absprechen. Die Stadt erinnert an die 2013 geschlossene Vereinbarung mit Abelio, die RB 35 ab Dezember 2016 wieder bis Arnheim fahren zu lassen sowie den Haltepunkt Elten 2017 zu realisieren. Die Planungen dafür scheinen weit vorangeschritten. Eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land NRW, dem VRR und der DB Station & Service soll bald unterzeichnet werden. Auch die Niederländer planen mit dem Haltepunkt, an der Grenze entsteht ja der Freizeitpark Carvium Novum.

Radweg Lobither Straße auf der falschen Zeit

Am Bahnübergang Lobither Straße herrscht zwar Konsens, aber die Stadt sieht Korrekturbedarf. Die Straße wird künftig unter einer Eisenbahnüberführung hergeführt, mit einem Rad- und Gehweg im Süden. Allerdings hat Straßen NRW für einen Antrag der Stadt grünes Licht gegeben, im Rahmen des Programms „Radwegebau an bestehenden Landstraßen“ einen Radweg zu bauen. Die Umsetzung steht zwar noch aus, aber die Stadt hat im Norden schon entsprechende Flächen erworben. Bliebe die Bahn bei der Süd-Lösung, müssten Radfahrer die Landstraße künftig unnötig queren.

Ähnliche Sorgen wie beim Viadukt gibt’s am Moddeich in Hüthum. Hier gibt es ein Unterführung, die landwirtschaftliche Fahrzeuge nutzen. Auch uralt (1856), auch hier hat die Bahn Anbau-Visionen. Die Stadt moniert eine maximale Durchfahrtshöhe von 3,20 Metern, mit der moderne landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht klar kämen. Die Bauern müssten über die B 8 ausweichen, was nicht im Sinne des Gesetzgebers wäre. Die Stadt sieht einen Neubau mit einer Durchfahrt bis 4,50 Meter als erforderlich.

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