Betuwe-Linie

Risiko rollt tonnenweise mit

Foto: WAZ FotoPool

Hüthum. Ein mit Flüssiggas gefüllter Güterwaggon explodiert mitten in Emmerich. Wie in Viareggio. Unvorstellbar? Nein, das meinen zumindest Vertreter der IG Biss (Betuwe-Sicherheit) und der Feuerwehren Hüthum und Elten.

Daher setzten sie sich zusammen, um das für sie wichtigste Thema entlang der geplanten Betuwe-Route öffentlich zu machen: die Sicherheit der Bürger.

Denn, so Karl-Heinz Jansen von der IG Biss, selbst ausgebildeter Feuerwehrmann, erläutert: „Über die Strecke werden neben anderen Gefahrgütern allein 1,2 Millionen Tonnen LPG-Gas pro Jahr transportiert." Vorkehrungen für den Unglücksfall seien allerdings keine getroffen worden. Daher machen alle hinter die offizielle Aussage, dass die Sicherheit gewährleistet sei, ein großes Fragezeichen.

„Wir möchten jetzt zumindest angehört werden", formuliert Löschzugführer Marco Kapelle den Vorstoß in die Öffentlichkeit: „Dann hätten wir die Chance, Sicherheitsstandards wie in den Niederlanden zu erzielen."

Dazu gehört ein spezielles „fire-system", das große Wassermengen liefert wie man sie bei der Bekämpfung von Explosionen benötigt. Doch ihr Vorschlag wurde abgelehnt. Die Feuerwehren haben schon seit dem Jahr 2001 in Zugführerversammlungen und Gesprächen mit der Stadt immer wieder auf Sicherheitsmängel hingewiesen. Sie fordern eine parallele Zuwegung zur Bahn und alle 100 Meter einen Zugang durch eine Lärmschutzwand. Und mehr Übungen am Bahngelände. Jan-Simon Laarakker und Hans-Peter Zabel von der IG Biss werden deutlicher: „Wir können nicht verstehen, dass die Bürgermeister und Brandmeister nichts Entscheidendes unternehmen. Spielt der Mensch denn keine Rolle?" Sie plädieren für eine zweigleisige Betuwe-Strecke entlang der Autobahn A3.

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