Landtagswahlkampf

Oberhausener CDU sieht sich bei den Wählern im Aufwind

Die Junge Union mit den Oberhausener Landtagskandidaten Simone-Tatjana Stehr und Wilhelm Hausmann  – vor dem Wahlplakat von  Armin Laschet.

Foto: Tom Thöne

Die Junge Union mit den Oberhausener Landtagskandidaten Simone-Tatjana Stehr und Wilhelm Hausmann – vor dem Wahlplakat von Armin Laschet. Foto: Tom Thöne

Oberhausen.   Die erste schwarz-gelbe Landesregierung haben viele Oberhausener nicht besonders gut in Erinnerung. Mit Armin Laschet soll alles besser werden.

Die erste schwarz-gelbe Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ist vielen Oberhausenern nicht gerade in guter Erinnerung: Unter der scharfen Fuchtel des damaligen Landesinnenministers Ingo Wolf (FDP) gab’s für Oberhausen mangels eigenem Geld der Stadt keine Fördermittel mehr. Rüttgers beerdigte endgültig das Gesundheits-Millionen-Projekt „Ovision“ auf dem Stahlwerksgelände – und Oberhausen selbst erhielt wie andere Großstädte deutlich weniger Geldzuweisungen des Landes als heute.

Für die CDU eine NRW-Vorzeigestadt

Sieben Jahre nach der Abwahl von Rüttgers sind die Zeiten nach Ansicht der CDU ganz andere: Wenn CDU-Spitzenkandidat und früherer Integrationsminister Armin Laschet Ministerpräsident werden würde, dann stünde Oberhausen im wohlwollenden Blick des Landes, glauben die CDU-Wahlkämpfer. „Für die CDU ist Oberhausen seit dem klaren Sieg bei der Oberbürgermeister-Wahl die Vorzeigestadt des Landes: Schranz und Laschet würden Oberhausen gemeinsam nach vorne bringen“, malt CDU-Chef und -Landtagskandidat für Oberhausen / Osterfeld, Wilhelm Hausmann, die Lage zum Auftakt der heißen Wahlkampfphase rosig.

Seine Kollegin Simone-Tatjana Stehr, Landtagskandidatin für Sterk­rade / Dinslaken, sieht nicht nur die abstrakte Summe an Landesgeld als entscheidend an. „Wichtig ist doch, dass man eine klare Konzeption hat – und hier hat es vor allem in Oberhausen gemangelt. Unter unserem CDU-Oberbürgermeister ist das anders.“

CDU setzt auf klassischen Wahlkampf

Beide CDU-Kandidaten werfen der seit sieben Jahren regierenden rot-grünen Landesregierung vor, die Kommunen im Stich gelassen zu haben. „Es gibt nicht genug Lehrer, es gibt nicht genug Geld, um Schulen technisch auf dem neuesten Stand zu bringen“, sagt Stehr. Hausmann sieht die Kita-Finanzierung durch das Land seit Jahren als nicht auskömmlich an. „Wenn unsere arme Stadt hier nicht eingesprungen wäre, dann hätten Kitas schließen müssen – das ist doch ein Schlag in die Magengrube der Kommunen.“ Und das frische Flüchtlingsgeld des Bundes habe das Land eben nicht eins zu eins an die Städte weitergeleitet.

Ähnlich wie die SPD setzt die CDU auf klassischen Wahlkampf: 1700 große Wahlplakate an Laternen, 32 Riesenplakatwände, dutzende Infostände – und ein wenig Spaß („Hasen-Fotowettbewerb“) in den sozialen Medien. Nach Ansicht von CDU-Wahlkampfmanager Christian Benter kann man auf der lokalen Ebene die meisten Menschen aber damit erreichen, wenn man mit ihnen direkt redet: auf den Marktplätzen – und von Haustür zu Haustür in der Schlussphase des Wahlkampfes.

120 Seiten Regierungsprogramm für Nachfrager

Nach dem Umfragetief der NRW-CDU zu Jahresbeginn im Sog des Schulz-Effektes spüren die Oberhausener Christdemokraten nun einen anhaltenden Aufwind. „Die Leute wollen die AfD nicht, aber auch kein Rot-Rot – das hat die Saarland-Wahl gezeigt. Die Wähler streben in die Mitte, das nützt uns.“ Diesen Trend will die CDU mit einer Last-Minute-Kampagne gegen Rot-Rot im Land vor dem 14. Mai untermauern.

Selbst will die CDU die Macht im Land am liebsten mit der FDP als Wunschpartner erringen, notfalls auch noch mit den Grünen dazu.

An ihren Wahlkampfständen spüren die CDU-Politiker, dass sich die Wähler aber nicht mit platten Sprüchen abfinden. „Die Bürger sind mit der Lage im Land unzufrieden, viele fühlen sich nicht mehr sicher. Die Gespräche mit ihnen verlaufen sehr differenziert, sie wollen wissen, welche Lösungen wir für ihre Probleme anbieten.“ Auf 120 Seiten hat die NRW-CDU für hartnäckige Nachfrager ein Regierungsprogramm ausgearbeitet.

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