E-Zigarette

E-Zigaretten-Händler schließt Geschäft wegen NRW-Politik

Qualmen wie die Echten: Der Laden für Elektrozigaretten auf der Schloßstraße musste schließen.

Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Qualmen wie die Echten: Der Laden für Elektrozigaretten auf der Schloßstraße musste schließen. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim.  Rainer Schmitz und David van Düren geben auf. Sie haben ihr Geschäft "Elerette", in dem sie mit E-Zigaretten und Liquids gehandelt haben, geschlossen und das Schaufenster wie eine Traueranzeige dekoriert. Gedacht ist es als Anklage in Richtung der NRW-Gesundheitsministerin.

Ein schwarzes Kreuz ziert das Plakat, das im Schaufenster an der Schloßstraße 1 hängt. Was wie eine Traueranzeige daher kommt, ist die Information, dass das Geschäft „Elerette“, im dem E-Zigaretten und Liquids verkauft wurden, geschlossen ist. Vor allem jedoch ist es eine öffentliche Anklage und Schuldzuweisung Richtung NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens.

„Dieser Store ist Opfer von Ministerin Barbara Steffens“ steht in Rot auf den Plakaten. Auch die Medien, prangern die Elerette-Inhaber Rainer Schmitz und David van Düren an, hätten „häufig Neutralität und Ausgewogenheit vermissen“ lassen. All das, so der Vorwurf, hätte zur Aufgabe der Filiale geführt.

Das Geschäft schloss zum 4. April

Tatsächlich ist die Chronik des Geschäfts mit der politischen verknüpft: Am 16. Dezember gibt Barbara Steffens den Erlass aus, E-Zigaretten als Medikament einzustufen. Der Verkauf ist damit illegal. Dennoch entscheiden van Düren und Schmitz, einen weiteren Laden in Mülheim zu eröffnen: „Wir haben nicht geglaubt, dass der Erlass umgesetzt wurde – und letztlich war es auch so.“

Das Verwaltungsgericht Köln entschied am 2. April, dass E-Zigaretten keine zulassungsbedürftigen Arznei-, sondern Genussmittel sind. Zu spät: „Elerette“ schloss zum 4. April. 20 Festangestellte mussten die Geschäftsführer entlassen, nur drei Mitarbeiter blieben.

Probleme in Mülheim besonders schlimm

Die drei anderen Elerette-Filialen in Duisburg, Krefeld und Neuss bleiben. „Probleme“, sagt Schmitz, „gab es überall, aber Mülheim war besonders schlimm.“ Denn nur hier hätte die Amtsapothekerin den Erlass umgesetzt und den Verkauf verboten.

Dass auch die Lage an der Schloßstraße, die viele Leerstände zu verzeichnen hat, ein Grund für fehlenden Umsatz war, glaubt Schmitz nicht und zieht Vergleiche zu den anderen Standorten in Einkaufszentren und der Krefelder City: „Mülheim war der Laden, der vor der Tür die höchste Fußgängerfrequenz hatte. Aber die Leute gucken nicht links und rechts. Die wollen nur zum Forum hin oder vom Forum weg.“

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