solidaritätspreis

Kinderbetreuer: „voll nett und nie genervt“

Elisabeth Ohlgart und Heinz Müting für den NRZ-Solidaritätsprreis am Donnerstag, den 09.03.2017: Elisabeth Ohlgart und Heinz Müting sind beide 69 Jahre alt und arbeiten seit mittlerweile 3 Jahren im Offenen Ganztag der Overbergschule in Oberhausen. Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Elisabeth Ohlgart und Heinz Müting für den NRZ-Solidaritätsprreis am Donnerstag, den 09.03.2017: Elisabeth Ohlgart und Heinz Müting sind beide 69 Jahre alt und arbeiten seit mittlerweile 3 Jahren im Offenen Ganztag der Overbergschule in Oberhausen. Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Ehrenamtler im offenen Ganztag an der Overbergschule in Oberhausen. Elisabeth Ohlgart und Heinz Müting geben ihr Wissen an den Nachwuchs weiter.

Elisabeth Ohlgart und Heinz Müting haben vieles gemeinsam: Sie sind beide 69 Jahre alt, leben in Oberhausen und sie lieben Kinder. Und weil sie Kinder lieben, zieht sich die Arbeit mit Heranwachsenden durch ihr Leben wie ein roter Faden: Heinz Müting hat als Schuljunge bereits Jüngeren bei den Hausaufgaben geholfen und arbeitete dann als Lehrer und Schulleiter. Elisabeth Ohlgart hat seit ihrer Jugend mit Kindern gearbeitet – im Sportverein und in der Kirche beispielsweise.

Salima (8) findet es „toll, dass die immer kommen, ohne dass sie Geld dafür bekommen.“ Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Bereits seit dreieinhalb, beziehungsweise drei Jahren engagieren sich die zwei Rentner nun schon ehrenamtlich im offenen Ganztag der Overbergschule. „Und weil die zwei das so toll machen und sie ein Vorbild für andere sein sollen, habe ich die beiden für den NRZ-Solidaritätspreis vorgeschlagen“, erzählt Stephan Lensing von der Caritas, die der Träger des offenen Ganztags sind. Denn die Bildung von Kindern steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des Preises, der in Kooperation mit der Freddy-Fischer-Stiftung, ausgelobt ist. Schön, wäre es, wenn das Beispiel der beiden Schule machen würde und dadurch weitere ehrenamtliche Helfer gewonnen werden könnten, erklärt der 52-jährige Teamleiter für den Bereich Schule weiter.

Ohlgart und Müting helfen zweimal die Woche zwei- bis drei Stunden Grundschülern bei den Hausaufgaben in der Grundschule an der Arminstraße. „Für mich ist es am Schönsten, wenn ich sehe: Jetzt haben sie kapiert, was ich meine“, berichtet Ohlgart lächelnd aus ihrem Alltag. Auch Müting sagt, dass die Dankbarkeit und das Vertrauensverhältnis zu den Kindern das Schönste an seinem „Job“ sei.

Sabine von Huet, Leiterin des Ganztags, ist von den zwei Hausaufgabenhilfen angetan: „Die beiden strahlen eine ganz andere Gelassenheit als jüngeres Personal aus, sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.“ Das empfinden auch die Schüler so: „Ich finde, dass die voll nett sind und die sind nie genervt“, erzählt Eleanur (8).

Ohlgart erzählt, dass sie selbst keine Kinder habe, deshalb seien die Grundschüler für sie wie Enkelkinder. Zu dem ehrenwerten Job kam es bei ihr ziemlich plötzlich: „Ich habe in der NRZ gelesen, dass Ehrenamtliche für die Hausaufgabenhilfe gesucht werden, ich hatte zu der Zeit eine sinnvolle Beschäftigung gesucht – dann habe ich mich gleich vorgestellt.“ Sie hätte als Krankenschwester für Anästhesie-und Intensivmedizin gut verdient, deshalb sei für sie klar gewesen, dass sie der Gesellschaft etwas zurückgeben wolle. Der für sie wichtigere Punkt sei jedoch: „Ich bin sehr gläubig: Es ist mein Auftrag, dass ich mich für meine Nächsten engagiere.“ Deshalb sei nur ein Ehrenamt infrage gekommen.

„Das ist was für dich“

Heinz Müting sieht es genauso: Als Beamter habe er gut verdient und hätte daher einen Zuverdienst zur Rente nicht nötig. „Meine Frau engagiert sich auch ehrenamtlich, sie hat das Gesuch mitbekommen und sagte gleich: „Das ist was für dich.“ Ihm habe als Rentner der Austausch mit den Kindern einfach gefehlt, ihm mache das Spaß. Natürlich wolle auch er der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Und wenn sie den NRZ-Solidaritätspreis gewinnen würden? Ab in die Karibik? Elisabeth Ohlgart: „Also, zu gewinnen wäre schon eine schöne Anerkennung, aber wichtig ist mir vor allem die Arbeit mit den Kindern, das ist mein Gewinn.“

Auch für Heinz Müting kommt es nicht infrage, den Gewinn für sich auszugeben: „Ich würde das Geld hier in den Ganztag stecken, das wäre doch eine gute Sache.“

>>>BEWERBUNGSSCHLUSS AM 15.APRIL

Der Solidaritätspreis 2017 richtet sich an Organisationen und Menschen, die sich intensiv und nachhaltig für die Bildung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen an Rhein und Ruhr einsetzen.

Wir suchen wieder nach tollen Menschen, ehrenamtlichen Organisationen und engagierten Nachbarschaften, die den Solidaritätspreis der Freddy Fischer Stiftung und der NRZ verdienen. Dotiert ist der Preis mit 7000 Euro.

Die Bewerbungen sind zu richten an die die: Freddy Fischer Stiftung, Severinstraße 20, 45127 Essen oder an die NRZ-Lokalredaktion Oberhausen, Goebenstraße 57, in 46045 Oberhausen.

Bewerbungsschluss ist der 15. April 2017

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