Bombenentschärfung

Fund einer Fliegerbombe legt Oberhausen-Osterfeld lahm

Sie haben es geschafft: Michael Hoff und Frank Stommel vom Kampfmittelräumdienst haben die Fliegerbombe entschärft

Foto: Michael Dahlke

Sie haben es geschafft: Michael Hoff und Frank Stommel vom Kampfmittelräumdienst haben die Fliegerbombe entschärft Foto: Michael Dahlke

Osterfeld.  Anwohner versammeln sich während der Entschärfung im St. Pankratius-Saal. Einige Autofahrer versuchen Polizeiabsperrungen zu umfahren.

Ein paar hundert Meter weiter liegt eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, doch im Gemeindesaal der St. Pankratius Kirche an der Nürnberger Straße herrscht gestern Nachmittag eine lockere Atmosphäre. Insgesamt finden sich hier rund ein Dutzend Bürger ein, die sich miteinander unterhalten und gemütlich bei Getränken die Wartezeit bis zur erfolgreichen Entschärfung überbrücken wollen. „Wir können ja doch nichts machen, müssen es so nehmen, wie es ist“, sagt Tula Funke. „Man ist hier gut versorgt, aber ein bisschen Angst ist doch da.“

Unterstützung durch DRK und ASB

Vor Ort unterstützen 34 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Anwohner mit Verpflegung und Logistik, sagt Einsatzleiter Martin Götzke. Krankentransporte sind in Abstimmung mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) erfolgt. Die Bewohner des Bischof-Ketteler-Hauses sind ins St. Clemens Altenheim und ins Marien-Hospital gebracht worden. Josef Müller (88) ist aus seinem Haus an der Hans-Sachs-Straße gekommen: „Ich hatte eh’ nichts für heute geplant“.

Martina Daruhoglu wohnt im selben Haus und sorgt sich um ihren Nachbarn: „Für ältere Leute ist diese Situation schwierig, da viele nicht ihre Wohnungen verlassen möchten.“ Kritik äußert sie an der Information durch die Stadt: „Wir hatten nur einen kleinen Zettel an der Tür, den könnten manche schon mal übersehen.“ In der Unterkunft bleibt die Lage entspannt: „Hier sind nette Leute, mit denen man sich unterhalten kann“. Ein bisschen Angst um ihr Haus hat die aus dem Schwarzwald zugezogene Oberhauserin dennoch.

Erfahrung mit einer Entschärfung am eigenen Haus

Diese Angst hatte das Ehepaar Monika und Karl-Heinz Grzeganek von der Straße Auf der Höchte besonders im Jahr 2000. Damals wohnten sie noch in Essen-Huttrop, als bei Bauarbeiten eine Bombe gefunden wurde. „Da bin ich dann erstmal vor Schreck weggelaufen“, erzählt Monika Grzeganek, „wir haben quasi jahrelang auf einer Bombe gewohnt.“ Räumung und Entschärfung seien dann aber problemlos verlaufen, so dass das Ehepaar nun in Osterfeld der Gefahrenlage entspannt entgegenblickt.

Die Straßensperren mit Streifenwagen der Polizei nutzen derweil manche Autofahrer für Slalomfahrten – bis sie von Beamten gestoppt werden. Manch ein Passant geht in Begleitung eines Polizisten wenige Meter bis zur Wohnung, die am Rande des äußeren Sperrkreises liegt. Entspannte Lage also – erst recht, als gegen 16 Uhr gemeldet wird: Bombe ist entschärft.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik