Chemie-Unfall

Säuretank in Oberhausen nach Chemie-Unfall leergepumpt

In einem Chemiebetrieb in Oberhausen ist Schwefelsäure ausgetreten.

Foto: Foto: Rene Anhuth / ANC-NEWS

In einem Chemiebetrieb in Oberhausen ist Schwefelsäure ausgetreten. Foto: Foto: Rene Anhuth / ANC-NEWS

Oberhausen.   Nach dem Chemie-Unfall in Oberhausen kämpfte die Feuerwehr auch am Freitag noch mit den Folgen. Es laufen Ermittlungen wegen Körperverletzung.

Um 16.15 Uhr hieß am Freitag es endlich: Entwarnung. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Feuerwehreinsatz an der Buschhausener Straße offiziell beendet, wo am Donnerstag bei einem Chemieunfall ein Säuretank geborsten war und sich durch eine Reaktion von Schwefel- mit Salzsäure eine beachtliche Rauchwolke gebildet hatte. Rund 560 Tonnen des gefährlichen Säuregemischs fasste der Tank - entsprechend lange dauerten die Arbeiten.

Die Buschhausener Straße musste auch nach dem Ende des Feuerwehreinsatzes noch bis in den Abend gesperrt bleiben: Polizei und die betroffene Chemiefirma Hamm hatten noch Restarbeiten zu erledigen, so Stadtsprecher Uwe Spee am Freitagnachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Spezialpumpen im Einsatz

Nach Chemieunfall zieht Giftwolke über Oberhausen

Weil Arbeiter eines Chemiebetriebs versehentlich Salzsäure in einen Schwefelsäure-Tank kippten, bildete sich eine giftige Wolke.

Video: Nach Chemie-Unfall zieht eine Giftwolke über Oberhausen

Zu Anfang sei das Gemisch mit den dort eingebauten Pumpen aus dem Tank umgefüllt worden - doch dieses Vorgehen sei bei den verbleibenden Tonnen des Säuregemischs ab einem bestimmten Punkt nicht mehr möglich gewesen, so die Feuerwehr. Die Oberhausener Beamten und Spezialisten der Werkfeuerwehren mussten deshalb am Freitag auch mobile Pumpen einsetzen.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung

Nach dem Unfall hat die Wasserschutzpolizei Duisburg den Fall inzwischen übernommen. Ermittelt werde wegen fahrlässiger Körperverletzung, sagte eine Sprecherin am Freitag. Geprüft werde auch, ob umweltrechtliche Verstöße vorliegen. Die Zahl der Tatverdächtigen sei noch unklar. Vernehmungen von Schiffsbesatzung, Hafenmeister und Angehörigen des Chemikalienhändlers dauerten noch an.

Ursache des Unfalls war der Fehler von Mitarbeitern: Bei einer Schiffsverladung war Salzsäure in einen Tank für Schwefelsäure gefüllt worden. Dies verursachte eine chemische Reaktion zwischen den beiden Stoffen. Dadurch war der Tank am Donnerstagmorgen geborsten, die Säure konnte so aus dem Tank auslaufen. Eine Säurewolke zog über Oberhausen.

Bei dem Einsatz am Donnerstag wurde auch ein Feuerwehrmann verletzt, er klagte über Augenreizungen. Ein Mitarbeiter der benachbarten Wirtschaftsbetriebe Oberhausen wurde für zwei Tage krank geschrieben, ein zweiter ist in ärztlicher Behandlung. (red, mit dpa)

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