Verkaufsoffener Sonntag

Harte Regeln für Sterkrader Geschäftsleute

Das Spiel- und Sportwochenende lockt regelmäßig etliche Besucher in die Sterkrader Innenstadt.

Foto: Kerstin Bögeholz

Das Spiel- und Sportwochenende lockt regelmäßig etliche Besucher in die Sterkrader Innenstadt. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Das Spiel- und Sportwochenende Ende April zieht Tausende an. Doch diesmal dürfen Läden auf der einen Straßenseite öffnen, auf der anderen nicht.

Der Verdi-Kampf gegen verkaufsoffene Sonntage sorgt nun auch für Einschränkungen beim Sterkrader Spiel- und Sportwochenende am 29. und 30. April. Weil die Regeln in diesem Jahr besonders streng ausgelegt werden, darf nur ein Teil der Kaufleute seine Geschäfte öffnen. Andere Läden müssen dagegen geschlossen bleiben. Das betrifft unter anderem auch das Einkaufszentrum Sterkrader Tor.

Das liege am in diesem Jahr „extrem eng gefassten räumlichen Bezug zur Veranstaltung“, erläutert Robbie Schlagböhmer, Vorsitzender der Sterkrader Interessengemeinschaft (Stig). „Nur Ladenlokale, die in unmittelbarer Nähe zur Veranstaltung liegen, dürfen öffnen.“

Und das hat mitunter kuriose Folgen: Während das Geschäft Betten Ortmann an der Steinbrinkstraße Waren verkaufen darf, muss Küchen Horstmann auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschlossen bleiben. Geschäftsführer Mario Behmer ist darüber gar nicht glücklich, „aber wir finden uns damit ab.“ Er hätte sich am Spiel- und Sportwochenende mit einer thematisch passenden Aktion beteiligen müssen, um die Erlaubnis zur Öffnung zu bekommen. Aber ein Solo-Stand abseits des eigentlichen Geschehens? Das wollte der Geschäftsmann nicht.

Hintergrund der strengen Regeln sind die Klagen, die die Gewerkschaft Verdi in jüngster Vergangenheit angestrebt hat, um verkaufsoffene Sonntage zu kippen. In Oberhausen zuletzt betroffen war das Frühlingsfest in der City, das Ende März hätte stattfinden sollen. Die Stadt hat das Fest abgesagt. Nur vier Termine für verkaufsoffene Sonntage sind Oberhausen für das laufende Jahr geblieben.

Größte Verlierer sind die Vereine

Deshalb ist Robbie Schlagböhmer auch froh, dass der verkaufsoffene Sonntag zum Spiel- und Sportwochenende überhaupt stattfinden darf. Dass aber nicht alle der rund 340 Geschäfte in der Sterkrader Innenstadt öffnen dürfen, hält er für eine „große Herausforderung.“ Denn es seien die Kaufleute, die das Spiel- und Sportwochenende erst ermöglichen. Sie unterstützen die Veranstaltung finanziell. Ohne diese Unterstützung würde das zweitägige Familienfest deutlich kleiner ausfallen oder sogar ganz ins Wasser fallen. Dass dann Geschäfte nicht öffnen dürfen, obwohl sie es gerne würden, sei „tragisch“, sagt Schlagböhmer.

Größte Verlierer wären in Zukunft, sollte sich die Situation weiter verschärfen, die Vereine. „Denn um die geht es doch eigentlich“, erklärt Schlagböhmer. „Sie können sich hier präsentieren und um Mitglieder werben; sie erfahren Wertschätzung, das Ehrenamt wird gefördert.“ Und das sollte man doch auch weiterhin unterstützen.

>>>INFO: Stadt legt Bereiche für Sonntagsöffnung fest

Welche Geschäfte öffnen dürfen und welche nicht, hat die Stadt in einem Amtsblatt veröffentlicht. Dort gibt es Angaben, welche Bereiche von den Einschränkungen betroffen sind.

Freigegeben für den verkaufsoffenen Sonntag: Arnold-Rademacher-Platz, Bahnhofstraße 2-66, Brandenburger Straße 1-7, Finanzstraße 1-8, Großer und Kleiner Markt, Klosterstraße, Martha-Schneider-Bürger-Platz, Ramgestraße 1-9, Steinbrinkstraße 187-247, Zilianplatz

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