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Autobahndebatte – Naturschützer kämpfen um Naturschutzgebiet

Protest im Sterkrader Wald: Norbert Axt, Cornelia Schiemanowski, Susanne Foese, Silke Hingmann und Iris Richter beim Ortstermin.

Foto: Kerstin Bögeholz

Protest im Sterkrader Wald: Norbert Axt, Cornelia Schiemanowski, Susanne Foese, Silke Hingmann und Iris Richter beim Ortstermin. Foto: Kerstin Bögeholz

oberhausen.   Ein Ausbau des Oberhausener Kreuzes darf sich nur strikt innerhalb der jetzigen Fahrbahngrenzen vollziehen – das fordern Naturschützer.

Die drei Naturschutzverbände Bund, Nabu und Landesgemeinschaft Naturschutz (LNU) fordern eine umfassende Prüfung aller Ausbaumöglichkeiten für das Oberhausener Autobahnkreuz: „Alle Planungsvarianten müssen in Hinsicht auf einen möglichst geringen Eingriff in Natur und Umwelt neu geprüft werden“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung, begleitend zu einem Ortstermin im Sterkrader Wald.

Bei diesem Ortstermin, inklusive Waldspaziergang, unterstrichen Cornelia Schiemanowski (Bund), Silke Hingmann (Nabu), Norbert Axt (Grüne) und weitere Teilnehmer die Bedeutung des Waldgebiets nordöstlich des Autobahnkreuzes, das ja bekanntlich als Naturschutzgebiet eingestuft ist. Hier bahnt sich der Handbach, tief eingeschnitten ins etwas wellige Gelände, seinen Weg. Gerade dieser 81 Hektar große, nordöstliche Teil des Sterkrader Waldes (204 Hektar) verdiene besondere Beachtung und besonderen Schutz: Sein wertvoller Torfmoos-Erlenbruchwald beheimate seltene und gefährdete Pflanzengesellschaften. Alte Bachmäander und Mergelgruben dienten hier als Laichgewässer für gefährdete Amphibien und als Lebensraum zahlreicher Insektenarten. Die Mergelkuhlen seien zudem von besonderer kulturhistorischer Bedeutung.

„Nur innerhalb des bestehenden Autobahnkreuzes“

Die Naturschutzverbände formulieren mit Blick auf dieses Waldgebiet von regionalem Rang: „Um diesen wertvollen Waldbestand zu schützen, darf ein Um- und Ausbau des Autobahnkreuzes von A2, A3 und A516 nur innerhalb des bestehenden Autobahnkreuzes stattfinden – solche Planungsvarianten bestehen!“

Damit erteilen Bund, Nabu und LNU dem jüngsten Gesprächsergebnis der Bürgerinitiative Dunkelschlag im NRW-Verkehrsministerium eine Absage, denn dort hatte man sich ja auf eine Variante geeinigt, die stellenweise die Grenzen des bisherigen Kleeblatt-Autobahnkreuzes verlässt. Allerdings war es der Bürgerinitiative gelungen, mit Blick auf den ab 2020 geplanten Ausbau einen günstigeren Trassenverlauf mit geringerem zusätzlichen Flächenverbrauch im Sterkrader Wald auszuhandeln.

„Kosten dürfen nicht die entscheidende Rolle spielen“

Nun dringen allerdings die drei Naturschutzverbände darauf, dass sich dieser Autobahnkreuzausbau auf jeden Fall innerhalb der Fahrbahngrenzen des jetzigen Autobahnkreuzes bewegen müsse. Kosten dürften bei der Prüfung der verschiedenen Ausbauvarianten nicht die entscheidende Rolle spielen. Die Umwelt- und Naturschutzverbände seien zudem in die Gespräche und Überprüfungen der Ausbau-Varianten fortlaufend mit einzubeziehen. Diese Forderungen haben Bund, Nabu und LNU nun auch an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und an Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) geschickt.

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