Kriminalität

Oberhausener soll einen Säugling sexuell missbraucht haben

Die Verhandlung muss am 27. März noch einmal neu gestartet werden.

Foto: Friedhelm Geinowski

Die Verhandlung muss am 27. März noch einmal neu gestartet werden. Foto: Friedhelm Geinowski

Oberhausen.   Weil er einen zwei Monate alten Säugling sexuell missbraucht haben soll, steht ein 33-jähriger Mann aus Oberhausen vor Gericht.

Mit einem ekelhaften Fall von sexuellem Missbrauch hat es seit gestern das Landgericht Duisburg zu tun. Die Anklage wirft einem 33-jährigen Oberhausener vor, sich am 26. Juli 2015 im Duisburger Stadtteil Beeck an einem zwei Monate alten Säugling vergangen zu haben. Beim Besuch eines befreundeten Ehepaares soll er die kurzzeitige Abwesenheit der Eltern ausgenutzt haben, um an deren kleinem Sohn herumzufummeln und sich dabei selbst zu befriedigen. Die Tat soll der 33-Jährige mit seinem Handy fotografiert und gefilmt haben.

Entsprechende Beweise fand die Polizei drei Tage später bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten, die aufgrund des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie stattfand. Dabei sollen auch weitere Filmchen gefunden worden sein, die Kinder und Erwachsene beim Sex zeigen. Der 33-Jährige ist bereits mehrfach einschlägig vorbestraft. Zuletzt hatte ihn das Amtsgericht Oberhausen 2013 wegen Missbrauchs zu 15 Monaten verurteilt.

Gutachter: Akute Wiederholungsgefahr

Zur Tatzeit stand der Mann noch unter Führungsaufsicht. Über die Verlesung der Anklageschrift kam das Verfahren allerdings nicht hinaus. Ein psychiatrischer Gutachter, der den Angeklagten erst vor wenigen Tagen untersucht hatte, überraschte das Gericht damit, dass der Angeklagte möglicherweise unbefristet in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Der Gutachter wollte eine Einschränkung der Schuldfähigkeit aufgrund einer tief verwurzelten Pädophilie und autistischer Züge des Angeklagten nicht ausschließen. Der 33-Jährige stufe sich selbst als gefährlich ein. Ohne dauerhafte Therapie bestehe eine akute Wiederholungsgefahr.

Die Strafkammer hatte diese Entwicklung nicht absehen können und war nur mit zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen angetreten. Für die Entscheidung über die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus schreibt das Gesetz aber die Beteiligung von drei Berufsrichtern vor. Das Verfahren startet nun am 27. März, dem ursprünglich vorgesehenen zweiten Verhandlungstag, noch einmal neu. Dann allerdings mit drei Berufsrichtern.

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