Osterfeld

Baumfällungen verärgern Anwohner

Im Wald an der Ripsdörnestraße zwischen Osterfeld und Bottrop wurden rund 30 Bäume gefällt – zum Leidwesen von Anwohnern.

Foto: Kerstin Bögeholz

Im Wald an der Ripsdörnestraße zwischen Osterfeld und Bottrop wurden rund 30 Bäume gefällt – zum Leidwesen von Anwohnern. Foto: Kerstin Bögeholz

Osterfeld.   Im kleinen Wald auf der Stadtgrenze zu Bottrop wurden 30 Buchen abgeholzt.Krankheiten seien ein Grund. Nachbarn fürchten Verlust des Wäldchens.

Das Fällen von Bäumen erregt immer die Gemüter. Das ist auch bei Anwohnern des kleinen Ripsdörne-Wäldchens auf der Stadtgrenze Oberhausen-Bottrop so. Martin Schulz, der an der Ripsdörnestraße zuhause ist, befürchtet, dass dieses kleine Wäldchen auf längere Sicht ganz verschwindet, wenn die Fällungen weitergehen: „An einigen Stellen wurde so viel geholzt, dass nur noch Wiese da ist.“ Vor allem aber beklagt er, dass ein kleines Stück, im „Habichtshorst“, der 2015/2016 noch von der Motorsäge verschont blieb, nun doch abgeholzt wurde.

Damals hatte eine Bürgerinitiative rund 1400 Protestunterschriften an NRW-Umweltminister Johannes Remmel übergeben. Die geplanten weiteren Fällungen wurden nach Vermittlung von Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler für eine Zeit lang ausgesetzt. „Jetzt aber macht man auch davor nicht Halt“, sagt Martin Schulz.

Landschaftsschutzgebiet

Das Argument, die Baumfällungen seien allein um der Sicherheit der Spaziergänger willen notwendig, lässt er nur bedingt gelten: „Etliche der Bäume scheinen gesund zu sein.“ Er befürchtet vielmehr, dass durch vermehrte Abholzungen Tatsachen geschaffen werden könnten, um langfristig vielleicht sogar eine Erlaubnis für Bebauungen zu erreichen. Allerdings: Das Gelände gehört zu einem Landschaftsschutzgebiet. Schulz bedauert, dass durch die Rodungen das Wäldchen auch seinen Naherholungswert zu verlieren droht: „Wir haben hier in der Region genug Probleme, zum Beispiel durch Feinstaub. Da darf man die wenigen Waldstücke doch nicht auch noch abholzen.“ Die Maßnahmen der jüngsten Zeit stünden in keinem Verhältnis zu einer sinnvollen und wichtigen Wegesicherung.

Genau die ist jedoch als Grund für die Abholzungen in den vergangenen Monaten genannt worden; Das hatte der Eigentümer des Wäldchens auf Bottroper Seite im Spätherbst 2016 erklärt. Er hatte es vom Vorbesitzer erworben, der 2015 durch das Abholzen von rund 150 Bäumen die heftigen Bürgerproteste auslöste.

Nun wurden noch einmal etwa 30 Buchen gefällt. Sie seien krank und stark beschädigt gewesen. Der Eingriff sei mit dem Forstamt Ruhrgebiet und der Stadt Bottrop abgestimmt gewesen. Der zuständige Förster Markus Herber: „Die Bäume drohen auch altersbedingt umzufallen, weil auch ihre Wurzeln zurückgehen.“ Einige Bäume blieben trotz beschädigter Kronen stehen – als Spechtbäume oder Lebensraum für Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Herber: „Der kleine Buchenwald mit seinen über 160 Jahre alten Bäumen sollte weiterhin verjüngt werden.“

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