Fußball-WM

Alles für die schwarzen Sterne

Tina Opare-Koranteng vor ihrem afrikanischen Imbiss. Bild :Jakob Studnar

Tina Opare-Koranteng vor ihrem afrikanischen Imbiss. Bild :Jakob Studnar

Oberhausen. Im afrikanischen Imbiss von Tina Opare an der Marktstraße werden am Mittwoch kräftig die Daumen für Ghana gedrückt.

Ob zu einem zünftigen Fußballabend immer unbedingt Bier und Bratwurst dazugehören müssen? Nix gegen die Kombination aus Ballsport, Fleischkonsum und Gerstensaft, aber Tina Opares Vorstellungen sind da doch ein klein wenig anders als die der meisten Fußball-Fans in hiesigen Gefilden: Das Bier sollte schon ein Guinness sein, und statt Schwein im Schlauch wäre ein scharf gewürzter Rindfleisch-Spieß, großzügig bestreut mit Erdnuss-Zwiebel-Pulver, die Ballspeise der Wahl.

Afrika hält
fest zusammen

Und was das Ergebnis des Fußball-WM-Matches zwischen Ghana und Deutschland betrifft, hat Frau Opare auch so ihre eigenen Vorstellungen, die momentan vielleicht nicht unbedingt mehrheitsfähig erscheinen: „Natürlich gewinnt Ghana“, platzt es aus der Inhaberin des afrikanischen Imbisses „Akwaaba“ an der Marktstraße heraus.

Die aus Ghana stammende Köchin hat zwar einen deutschen Pass, doch darum schlagen noch lange nicht zwei Herzen in ihrer Brust: „Es muss im Sport eben einen Gewinner geben. Und wenn eines der beiden Teams nach der Vorrunde nach Hause fliegen muss, dann soll das nicht Ghana sein.“

Erst kommen eben die „Black Stars“, wie Ghanas Nationalteam heißt, und dann erst mal lange Zeit nichts. Und dann? Zählt die innerafrikanische Solidarität, erklärt Tina Opare. „Ganz Afrika hält da fest zusammen“, erklärt die Köchin. Nachbarzwistigkeiten à la Deutschland – Holland oder Brasilien – Argentinien seien auf dem schwarzen Kontinent unbekannt. „Wir unterstützen uns immer gegenseitig“, sagt Tina Opare mit einem Lächeln. Vor ihrem kleinen Imbiss an der Marktstraße wehen schließlich auch die Fahnen der afrikanischen Teilnehmerländer und einiger anderer mehr einträchtig im Wind.

Dass die Resultate der afrikanischen Teams bisher nicht gerade berauschend waren, passt der afrikanischen Köchin zwar nicht, wichtiger ist aber etwas ganz anderes: „Wir freuen uns einfach, dass die Fußball-Weltmeisterschaft überhaupt in Afrika stattfindet.“ Und das will natürlich ordentlich gefeiert werden: Heute Abend werden wieder lauter Freunde und Bekannte die Bänke in dem kleinen Imbiss an der Marktstraße besetzen.

Tina Opare wird wieder ihre Rindfleischspieße mit dem Erdnuss-Zwiebel-Pulver bestreuen und ihren Gästen servieren. Und die werden die Schärfe wieder mit ein paar kräftigen Schlucken Guinness hinunterspülen. Und gemeinsam werden sie alle – ganz gleich ob sie aus Ghana, Nigeria oder woher auch immer in Afrika kommen – den „Black Stars“ kräftig die Daumen drücken. Die Fußball-Partys im Akwaaba sollen schließlich weitergehen.

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