NRZ-Serie

Der Mann fürs Fernweh

Theo Kehren setzt sich für Kellen ein.

Foto: Andreas Daams

Theo Kehren setzt sich für Kellen ein. Foto: Andreas Daams

Kleve-Kellen.  Theo Kehren ist über die Jugendarbeit ans Reisen gekommen. Heute organisiert der Kellener Fahrten für Senioren auf professioneller Basis

Heimatverbundenheit und Reiselust schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Theo Kehren, Jahrgang 1949, ist ein Kellener durch und durch. In Kellen geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Er wohnt in Kellen, und selbst in den Jahren, als er mit seiner Frau noch zur Miete in der Klever Unterstadt wohnte, fühlte er sich als Kellener. Zumal er schon als Jugendlicher einiges dafür getan hatte, um Kellen lebendig zu halten. „Ich habe viel Jugendarbeit gemacht“, erinnert er sich. Schnell erkannte auch das Bistum Münster seine Qualitäten. In der Bildungsstätte Burg Gehmen lernte er, mit Jugendgruppen zu arbeiten.

Und nicht nur das: Er traf hier auch eine junge Frau aus Gelsenkirchen, die dieselben Interessen hatte wie er. 48 Jahre ist das nun her. Inzwischen sind sie seit Jahrzehnten verheiratet, haben einen Sohn und eine Enkeltochter. Und haben miteinander eine Menge erlebt. Getanzt haben sie viel, sind beide nebenberufliche Tanzlehrer gewesen, haben mit verschiedenen Tanzgruppen gearbeitet. „Wir haben für Modehäuser Auftritte in der Stadthalle organisiert, getanzte Modenschauen“, erzählt Kehren. Einigen Prominenten sind sie bei dieser Tätigkeit begegnet, den Kessler-Zwillingen oder Wim Thoelke. Unvergessliche Erfahrungen. „Mich überkommt noch heute eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.“

Beruflich war Kehren kaufmännischer Angestellter. Interessiert hat ihn immer schon eine ganze Menge. Er hat hobbymäßig gemalt – was ihm heute Punkte bei seiner Enkelin einbringt. Er war Schützenkönig und Karnevalsprinz. Ist heute noch bei der CDU aktiv. Und er begeistert sich für Kunst und Kultur. Als junger Mann, fest verwurzelt in der Jugendarbeit, lag es da nahe, Reisen mit jungen Leuten zu organisieren. „Mit uns ist die Klientel allerdings älter geworden“, sagt der Rentner.

Den Begriff Rentner müsste man in Anführungsstriche setzen. Denn vor einigen Jahren hat er das Organisieren von Reisen professionalisiert und eine Firma gegründet. „Wir erledigen neben der eigentlichen Organisation die betriebswirtschaftlichen, steuerlichen und versicherungstechnischen Dinge“, sagt er. So kann er guten Gewissens für Gruppen Besichtigungen planen, die man als Einzelperson gar nicht absolvieren kann. Zum Beispiel eine Busfahrt unter die Bäuche der großen Flugzeuge am Frankfurter Flughafen hindurch. Oder eine Führung im Weinkeller des Liechtensteiner Fürsten.

Etwa zwölf Reisen pro Jahr plant das Ehepaar. Viel spielt sich in Deutschland ab, aber manchmal geht es auch nach Frankreich, Irland, Italien, Tschechien oder Österreich. Gerade planen sie schon die Reisen für 2019: „Die Hotels, die wir haben wollen, müssen wir schon zwei Jahre im Voraus buchen“, berichtet Kehren. Von der Tagestour bis zur Wochenreise in die Holsteinische Schweiz ist alles dabei. „Manche Gegenden kennt jeder dem Namen nach, aber kaum jemand schaut sich das näher an“, hat er festgestellt. So werden zum Beispiel die Ardennen zum Reiseziel. „Eine etwas wilde Landschaft, die mich sehr interessiert“, freut er sich schon auf den Juli 2018, wenn er eine Gruppe dorthin führen wird.

Was immer dazugehört: der menschliche Faktor. Da hilft dann wieder die Heimatverbundenheit. Da lernt man von klein auf, wie man miteinander umgeht, wie man gemeinsam lacht, gemeinsam am selben Ziel arbeitet. In diesem Sinne: Gute Reise!

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