500 Jahre reformation

Kinder in Holten trotzen dem Regen

Wegen des Regenwetters musste sich die Kinderveranstaltung zum Lutherjahr auf den großen Saal des Kastells Holten beschränken. Aber auch dort fanden die Teilnehmer reichlich Abwechslung.

Foto: Fabian Strauch

Wegen des Regenwetters musste sich die Kinderveranstaltung zum Lutherjahr auf den großen Saal des Kastells Holten beschränken. Aber auch dort fanden die Teilnehmer reichlich Abwechslung. Foto: Fabian Strauch

oberhausen.   Wegen des Regens musste die Kinderveranstaltung zum Lutherjahr mit dem großen Saal des Kastells Holten vorliebnehmen.

Rund zehn Veranstaltungen zum Lutherjahr, zu 500 Jahren Reformation, hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Holten-Sterkrade 2017 vorgenommen. Ei­ne davon war Samstag und Sonntag für Kinder gedacht: „Leben wie zu Luthers Zeiten“ hieß es am Samstagnachmittag am Kastell Holten. Und mit 94 teilnehmenden Kindern von acht bis zwölf Jahren wurden die Erwartungen der drei Jugendleiter Sylke Kruse, Rainer Keller und Werner Lantermann bei wei­tem übertroffen.

Statt 40 waren 94 Kinder dabei

Nur spielte das Wetter leider nicht mit, so dass auf Außenaktivitäten weitgehend verzichtet wurde. „Wir haben anfangs mit 40 Kindern geplant“, gestand Lantermann. Folglich musste Rainer Keller mehr Suppe und Eintopf vorkochen, um die Gäste zu verköstigen.

Die teilten sich in zehn kleinere Gruppen auf und betätigten sich damit reihum an den verschiedenen Tischen im großen Saal des Kastells. Nur der Grill konnte schlecht nach drinnen verlegt werden. 20 ehrenamtliche Helfer, Eltern und Jugendliche, machten sich insgesamt nützlich.

Da ließen es sich die meisten Mädchen nicht nehmen, sich von einer Friseurin schminken zu lassen. Am Nebentisch wurden kleine Becherhalter aus Korbmaterial geflochten. Sylke Kruse erstellte mit den Kindern Geldbeutel, wie man sie vor 500 Jahren bei sich trug. Und vor allem Jungen waren interessiert bei der Sache, als es galt, aus Pappe die vorbereiteten Teile von Visieren für Ritterhelme auszuschneiden. Dafür kamen am Tisch nebenan Mädchen mit langen Haaren zum Zuge. Michelle (16) flocht ihnen Wollfäden darin zu bunten Zöpfen. „Man kann den Zopf bis zu einen Monat lang tragen“, erklärte sie den Mädchen.

Für etwa die Hälfte der Kinder sollte die Veranstaltung erst am Sonntag, nach dem Frühstück im benachbarten evangelischen Jugendheim, enden. „Ich bin in der Jugendgruppe und hab’ meinen Bruder eingeladen. Wir übernachten heute hier“, erklärte Nik. Der Siebenjährige war mit seinem Zwillingsbruder Tim dabei.

Die beiden hatten sich gerade ei­ne frisch gebackene Waffel schmecken lassen, als plötzlich ein leibhaftiger Ritter, ein riesiger bärtiger Mann in einem Kettenhemd, mit Helm auf dem Kopf und zwei Äxten in Händen, den Raum betrat. Den mussten sich auch die Zwillinge mal genauer anschauen.

Werner Lantermann selbst stellte mit den Kindern Ritterwappen auf vorbereiteten Holztafeln her. „Ich male einen Vampir“, erklärte Leonie (6), die dabei mit dem Pin­sel alle möglichen Farben ausprobierte. Ihre ebenfalls geschminkte Tischnachbarin Jasmin (10) hatte es auf ihrem Brett bei einer einzigen Farbe, Orange, belassen. „Ich habe eine Pfote darauf gemalt“, erklärte sie. Für kurze Zeit wurde es an ihrem Tisch laut. Werner Lantermann sägte Holz für die Haltegriffe der Ritterwappen zurecht.

Bogenschießen in der Turnhalle

Mit ihren neuen Wollzöpfen im Haar machten sich die drei Mädchen Sascha, Elena und Nicole (alle 11) durch den Regen zur benachbarten Turnhalle der Kastellschule auf. „Wir sind eineiige Zwillinge und gehen hinüber zum Bogenschießen“, erklärten sie. Das hätte bei schönerem Wetter im Freien stattgefunden.

In der Halle empfing sie ein Aktiver von TuS Grün-Weiß Holten und erklärte jedem Mädchen die Handhabung des Bogens. Bei den drei Bogentrainern Mirko Swinnty, Frank Heinzen und Wolfgang Kathage schossen sie schließend ihre Pfeile auf Zielscheiben ab. Es galt, einen in der Mitte befestigten Luftballon zu treffen. Sascha schaffte das schon mit dem zweiten Pfeil, Nicole mit dem dritten.

Der Name Martin Luther sagte den Mädchen aber nichts. Es stellte sich heraus, dass sie katholisch sind. Nicole: „Ich spiele hier nur in der Band von Werner Lantermann und wurde deshalb eingeladen.“

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