Schule

Essener Lehrer wollen Abitur nach 13 Jahren

Schulleiterin Ursula Alsleben. Foto: Katrin Bölstler

Foto: WAZ FotoPool

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Essen. Die Lehrerkonferenz des Gymnasiums Borbeck mit einer deutlichen Mehrheit dafür ausgesprochen, zum Abitur nach 13 Jahren zurückzukehren. Der Schulversuch des Landes biete die Chance, die Schüler stärker als bisher zu fördern.

Die Lehrerkonferenz des Gymnasiums Borbeck an der Prinzenstraße hat sich am Mittwoch nach langer, kontrovers geführter Diskussion, am Ende aber mit einer deutlichen Mehrheit für die Teilnahme am Schulversuch des Landes ausgesprochen, um damit zum Abitur nach 13 Jahren zurückzukehren. Die Pädagogen folgten dabei vor allem dem Argument, mit dem Schulversuch das Profil des Gymnasiums schärfen zu wollen. Auch biete der Schulversuch die Chance, die Schüler stärker als bisher zu fördern, ihnen mehr Zeit zum Üben zu geben. Sollte die Schulkonferenz, die sich am 15. November mit dem Thema beschäftigen wird, dem klaren Votum der Lehrerschaft folgen, Stadt und Land dem Antrag ebenfalls zustimmen, könnte das Gymnasium Borbeck im kommenden Sommer den ersten Jahrgang für das Abitur nach 13 Jahren aufnehmen. Eltern von Viertklässlern könnten sich dann bei den Anmeldeterminen im Februar für das „G 9 neu“ entscheiden.

Alleinstellungsmerkmal in Essen

Für die übrigen Schüler würde sich nichts ändern. Mit dem Schulversuch wäre allerdings keine Rückkehr zum alten Abitur verbunden. Das „G 9 neu“ ist vielmehr eine modifizierte Variante des heute an allen Gymnasien praktizierten verkürzten G 8-Abiturs, da viele der von Eltern und Schüler am „Turbo-Abi“ kritisierten Vorgaben (z.B. zweite Fremdsprache ab Klasse 6, Wochenstundenzahl) im Schulgesetz von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung festgeschrieben wurden. Ob das Gymnasium Borbeck als einzige Essener Schule das „G 9 neu“ einführen wird, hängt zunächst aber vom Votum der Schulkonferenz ab, wie Schulleiterin Ursula Alsleben betonte. „Und nur wenn dort die Abstimmung und die Einstellung zum Schulversuch ähnlich deutlich ausfallen wie in der Lehrerkonferenz, werden wir auch wirklich den Antrag stellen.“ Die Schule müsse als Ganzes hinter dem Schulversuch stehen, „nur dann kann es laufen“.

Das Gymnasium Borbeck hätte mit dem Abitur nach 13 Jahren ein Alleinstellungsmerkmal in Essen: Keines der anderen 15 städtischen und vier privaten Gymnasien will einen Antrag stellen – trotz aller zum Teil deutlicher Kritik am verkürzten G 8-Abitur.

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