MySQL und SQLite

Acht Profi-Tools für Datenbanken im Test

Auch Datenbankprofis wollen nicht immer mit der Konsole arbeiten. Wir stellen effiziente Tools für den komfortablen Umgang mit MySQL- und SQLite-Systemen vor.

MySQL gilt als die wohl populärste Open-Source-Datenbank der Welt. Vor allem in der Web-Entwicklung hat sich dieses relationale Datenbanksystem als Quasi-Standard etabliert. Die ursprünglich aus Schweden stammende Software kann in erster Linie durch Kostenvorteile, herausragende Stabilität und hohe Sicherheit überzeugen. Was zudem für den Einsatz von MySQL spricht, ist die große Anzahl an bewährten Lösungen von Drittanbietern, die die Arbeit mit MySQL-Datenbanken nicht nur effizienter, sondern auch angenehmer machen.

MySQL Workbench: Plattformunabhängiges Komplettpaket

Die "MySQL Workbench" wird von den Machern der MySQL-Datenbank selbst entwickelt. Bei diesem mit Windows, Mac und Linux kompatiblen Tool, haben sie es geschafft, die zahlreichen Features rund um Entwurf, Entwicklung und Administration von MySQL-Servern in eine gut durchdachte und aufgeräumte Arbeitsumgebung zusammenzubringen. Die verschiedenen Aufgabenbereiche sind dabei klar voneinander getrennt, die einzelnen Funktionen werden übersichtlich aufgelistet und können ohne Umwege schnell aufgerufen werden.

Datenmodellierer erhalten in einem eigenen Fenster alle Features, die sie für die Erstellung von ER-Modellen benötigen. Query-Entwicklern stellt das Tool eine Reihe visueller Werkzeuge für das Erstellen, Ausführen und Optimieren von Abfragen zur Verfügung. Der mitgelieferte SQL-Editor bietet unter anderem Syntax-Hervorhebung, eine History-Anzeige, sowie die Möglichkeit, Code-Schnipsel zentral abzulegen. Ferner bietet die Anwendungen eine integrierte Verwaltungskonsole für die bequeme Administration verschiedener MySQL-Instanzen. Damit können Datenbankadministratoren etwa Server-Variablen konfigurieren, Benutzer verwalten oder Datenimporte und -Exporte vornehmen. Zum Monitoring stehen zudem grafische Reports zur Verfügung, die aktive Verbindungen, Speicherauslastung und weitere Statuswerte anzeigen.

Fazit

Mit der MySQL Workbench erhalten Datenbankentwickler einen umfangreichen und kostenlosen Werkzeugskaten für die tägliche Arbeit, mit dem sie sämtliche Aufgaben rund um Entwurf, Entwicklung und Verwaltung von MySQL-Servern effizient erledigen können.

phpMyAdmin: Populäres Online-Tool, beliebt unter Web-Entwicklern

Ein weiteres populäres Tool, das die professionelle Verwaltung von MySQL-Datenbanken ermöglicht, finden Datenbankexperten mit "phpMyAdmin". Wie der Name schon sagt, basiert die Software auf der Skriptsprache PHP und arbeitet somit im Browser. Die erste Version der Software wurde bereits 1998 veröffentlicht. Mittlerweile ist sie in vielen Linux-Distributionen enthalten und wird von zahlreichen Hosting-Providern verwendet. Auch unter Web-Designern und -Entwicklern konnte sich das Tool einen Namen machen.

Der große Erfolg der Software dürfte vor allem an deren Performance und Stabilität, sowie an deren einfachen Bedienung liegen. Im direkten Vergleich zur MySQL Workbench weist phpMyAdmin jedoch ein kleineres Feature-Set auf. Professionelle Monitoring-Tools sucht man bei phpMyAdmin vergeblich. Doch die zentralen Aufgaben eines jeden Datenbank-Clients kann das Programm professionell erledigen, von der Erstellung von Datenmodellen über die Konfiguration des Servers bis hin zur Query-Analyse.

Fazit

Wer eine Web-basierende, kostenlose und stabile Lösung für die Verwaltung von MySQL-Datenbanken sucht, der wird bei phpMyAdmin fündig. Das Tool bietet vor allem Anfängern alle nötigen Features in einer bequemen Arbeitsumgebung.

Sequel Pro: Professionelles Gratis-Tool für Mac OS X

Wer eine native MySQL-Anwendung für Mac OS X sucht, sollte einen Blick auf "Sequel Pro" werfen. Die Software stammt aus Australien und bringt alle Funktionen mit, die für die tägliche Arbeit mit MySQL-Datenbanken nicht fehlen dürfen. Das Besondere an dem Tool ist aber seine intuitive und durchdachte Benutzeroberfläche, die sich ähnlich wie Mail oder iTunes präsentiert. Ob der zu verwaltende MySQL-Server lokal betrieben wird oder auf einem externen Server liegt, spielt dabei keine Rolle. Das Programm unterstützt sowohl Standard- als auch sichere SSH-Verbindungen. Diese lassen sich als Favoriten speichern und bei Bedarf schnell wieder öffnen.

