Prozess

Ex-Trainerin von Jan-Lennard Struff besteht auf Urteil

Rechtsanwalt Christian Niedzwicki berät sich vor dem Prozess am Arnsberger Landgericht mit  Ute Strakerjahn. Die Ex-Trainerin verklagt ihren ehemaligen Schützling Jan-Lennard Struff.

Foto: Rebecca Häfner

Rechtsanwalt Christian Niedzwicki berät sich vor dem Prozess am Arnsberger Landgericht mit Ute Strakerjahn. Die Ex-Trainerin verklagt ihren ehemaligen Schützling Jan-Lennard Struff. Foto: Rebecca Häfner

Warstein/Arnsberg.   Die Ex-Trainerin des Profi-Spielers will sich nicht auf einen Vergleich vor dem Landgericht Arnsberg einlassen. Sie ist von den Struffs enttäuscht.

Der Warsteiner Tennis-Profi Jan-Lennard Struff war nicht im Landgericht Arnsberg anwesend, als es erneut um Provisionsansprüche für seine ehemalige Trainerin Ute Strakerjahn ging.

Das Gericht hatte den Parteien einen Vergleich vorgeschlagen, bei dem unstrittige Summen aus 2015 (mindestens 70 000 Euro) und 2016 (auf jeden Fall 65 000 Euro) gezahlt werden sollen. So erklärte der Vorsitzende Richter Jörg Maus, dass ein Vergleich bei einer Summe von 200 000 Euro bis 250 000 Euro raus kommen könne.

Abrechnungen auf Zuruf

Doch die Klägerin Ute Strakerjahn lehnte einen Vergleich prinzipiell ab. Von Struffs Seite sei niemand vorher auf ein Vergleichsangebot eingegangen. „Ihr habt nicht ansatzweise einen Euro gezahlt“, sagte Strakerjahn. Am Prozesstag wäre die Struff-Seite für einen Vergleich bereit gewesen - sie hätten eine Summe von 200 000 Euro gezahlt.

Der Vorsitzende hörte die Ex-Trainerin und Dieter Struff, den Vater des Tennis-Profis, an, um zu klären wie der Vertrag zu Stande gekommen ist und wie die Abrechnungen gelaufen sind. Strakerjahn sagte: „Ich habe die Abrechnungen für die Provisionen auf Zuruf gemacht.“Der Vater des Tennis-Profis habe ihr nur Endsummen genannt. Dieter Struff hingegen behauptete, dass über Zwischensummen gesprochen worden sei. Zudem habe Strakerjahn alle Inhalte von Sponsorenverträge gekannt. Strakerjahn fühlte sich nach dem Überprüfen der Rechnungen Struffs „vergackeiert“.

Dem Gericht ging es auch darum zu klären, ob vor der Unterzeichnung des Vertrages, über Details gesprochen wurde. Dieter Struff erklärte, dass sie zwar über den Vertrag gesprochen hätten, aber bei so einem Vertrag sei es nur um „Schadensbegrenzung“ gegangen. „Wir waren erst mal in Schockstarre“, merkte Struff an. Sie hätten bei Vertragsunterzeichnung nicht in so großen Dimensionen denken können.

Staffelung zum Schutz

In dem Vertrag zwischen Strakerjahn und Struff ist zum einen eine Klausel enthalten, durch die die Ex-Trainerin sechs Jahre nach Vertragsende im Mai 2016 noch Ansprüche hat. Zudem ist in dem Vertrag ein Provisions-Prozentsatz von bis zu 20 Prozent verankert. „Diese Staffelung haben wir zum Schutz unseres Sohnes einbauen lassen“, sagte Struff. Es sei bei Vertragsschluss klar gewesen, dass eine Summe von 50 000 Euro nicht für die Provisionsrechnung einbezogen werde, erklärte Struff. Unabhängig von der Höhe der Endsumme. Die Klägerin erklärte allerdings, dass bei einer Gewinnsumme von 50 000 Euro keine Provision an sie fällig gewesen wäre, aber bei Beträgen darüber eine gestaffelte Provision. Der Vorsitzende Richter Jörg Maus erklärte, dass die weiteren geladenen Zeugen, darunter der zweite Trainer von Jan-Lennard Struff nicht mehr gehört werden müssten.

Struffs Anwalt Philipp Pröbsting hätte die Aussage des Trainers gerne noch gehört, um zu klären, was er über den Vertrag und Provisionsabsprachen wisse. Das Gericht verkündet das Urteil an einem weiteren Termin.

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