LWL-Kliniken

Dr. Martin Gunga vom LWL in den Ruhestand verabschiedet

LWL-Klinik Warstein: Der Ärztliche Direktor Dr. Josef Leßmann (rechts) und Petra Spiekermann, Leiterin des Pflegedienstes der Abteilung IPP, nahmen mit zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein Abschied von Dr. Martin Gunga.

Foto: WP

LWL-Klinik Warstein: Der Ärztliche Direktor Dr. Josef Leßmann (rechts) und Petra Spiekermann, Leiterin des Pflegedienstes der Abteilung IPP, nahmen mit zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein Abschied von Dr. Martin Gunga. Foto: WP

Warstein.   Die LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein verabschieden ihren Ärztlichen Direktor und Chefarzt. Petra Spiekermann tritt seine Nachfolge als Leitung der Abteilung IPP an.

„Ich wurde in den psychiatrischen Kosmos geschossen und lande jetzt nach 12 420 Tagen wieder auf der Erde“, hat Dr. Martin Gunga ausgerechnet. 34 Jahre lang wirkte der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Lippstädter Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) sowie seit 2001 zusätzlich an der LWL-Klinik Warstein.

Als stellvertretender Ärztlicher Direktor am Standort Lippstadt sowie Chefarzt der Abteilung Integrative Psychiatrie und Psychotherapie (IPP) hatte Gunga wesentlichen Anteil an der Weiterentwicklung beider Klinken und den daraus resultierenden Erfolgen. Am 1. Oktober wird der von Patienten und Kollegen geschätzte Mediziner in den Ruhestand treten. Die ärztliche Leitung der Abteilung IPP wird kommissarisch Dr. Petra Hunold übernehmen, die bereits der Abteilung Depressionsbehandlung als Chefärztin vorsteht.

„Du hinterlässt eine deutliche Lücke“, ist Dr. Josef Leßmann, Ärztlicher Direktor beider LWL-Kliniken, überzeugt. Schließlich seien die Tageskliniken im Kreis Soest Gungas „Kinder“, die er aufgebaut und erfolgreich geführt habe. Auch die Zahlen der ebenfalls zur Abteilung IPP gehörenden Institutsambulanzen, die in den vergangenen Jahren „permanent zugenommen“ hätten, sprächen für sich. „Wir werden die Arbeit dort in deinem Sinne fortsetzen“, kündigte Leßmann an und schloss sich auch Petra Spiekermann, Leiterin des Pflegedienstes der Abteilung IPP, an: „Seine Arbeit war stets geprägt durch Wertschätzung und Herzlichkeit.“

Früh Interesse an der Psychiatrie

Dr. Martin Gunga (Jahrgang 1952) entwickelte als Sohn des Anstaltspfarrers und einer Ärztin, die beide an der Klinik in Benninghausen tätig waren, schon früh Interesse an der Psychiatrie. Da zwischen ihm und der Verwirklichung des „Traums vom Medizinstudium“ zehn Wartesemester lagen, nutzte er diese Zeit für ein Studium der evangelischen Theologie – so kam es, dass er während seines Studiums der Humanmedizin in Münster mehrere Jahre in der Krankenhausseelsorge der Klinik wirkte.

Als im Jahr 2001 die enge inhaltliche Kooperation mit der Klinik in Warstein beschlossen wurde, übernahm Gunga standortübergreifend die Chefarztposition der Abteilung IPP, zu der heute die Tageskliniken und Institutsambulanzen in Lippstadt und Warstein sowie die Tagesklinik in Soest gehören. Zudem wurde ihm die stellvertretende ärztliche Leitung der LWL-Klinik Lippstadt übertragen.

Gunga gilt als Wegbereiter der teilstationären Angebote beider psychiatrischer Fachkliniken. Bereits Mitte der 1990-er Jahre sorgte er mit seinem Team für den Aufbau einer Psychotherapiestation in Eickelborn. „Ein Riesenschritt nach vorne“, wie er rückblickend sagt – und mit der Eröffnung der LWL-Tagesklinik im Lippstädter Stadtzentrum, der auch die Ambulanz angeschlossen wurde, folgte 1998 ein weiterer.

Wandel des Psychiatrie-Bilds

Auch in Warstein konnte 2001 eine Tagesklinik eröffnen. 2005 folgte mit Soest ein weiterer Standort: „Durch die direkte Anbindung an das benachbarte Marienkrankenhaus sind die Bedingungen dort ideal“, so Gunga. Zum Erfolg des Angebots im Kreis Soest hätten aber vor allem die „guten Teams mit ihrem fachlichen Know-how aus ganz verschiedenen Berufsgruppen“ beigetragen.

Auch wenn sich das Bild der Psychiatrie in den vergangenen 34 Jahren grundlegend gewandelt habe und heute etwa der Bedarfsorientierung „ein viel größerer Stellenwert“ zukomme, habe er sein Tätigkeitsfeld stets als „Kaleidoskop des Menschseins“ empfunden, sagt Gunga: „In unserem Fach können wir nicht alles lösen, aber erträglicher machen – und in vielen Fällen richtig helfen.“

So sind es auch die Menschen – Patienten ebenso wie Mitarbeiter und Kollegen –, die ihm im neuen Lebensabschnitt am meisten fehlen werden, glaubt Gunga. Als Gutachter im nervenärztlichen Fachgebiet wird er jedoch ebenso weiterhin tätig sein wie als Referent fachspezifischer Vorträge – insbesondere zu Erschöpfungssyndromen sowie Zusammenhängen psychischer Probleme mit der Zahnmedizin. Darüber hinaus strebe er vor allem „die Entscheidungsfreiheit darüber an, was man macht“ – an der Seite von Ehefrau Monika, die ihn während seiner 34-jährigen Laufbahn „immer wieder geerdet“ habe.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik