Ferienspielaktion

Zu Besuch im Wilden Westen von Oberhausen

Cowboy Andrea und Saloondame Amy halten einen riesigen Goldklumpen.

Foto: Jörg Schimmel

Cowboy Andrea und Saloondame Amy halten einen riesigen Goldklumpen. Foto: Jörg Schimmel

OBERHAUSEN-Stadtmitte.  „Zeitreise“ lautete das Thema der Ferienaktion der Ruhrwerkstatt. Auf dem Südmarkt versetzten sich die Kinder zurück in die Zeit der Goldgräber

Mittagessen ist im Zelt auf dem Südmarkt angesagt. 15 Kin­der sitzen beim Apfelkuchen, dem Nachtisch, zusammen. Sie nehmen am Ferienprogramm „Nubis“ (Natur und Bewegung im Stadt­teil) teil. An diesem Tag haben sie bereits ihre „Zeitreise“ hinter sich. So nämlich lautet das Thema der Osterferien-Aktion. Dabei sind sie zu Cowboys, Saloondamen, Sheriffs und Indianern verwandelt worden.

Nach dem Essen geht es hinüber zum Spielmobil des Vereins Ruhrwerkstatt. Dort steht die Vorführung von zwei kurzen Schauspiel-Szenen auf dem Programm, die die Kinder noch einmal proben. Die Idee für eine Szene stammt von Lars (11). Er selbst spielt den Sheriff, der einen Raub auf einen Saloon vereitelt, in dem Goldgräber ihre Goldstücke in Geld tauschen.

Kinder bewähren sich beim Dosenwefen

In der Zwischenzeit wurde auf dem Südmarkt ein Geschicklichkeits-Parcours aufgebaut. Nacheinander durchlaufen die Kinder ihn, müssen über wacklige Hindernisse balancieren, Tretroller fahren und sich beim Dosenwerfen bewähren. Gleich im Anschluss wird ihnen die Goldgräber-Geschichte von Lars vorgeführt.

Danach löst sich die Gruppe langsam auf. Die übliche Abschlussrunde kommt nicht mehr zustande. Andere Kinder, die diesmal nicht an der „Zeitreise“ teilgenommen haben, nehmen die vielen Spielgeräte freudig in Beschlag. „Ich dachte, es wird heute kalt“, erklärt Vanessa (6) ihr Fehlen. Noch am Vortag, bei den Robotern, war sie dabei.

Seit Beginn der Osterferien hat es an jedem Wochentag eine solche „Zeitreise“ gegeben, vor Ostern im Park Altenberg, seitdem auf dem Südmarkt. „Wir haben damit 60 bis 80 Kinder erreicht“, berichtet Anja Folgnandt. Die Natur- und Wildnispädagogin leitet für den Verein „NaturAktiv“ das Ferienprojekt als Partner der Ruhrwerkstatt. Das Besondere daran: Die Kinder sind nicht verpflichtet, an jedem Tag fest mitzumachen, sondern nach Lust und Laune. „Das hat den Vorteil, dass jederzeit Kinder hinzukommen können“, sagt Folgnandt.

„Jeder Tag beginnt mit einem Einführungsspiel“, fährt sie fort. Gleich danach beginnt ihre „Zeitreise“. Am Vortag führte sie ins Roboterzeitalter, ins Jahr 2074. Dies­mal ging’s in die Vergangenheit. Der Film, der den Kindern dazu vorgeführt wurde, endete 1870 im Wilden Westen. In drei Gruppen schwärmten sie am Vormittag aus. Am Hauptbahnhof, auf dem Museumsbahnsteig, durften sie sich entsprechend verkleiden. Auf dem Parkplatz vor dem DGB-Haus wurden aus Pappe und Stöcken Stockpferde für die Cowboys und Indianer hergestellt, die später auf dem Parcours zum Einsatz kommen.

Projekt läuft im Sommer aus

An der St.-Martin-Schule schließlich wurden die kurzen Theater-Szenen einstudiert. Dafür war Jessica Schuster zuständig. Sie studiert in Mainz Buch- und Theaterwissenschaften und hat sich diesmal als Squaw, als Indianerin, verkleidet. „Ich will später mal im Bereich Leseförderung oder in der Theaterpädagogik arbeiten“, berichtet sie. Jessica ist eine von zwölf Betreuungskräften des Projekts. Ihre Kollegin Delia West dokumentiert das Projekt. Sie studiert Digital-Design und hält sämtliche Ereignisse gemeinsam mit interessierten Kindern im Film fest.

„Am letzten Projekttag findet ei­ne Zeitreise ins Mittelalter statt“, verrät Anja Folgnandt. Dann wird geschnitzt und Stockbrot gebacken. Nach fünf Jahren läuft „Nubis“ im Sommer mit dem Ferienprogramm „Fabelhafte Helden“ aus.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik