Sterkrade

Mehr als 200 Jahre Kaufmanns-Geschichte

Die Gründer einer lange erfolgreichen Kaufmanns-Tradition...

Foto: Heiermann

Die Gründer einer lange erfolgreichen Kaufmanns-Tradition... Foto: Heiermann

Oberhausen.  Die lange Tradition der Familie Heiermann zeigt auch eine allgemeine Entwicklung: Vom inhabergeführten Betrieb hin zu immer mehr Filialisten.

In der Sterkrader City tut sich nach dem Abriss des „Kaiser und Gans“-Hauses und der ehemaligen Stadtbibliothek ein freies Gelände auf. In der Nähe des Sterkrader Bahnhofs ist an der Friedrichstraße ein großes, leeres Areal entstanden. Wo bisher die Firma Fenten war, soll ein Netto-Markt mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen (wir berichteten). „Sicherlich keine bauliche Sehenswürdigkeit“, befürchtet Hans-Jürgen Heiermann.

Der Sterkrader skizziert anhand seiner Familiengeschichte eine – nicht nur für Sterkrade – wohl typische Entwicklung: Vom inhabergeführten Unternehmen hin zum Filialisten. In seinem Archiv stieß Heiermann auf ein altes Foto, das eben dieses Gelände an der Friedrichstraße zeigt: „Zu sehen ist ein eindruckvolles Bau-Ensemble und die Menschen dahinter.“

Sein Ururgroßvater Wilhelm Heiermann war anno 1809 Gründer dieses Holz- und Baustoff-Handels in Sterkrade: „Der Gleisanschluss am Sterkrader Bahnhof war ein großer Vorteil.“ Die Familienzweige der Heiermanns entwickelten sich um 1900 positiv. Die nächste Generation war an der Steinbrinkstraße 216-218 mit einer Apotheke und einem Uhrengeschäft vertreten: „Die prächtigen Bürgerhäuser gegenüber dem Glockenturm zeugen heute noch von dem Erfolg der Kaufleute zu dieser Zeit“, schwärmt Hans-Jürgen Heiermann. Sein Großvater baute seinen Wohnsitz an der Kleinen Eichelkampstraße; das war auch das Elternhaus von Hans-Jürgen Heiermann.

Konkurrenz war übermächtig

Er merkt heute wehmütig an: „Leider hat die letzte Generation in den 50-er Jahren die Gelegenheit verpasst, das Unternehmen an der Friedrichstraße in den Wirtschaftswunderjahren erfolgreich fortzuführen. Die Konkurrenz der Baumärkte und großen Bauunternehmen war einfach übermächtig. So erging es auch anderen Unternehmen der Familie.“ Der Name Heiermann sei nun im Stadtbild von Sterkrade nicht mehr vertreten: „Dafür haben Netto, Aldi und Co. überall Einzug gehalten.“

An der Friedrichstraße jedenfalls ist der Abbruch der bis zu hundert Jahre alten Gebäude der ehemaligen Baustoffhandlung beendet. Die neue Eigentümerin, die Gelsenkirchener Engler Beteiligungen GmbH, will an dieser Stelle etwa drei Millionen Euro investieren. Der bisherige Netto-Markt an der Bahnhofstraße könnte nach Fertigstellung des Neubaus in etwa sieben Monaten zum neuen Standort ziehen. Das bis vor Kurzem an der Friedrichstraße ansässige Ingenieurbüro Fenten ist nach Rheinberg-Orsoy umgezogen.

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