Religionsunterricht

Schüler müssen auf Religionsunterricht für Muslime warten

Die eigene Religion kennen lernen: im islamischen Religionsunterricht ist das möglich.

Foto: Patrick Seeger/dpa

Die eigene Religion kennen lernen: im islamischen Religionsunterricht ist das möglich. Foto: Patrick Seeger/dpa

Oberhausen.   Das Interesse am islamischen Religionsunterricht in Schulen wächst. Doch derzeit fehlen Lehrer für das Fach, Schüler müssen abgewiesen werden.

An elf von 33 Oberhausener Grundschulen wird derzeit islamischer Religionsunterricht erteilt. Das Angebot deckt aber die Nachfrage nicht ab. Im aktuellen Schuljahr können 120 Kinder, deren Eltern Interesse an dem Fach bekundet hatten, nicht teilnehmen. Im Schuljahr 2015/16 standen 130 Schüler auf der Warteliste.

Es fehlen Lehrer, um den Bedarf zu stillen, „wir haben zwei Vollzeitstellen ausgeschrieben und hoffen auf Bewerbungen“, sagt die für Grundschulen zuständige Oberhausener Schulrätin Silke vom Bruch. 578 Grundschüler besuchen aktuell den islamischen Religionsunterricht. Anders als das neutrale Fach Islamkunde ist dieser bekenntnisorientiert, analog dem katholischen oder evangelischen Religionsunterricht. Zweimal in der Woche steht das Fach für jeweils 45 Minuten auf dem Stundenplan, mindestens zwölf Kinder müssen in einer Gruppe sein, um das Fach einzurichten. Mindestens vier weitere Grundschulen in Oberhausen haben genügend Schüler zusammen, aber keine qualifizierten Lehrer dafür.

Im Schuljahr 2012/13 eingeführt

Landesweit eingeführt wurde der islamische Religionsunterricht im Schuljahr 2012/13 an den Grundschulen, ein Jahr später dann ausgeweitet auf die Sekundarstufe I. Seit dem Wintersemester 2012/13 können Lehramtsstudenten das Fach an der Universität Münster belegen. Die Brüder-Grimm-Schule in Alt-Oberhausen war als eine der ersten Grundschulen im Land dabei.

Dabei ist das Interesse bei Eltern und Schülern an dem Fach kontinuierlich gestiegen. Mit dem Unterricht „haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Schulrätin vom Bruch, „wir sind sehr motiviert, das auszubauen“. Der islamische Religionsunterricht, der auf Deutsch abgehalten wird, sei eine gute Möglichkeit, Wissen über die Religion, den Glauben zu vermitteln, ohne dass diese Unterweisung von Imamen gefärbt sei. „Für die Schüler ist es ein gutes Gefühl ihre Religion, den Islam, so als Teil der deutschen Gesellschaft zu erleben“, sagt die Schulrätin mit Blick auf Studien von Migrationsforschern.

Immerhin macht der Anteil muslimischer Schüler in Oberhausen rund 30 Prozent aus. Von den 19 995 Schülern aller Schulformen gehören nach Auskunft der Bezirksregierung Düsseldorf 6082 Schüler dieser Religion an. Das spiegelt sich an den weiterführenden Schulen überhaupt nicht wider. Bisher ist die Gesamtschule Weierheide die einzige Sek.-I-Schule, die im fünften und sechsten Schuljahr das Fach anbietet.

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