Ein integrierter Query-Editor zeichnet zudem sämtliche ausgeführten Anfragen in einer zentralen History auf und bietet neben den üblichen Features auch die Möglichkeit, Favoriten anzulegen. Datenbank- und Tabellen-Eigenschaften lassen sich bequem anzeigen und modifizieren. Der Export und Import von Daten, sowie die schnelle Visualisierung von aktiven Prozessen und Status-Variablen runden das Funktionsspektrum des Programms ab.

Fazit

Als native Mac-Anwendung überzeugt Sequel Pro durch eine gewohnte und intuitive Arbeitsumgebung, die man auf Anhieb verstehen und bedienen kann. Was die Funktionalität angeht deckt die Software die Basisanforderungen ab.

Querious: Kostenpflichtige Sequel Pro-Alternative

Eine Alternative zu Sequel Pro bietet sich mit dem kostenpflichtigen Programm "Querious" aus dem Softwarehaus Araelium Group aus Kalifornien. Nicht nur auf dem ersten Blick sind sich beide Anwendungen sehr ähnlich. Sie bieten beide eine native Anwendungsoberfläche, die optisch sehr ansprechend ist, was bei Datenbank-Tools eher untypisch ist. Auch in Sachen Performance und Funktionalität schenken sich beide Lösungen nichts. So bietet Querious alle Standard-Funktionen, auf die Profis beim Umgang mit MySQL-Datenbanken nicht verzichten können. Was leider bei beiden Mac-Tools fehlt, sind Monitoring-Tools, mit denen man die Performance und Verfügbarkeit von MySQL-Instanzen überwachen kann.

Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Programmen liegt im Preis. Die Querious-Lizenz kostet 29 Dollar, während Sequel Pro umsonst erhältlich ist. Damit bietet die Anwendung aus Down Under ein besseres Preis/Leistungsverhältnis als Querious. Interessierte finden auf der Website des Anbieters eine Demo-Version (Download-Link), die sie 30 Tage lang kostenlos testen können.

Fazit

Mit Querious erhalten Mac-User eine professionelle Anwendung, die in Sachen Funktionalität und Design hohe Anforderungen erfüllt. Ob der Lizenzpreis von knapp 30 Dollar gerechtfertigt ist, wenn man Sequel Pro umsonst bekommt, muss jeder für sich entscheiden.

MySQL Editor Pro: Mobiler Datenbank-Client für iPhone und iPad

Mittlerweile können Datenbankadmins auch unterwegs mit dem iPhone beziehungsweise iPad auf ihre Server zugreifen. Eine interessante Lösung zu diesem Zweck stellt "MySQL Editor Pro" dar. Als universelle App ist das Programm sowohl mit iPhone als auch mit iPad mit iOS 4.3 oder höher kompatibel.

Der Fokus der Anwendung liegt im Bereich Datenabfrage. So sticht der integrierte Query-Editor mit farbiger Syntax-Hervorhebung sofort ins Auge. Dies dürfte die Definition komplexer Skripte sicherlich vereinfachen. Und wer bei besonders schwierigen Abfragen Hilfe brauchen sollte, kann dann auf die integrierte MySQL-Syntax-Referenz mit Detailerklärungen und Code-Beispielen zurückgreifen. Ein weiteres, praktisches Feature: Man kann SQL-Skripte über iTunes importieren beziehungsweise exportieren. Was allerdings nicht geht, ist die Anpassung der Server-Konfiguration. Die Server-Variablen können mit der App eingesehen, aber nicht modifiziert werden.

MySQL Editor Pro ist im App Store erhältlich und kostet 13,99 Euro.

Fazit

MySQL Editor Pro ist eine einfache Lösung, die ihre Zwecke vollkommen erfüllt. Mit einem Preis von über 10 Euro ist es aber für eine App nicht gerade günstig.

DataGlass MySQL Mobile Database Client: Leistungsstark und kostengünstig

Eine andere App, mit der Anwender MySQL-Datenbanken unterwegs verwalten können, ist "DataGlass MySQL Mobile Database Client". Angeboten von der Firma Impathic LLC, einem Anbieter von Business-Lösungen aus Kalifornien, kommt das Tool mit einem sehr ansprechenden GUI-Design daher, das einen etwas besseren Eindruck macht als der bereits erwähnte MySQL-Editor. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Konkurrenzprodukt besteht darin, dass DataGlass auch auf Deutsch erhältlich ist.

