Innenstadt Moers

Trödel in Zeiten des Terrors: Das Interesse ist ungebrochen

Durchwachsenes Wetter, guter Besuch: Der erste Trödelmarkt des Jahres zog weit über tausend Besucher an.

Foto: Christoph Karl Banski

Durchwachsenes Wetter, guter Besuch: Der erste Trödelmarkt des Jahres zog weit über tausend Besucher an. Foto: Christoph Karl Banski

Moers.   Erstmals sorgen Betonpoller für zusätzliche Sicherheit beim Trödelmarkt. Das Interesse an den alten Schätzen auf dem Markt bleibt ungebrochen.

Zwar waren die Temperaturen nicht gerade frühlingshaft, doch dem trotzten die zahlreichen Trödler und Bummler am Sonntag beim ersten großen Trödelmarkt in diesem Jahr in der Moerser Innenstadt.

Rund 300 Stände lockten mit allerlei alten Schätzen auf der Stein-, Neu- und Kirchstraße und eröffneten damit inoffiziell den Frühling. Wie jedes Jahr findet an vier Sonntagen im Jahr der Trödelmarkt statt, für den sich Trödelfans bereits lange im Voraus bewerben müssen.

Es herrscht Gelassenheit bei den Besuchern

Neu dieses Jahr: Nach Weihnachtsmarkt und Nelkensamstagszug sollte nun auch der Trödelmarkt terrorsicher gemacht werden. So plante Michael Birr, Geschäftsführer von MoersMarketing und Veranstalter des Marktes, unter anderem Betonpoller im Bereich des Neumarkts aufzustellen, um so ein sicheres Trödeln zu garantieren.

„Ich habe keine Angst“, versichert Petra Auerbach aus Moers, die sich mit ihrer Freundin Ingrid Wittich einen Stand am Altmarkt teilte.

Die Terror-Abwehr ist ein Gesprächsthema

Die beiden Frauen haben Spaß am trödeln und lassen sich diesen auch nicht durch die gegenwärtige Terrorangst nehmen. „Das wird hier alles überbewertet“, erklärt Auerbach. Und auch Wittich sieht dem gelassen entgegen. „Ich würde mich nicht sicherer fühlen, wenn hier Betonpoller stehen würden.“

Vom Königlichen Hof bis zur Unterwallstraße zog sich der Trödelmarkt, doch weder an dem einen, noch an dem anderen Ende fand man tatsächlich Maßnahmen zur Terrorverhinderung. „Wir haben uns da auch eben drüber unterhalten“, erzählte Manfred Lehmann, der den Sonntag nutze, um ein bisschen über den Trödelmarkt zu schlendern. Er habe auch gelesen, dass etwas aufgestellt werden sollte, entdeckt habe er allerdings nichts. „Ich fühle mich nicht unsicher“, erklärt der Neukirchen-Vluyner.

Im Mai geht es schon weiter mit dem Trödeln

Festgestellt habe er allerdings, dass die Stände am Ende der Neustraße dieses Jahr nicht da sind. „Vielleicht hat das ja etwas damit zu tun“, vermutet er. Auch Angelika Wochnick fühlt sich trotz ihres Standes direkt am Kö nicht in Gefahr. Sie habe ebenfalls von der Planung der Betonpoller gelesen, habe allerdings nicht weiter darüber nachgedacht. „Wie viele müssten man denn hier aufstellen? Wenn sie wollen, kommen sie überall rein.“

Die Moerserin hat keine Angst und genießt ihren Trödelsonntag, wie all’ die anderen zahlreichen Besucher. Weitere Termine für den Trödelmarkt sind der 14. Mai, der 16. Juli und der 24. September.

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