Info-Veranstaltung

Betuwe stößt bei Bürgern in Wesel auf großes Interesse

Gert Bork (links), Sprecher der Bürgerinitiative „Betuwe-Linie - So nicht!“, freute sich, dass so viele Bürger zur Infoveranstaltung kamen.

Foto: Gerd Hermann

Gert Bork (links), Sprecher der Bürgerinitiative „Betuwe-Linie - So nicht!“, freute sich, dass so viele Bürger zur Infoveranstaltung kamen. Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Mehr als 400 Weseler kamen zum ersten Info-Abend der Bürgerinitiative „Betuwe-Linie - So nicht!“ in die Niederrheinhalle. Nach Vorträgen konnten Fragen gestellt werden. Nächste Woche gibt es eine weitere Veranstaltung.

Gert Bork wird nicht müde, es zu wiederholen: „Wer jetzt nicht aktiv wird und eine Einwendung gegen die Pläne der Bahn für den Ausbau der Betuwe-Strecke schreibt, der hat später keine Möglichkeit mehr, sich zu wehren.“ Der Sprecher der Bürgerinitiative „Betuwe-Linie - So nicht!“ betonte das auch bei der ersten von zwei Info-Veranstaltungen der Gruppe am Dienstagabend vor vielen Zuhörern: Mehr als 400 Weseler waren in die Niederrheinhalle gekommen. Eine Resonanz, mit der Gert Bork sehr zufrieden war.

Zu Beginn der knapp zweistündigen Veranstaltung gab Bork in einer Einleitung die Punkte wieder, die seiner Ansicht nach für die größten Probleme beim Streckenausbau der Betuwe-Linie sorgen werden: Lärm, Erschütterungen und die Frage der Sicherheit. Anschließend stellte Uwe Rosner von der Stadt Wesel die konkreten Vorhaben der Bahn für das Stadtgebiet vor, auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sprach. Waren die Informationen bis dahin auch für Laien gut nachvollziehbar, wurde es beim Vortrag des Rechtsanwalts Johannes Kupfer zeitweise etwas kompliziert. Der Jurist warf mit Paragrafen, Fachbegriffen und Gesetzen um sich und überforderte damit wahrscheinlich den ein oder anderen ein wenig. Eines jedoch betonte Johannes Kupfer ganz deutlich: „Bei schriftlichen Einwendungen wird kein technisches Wissen vorausgesetzt.“ Wichtig sei es, in groben Zügen, aber konkret darzulegen, welche negativen Auswirkungen die Baupläne der Bahn auf die Gesundheit oder Wohnsituation haben könnten.

Wenige Fragen

Bei der anschließenden Fragerunde, bei der auch Feuerwehr-Chef Thomas Verbeet für Auskünfte zur Verfügung stand, hätte sich Gert Bork „ein paar mehr Wortmeldungen“ der Weseler Bürger gewünscht, wie er nach der Versammlung sagte. In persönlichen Gesprächen habe er aber spannende Anregungen für Themen bekommen, mit denen er sich nun noch weiter befassen möchte, etwa der Frage nach möglichen Auswirkungen auf das Grundwasser.

Bei den wenigen Wortmeldungen der Besucher ging es etwa um die Frage der Sicherheit, falls - wie von der Bahn vorgesehen - nur alle 1000 Meter Türen in die Lärmschutzwände gebaut werden. „Das wird in Wesel nicht passieren“, sagte Thomas Verbeet ganz deutlich. Ein anderer Bürger betonte, wie wichtig es sei, dass in Lippedorf auch eine Schallschutzmauer entstehe. Bei wieder einem anderen habe die Bahn in der Berechnung der Ansprüche auf passiven Schallschutz ein komplettes Stockwerk seines Hauses vergessen, berichtete er.

„Jeder Weseler sollte eine gute Ausführung der Baupläne in seiner Stadt wollen“, sagte Gert Bork. Er hoffe deshalb auf möglichst zahlreiche Einwendungen. Anregungen für Inhalte könne auch ein Gutachten geben, das die Stadt Wesel in Auftrag gegeben hat, fügte Ulrike Westkamp hinzu. „Wir haben das Schallgutachten der Bahn einem unabhängigen Fachmann gegeben, der eine 40-seitige Stellungnahme dazu verfasst hat.“ Es handelt sich bei dem Gutachter um den selben Experten, der auch schon in Hamminkeln und Voerde die Planfeststellungsverfahren begleitet. Die Pläne der Bahn, das von der Stadt Wesel in Auftrag gegebene Gutachten sowie weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wesel.de.

Rund 300 Besucher waren laut Bürgermeisterin Ulrike Westkamp bislang im Rathaus, um sich die Pläne der Bahn für den Weseler Abschnitt der Betuwe-Strecke anzusehen und sich beraten zu lassen. Da man bei der Stadt nach den beiden Info-Abenden der Bürgerinitiative „Betuwe-Linie - So nicht!“ mit noch mehr Zulauf rechnet, wird das Rathaus am Samstag, 16. November, und Samstag, 23. November, jeweils von 9 bis 13 Uhr zusätzlich geöffnet. Bis zum 3. Dezember sind die Unterlagen noch in Zimmer 115 des Rathauses ausgelegt. Bis zum 17. Dezember müssen schriftliche Einwendungen eingereicht sein.

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