Hoch begabt, schlecht gefördert

VORTRAG. In St. Anna informierten sich Eltern, wie sie besonders schlaue Kinder fördern können.

RHEINBERG. Die Hochbegabung eines Kindes stellt sich in den Familien oftmals nicht als Segen, sondern als Fluch dar. Die Erfahrung machten einige Eltern, die am Dienstag eine Veranstaltung des Katholischen Familienzentrum an der St. Annakirche besuchten. Diese Eltern vermuteten nicht nur, dass ihre Kinder eine Hochbegabung aufwiesen, sie haben die Sprösslinge dahingehend sogar testen lassen.

Eingeladen zum Thema waren Mitglieder des Vereins Integrierte Begabtenförderung e.V.(iBf), der sich 1999 gründete. Der Verein iBf berät Eltern kostenlos. Für Mitglieder werden Jahresprogramme entwickelt, die speziell für Hochbegabte von Interesse sein können. Es werden Kurse und Workshops zu den Themen Lernstrategie, Programmieren, Arbeit mit dem Computer, Chinesisch oder Japanisch angeboten. Alle vier Wochen dienstags findet eine Gesprächskreis für Eltern statt. "Hochbegabte Kinder sind anders und benötigen eine besondere Förderung", bestätigten die Berater. Gerade in dieser Hinsicht fühlten sich viele alleingelassen. Bis auf eine Mutter, die für ihren Sohn in der Grundschule qualifizierte Ansprechpartner gefunden habe. Die hochbegabten Kinder seien wegen nicht ausreichender Förderung zu Problemkindern geworden. Größtenteils seien trotz Hochbegabung von den Lehrern nur Empfehlungen für die Hauptschule ausgesprochen worden. "Die Kinder lassen in der Schule nach, weil sie einfach unterfordert sind", erklärte eine Beraterin.

Die anwesenden Eltern schlugen vor, für Rheinberg und die umliegenden Ortschaften einen runden Tisch zu schaffen, an dem Eltern hochbegabter Kinder sich treffen und austauschen können. (tob) Infos: Tel: 0281-4609370 oder Mail@ibf-wesel.de

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