Kirchenkreis

Ein einzigartiges Projekt

WG: Soest

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Kreis Soest.   Erwachsenenbildung im evangelischen Kirchenkreis bietet besondere Exkursionstage für Geflüchtete und Einheimische an.

Was sich in der Namensgebung sperrig liest, soll ganz niederschwellig Kontakte fördern und Hemmschwellen abbauen. „Politische Exkursionstage für Geflüchtete und Einheimische“, nennt die Erwachsenenbildung im evangelischen Kirchenkreis das Angebot „Deutschland erleben“, das gemeinsam mit dem Kreis Soest entwickelt wurde und zum Fußballmuseum nach Dortmund ebenso führen soll wie zum Landtag nach Düsseldorf und zur ehemaligen innerdeutschen Grenze. Flüchtlinge und Ehrenamt, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sollen zueinander finden, um Deutschland und damit möglicherweise die neue Heimat kennenzulernen. Das Projekt ist bislang einzigartig.

Politik und Geschichte erkunden

„Wir merken, dass die Flüchtlinge den Ort kennen, an dem sie leben, vielleicht noch die Nachbarstadt, in der sie Behördengänge erledigen oder den Sprachkurs besuchen“, beleuchtet Öffentlichkeitsarbeiter Hans-Albert Limbrock die Beweggründe der Exkursionstage, die er gemeinsam mit Diakoniepfarrerin Margot Bell und Maria Schubert, Leiterin der Erwachsenenbildung, vorbereitete. Für die drei steht fest, dass Deutschland viel mehr ist als die eigenen vier Wände: Deutschland hat Geschichte, Werte, Arbeit und Religion. „Wir wollen gemeinsam Politik und Geschichte Deutschlands erkunden, und zwar nicht mit Lehrbüchern oder im Internet, sondern dort, wo Vergangenheit und Gegenwart greifbar werden, am Ort des Geschehens.“ Wichtigen Aspekten deutschen Lebens gehen Deutsche und Flüchtlinge gemeinsam auf die Spur, sie sprechen mit Experten und Zeitzeugen über Geschichte, Religion, Arbeit, Werte und Demokratie.

Ehrenamtliche eingeladen

Einheimische und Neu-Hinzugekommene sollen sich kennenlernen, genutzt werden dabei die Kontakte aus den Sprachkursen, ehrenamtliche Aktivitäten im Ehrenamt, Kontakte zu den Kirchengemeinden und den politischen Gemeinden: Jeder kann mitmachen, beim Familienausflug auch Kleinkinder, bei den Exkursionen liegt das Mindestalter bei 16 Jahren. Die Teilnehmergebühren sind bewusst niedrig gehalten und beinhalten jeweils auch ein Mittageessen.

Das Programm

„Sport und Religion in Deutschland heißt es am 8. September. Dann geht es in Dortmunder Fußballmuseum, in dem die Rolle des Sports ihn der Gesellschaft zur Sprache kommt. Nachmittags führt der Weg dann zum Hindu-Tempel nach Hamm, wo deutlich gemacht wird, wie Religionsfreiheit in Deutschland gelebt wird. Am 23. September führt der Familienausflug ins Freilichtmuseum nach Detmold. Spuren ländlichen Lebens und ein Blick in die Vergangenheit spielen hier eine Rolle.
Vergangenheit und Gegenwart werden auch am 23. Oktober deutlich, dann geht es um Kohle und Stahl beim Besuch der Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg und einer Schifffahrt im größten Binnenhafen Europas.
„Politik und Geschichte“ ist die Tagesexkursion am 23. November zum NRW-Landtag überschrieben, dabei geht es darum, wie Landespolitik funktioniert und auch die NS-Vergangenheit anhand des Beispiels von Düsseldorfer Kindern und Jugendlicher beleuchtet wird.
Schließlich geht es am 28. November zur Gedenkstätte „Point Alpha“ an die ehemalige innerdeutsche Grenze, wo auch europäische Geschichte und 40-jährige Teilung Deutschlands geschrieben wurde.

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