Stadtplanung

Neue Ideen für Klever Minoritenplatz

Bau-Idee für den Minoritenplatz.Rechts das langgestreckte Gebäude ist das Rathaus. Vorn das Wasserbecken würde verlängert.

Foto: NRZ

Bau-Idee für den Minoritenplatz.Rechts das langgestreckte Gebäude ist das Rathaus. Vorn das Wasserbecken würde verlängert. Foto: NRZ

Kleve.   Die Architekten Hülsmann, Thieme und Voss machen einen neuen Vorschlag für die Bebauung des Minoritenplatzes. Die Wallgrabenzone solle stärker betont werden

Für Friedhelm Hülsmann, Christian Thieme und Ekkehard Voss war es eine Wohltat, frei und ohne Zwänge eine Gestaltung für den Minoritenplatz zu überlegen. „Wir haben keinen Investor im Rücken, wir nehmen an keinem Wettbewerb teil. Das ist sehr befreiend“, sagte Friedhelm Hülsmann am Mittwochabend im Audimax der Hochschule Rhein-Waal. Gemeinsam mit seinen Kollegen stellte er einen neuen Entwurf für das Eingangstor zur Stadt Kleve vor: „Eigentlich kommt der Entwurf aus der Bevölkerung“, sagt Hülsmann. Denn man habe sich intensiv mit der Kritik und den Ideen der vergangenen Jahre auseinander gesetzt.

Das Architektentrio stellt sich für den Minoritenplatz eine deutlich kleinteiligere Bebauung vor als es die Sontowski-Pläne vorsahen. Sie denken an fünf Gebäude, die sich in einer Nord-Süd-Richtung an dem bestehenden Hotel und dem neuen Volksbankgebäude orientieren. Die Gebäude sollen zur Wallgrabenzone hin offen sein und selbst kleine Höfe bilden: „Wir dürfen hier ruhig von Minoritenhöfen sprechen“, sagt Ekkehard Voss. Eine Assoziierung zu den Höfen anderer Großstädte sei durchaus gewollt. „Wir wünschen uns belebte Höfe, mit kleinen Gewerbeflächen“, so Hülsmann.

Sehr wichtig für das Konzept sei ein breiter Grünstreifen entlang der Hafenstraße. Hülsmann spricht von einem „Wallgrabenpark“, der eine Sichtachse vom Haus Koekkoek zum Spoykanal betonen soll.

Weniger Gewerbe

Ein breiter Wasserlauf soll diesen Charakter noch verstärken und für die Bebauung auch einen Abschluss bilden. Die Achse zwischen Haus Koekkoek und Spoykanal sei eine der wichtigsten Vorgaben für die weitere Gestaltung des Platzes. „Die Wallgrabenzone kann die Aufenthaltsqualität in der Stadt enorm erhöhen“, sagte Hülsmann.

Der jetzige Parkplatz soll künftig durchaus dicht bebaut werden. Dies sei altstadttypisch, obwohl es an dieser Stelle nie eine Altstadt gegeben habe: „Wir wollen daher auch keine historisierende Architektur“, sagt Voss. „Es muss etwas Modernes sein.“ Die Dimension der Gebäude dürfe auf keinen Fall das Rathaus übertreffen. Man sollte sich auch in der Bauhöhe dem städtischen Gebäude unterordnen. „Was man auf jeden Fall vermeiden muss, ist Monotonie“, betont Voss. Daher sei es auch sehr wichtig, in einem späteren Bebauungsplan genaue Vorgaben für die Architektur zu machen. Die Qualität der Architektur sei enorm wichtig und dies könne man im Bebauungsplan zum Teil auch vorgeben.

Zwei Knackpunkte des Konzeptes seien die Entwicklung einer gemeinsamen Tiefgarage mit einer einzigen Zufahrt über die Volksbank sowie die deutliche Verkleinerung der Gewerbeflächen, um dafür mehr Raum für Wohnflächen zu gewinnen: „Das bedeutet für die Stadt, dass sie das Grundstück für deutlich weniger Geld verkaufen müsste, da man mit Wohnflächen weniger Geld verdienen kann als mit Gewerbeflächen“, sagte Hülsmann. In diesem Sinne müsse die Stadt „sehr mutig sein“, wenn sie dieses Konzept umsetzen wolle.

Um aus der Idee Wirklichkeit werden zu lassen, regen die Architekten an, eine Projektgesellschaft zu gründen, die die Bebauung entwickelt, plant und realisiert und auch die Interessen von privaten und institutionellen Investoren bündelt. „Die wichtigste Voraussetzung ist die Reihenfolge des Verfahrens zur Umsetzung des Minoritenplatzes. Die Stadt gibt die Bebauung vor. Die Investoren prüfen und richten sich dann nach den Vorgaben“, so Hülsmann.

Stadt gibt Linie vor

Baudezernent Jürgen Rauer sagte abschließend, dass die Stadtverwaltung im kommenden Jahr gemeinsam mit dem Rat weitere Veranstaltungen zu diesem Thema organisieren werde. „Wir werden das Gespräch mit der Bürgerschaft suchen und wollen etwas erarbeiten, das hoffentlich vom Großteil der Bevölkerung getragen wird.“

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