Neben den Standard-Funktionen rund um Datenmanipulation und -abfrage bietet DataGlass einige "Nice-to-Have"-Features, die für einen Mehrwert sorgen. Dazu zählt unter anderem AirPrint-, SSH- und VPN-Unterstützung. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Datensätze nach Numbers, Mail oder im CVS-Format zu exportieren. Praktisch ist auch das integrierte Visualisierungs-Modul, mit dem verschiedene Charts aus den eigenen Datensätzen generiert werden können.

Neben der MySQL-Version bietet der Hersteller auch andere Apps für weitere populäre Datenbanken, darunter Oracle DB, PostgreSQL, Microsoft SQL-Server sowie Sybase. Die Apps sind im App Store für jeweils knapp neun Euro erhältlich.

Fazit

Gute Performance, eine ansprechende Benutzerschnittstelle und einige nette Funktionen, die nicht unbedingt selbstverständlich sind, machen aus dieser App eine sehr gute Option für Profis, die hohe Anforderungen an eine mobile MySQL-Verwaltungssoftware stellen.

SQLite Expert: Client-seitige Datenbanken bequem verwalten

Neben MySQL- werden seit dem Durchbruch von Smartphones auch SQLite-Datenbanken immer beliebter. Dabei handelt es sich um eine abgespeckte Version eines klassischen, relationalen Datenbanksystems, die in erster Linie für den Embedded-Einsatz entworfen wurde. Die bereits im Jahr 2000 entwickelte Software unterstützt einen Großteil der SQL-92-Spezifikation - darunter auch nicht triviale Konzepte wie Transaktionen, Views und Triggers - und feierte ihren Durchbruch als die Nachfrage nach mobilen Anwendungen explodierte und der neue Web-Standard HTML5 eingeführt wurde.

Die Verwaltung von SQLite-Datenbanken ist zwar meist einfacher als bei typischen Datenbankservern, doch auch in diesem Bereich können visuelle Tools hilfreich sein, so zum Beispiel "SQLite Expert". Das für Windows konzipierte Werkzeug integriert Datenbank-Management und -Wartung in eine einheitliche Anwendungsoberfläche. Neben den üblichen Konfigurationsfunktionen für Schemata und Tabellen steht ein visueller "Query-Builder" bereit, der die Definition und Durchführung von SQL-Abfragen vereinfachen soll. Datenbankinhalte lassen sich bequem editieren, ausdrucken oder als PDF exportieren. Weitere Import- und Export-Funktionen (Excel, CSV, SQL-Scripts) runden das Funktionsspektrum der Software ab.

SQLite Expert ist für Windows 2000, XP, Vista und Windows 7 erhältlich. In der Basis-Version ist das Programm kostenlos. Zusätzlich gibt es eine Professional-Edition für den kommerziellen Einsatz, die über zahlreiche weiterführende Features verfügt. Kostenpunkt: Knapp 60 Dollar.

Fazit

Wer bereits mit SQLite-Datenbanken arbeitet, aber das passende Verwaltungs-Tool noch nicht gefunden hat, der könnte bei SQLite Expert fündig werden. In puncto Funktionalität ist die Anwendung kaum zu übertreffen.

SQLite Manager: Open-Source-Client als Firefox-Addon

Mit "SQLite Manager" bietet sich ein weiteres, leistungsfähiges SQLite-Verwaltungstool an, das kostenlos und Open-Source ist (der Source-Code steht auf Google Code zur Verfügung). Vom Funktionsumfang her gibt es hier wenige Unterschiede im Vergleich zu SQLite Expert. Ein besonders Merkmal dieses Tools ist die Tatsache, dass es als Firefox-Addon angeboten wird.

Das Programm integriert Datenbank-Management und -Wartung in einer bequemen und einheitlichen Arbeitsumgebung. Hier werden all die Features zur Verfügung gestellt, die man bei der Konfiguration von SQLite-Datenbanken und bei der Arbeit mit Tabellen und Queries benötigt. Praktisch: Tabelleninhalte und Abfrageergebnisse lassen sich mit einem visuellen Editor leicht bearbeiten und nicht nur im CSV-, sondern auch im XML-Format exportieren. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Anwendung auf Deutsch verfügbar ist.

Fazit

Der SQLite Manager überzeugt durch ein umfangreiches Feature-Set und gute Performance. Vor allem Web-Entwickler, die bereits mit HTML5 arbeiten und Firefox ihren Lieblingsbrowser nennen, werden dieses Tool sicherlich zu schätzen wissen. (ph)

http://www.computerwoche.de/software/software-infrastruktur/2512264/

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