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Freizeit im Bauwagen - am besten weit weg von den Eltern

Bauwagen von Biekers

Foto: Volker Eberts

Bauwagen von Biekers Foto: Volker Eberts

In vielen Sauerländer Dörfern nutzen Jugendliche Bauwagen oder Hütten als Treffpunkte. Druckreif sagt, was diese Orte so schön macht.

D as Leben auf dem Dorf kann ab einem gewissen Alter ganz schon langweilig werden. Man spielt nicht mehr im Sandkasten, Verstecken, Fangen und Co. sind ebenfalls out, aber man kann ja auch nicht den ganzen Tag zu Hause vor dem Fernseher hängen oder irgendwo hinfahren zum Feiern oder Shoppen. Also muss ein Platz für die Clique her, an dem kleine Geschwister nicht nerven, Eltern mal nicht meckern, wenn man nicht aufräumt oder die ganze Zeit nur gammelt und der am besten weit weg ist, sodass kein anderer stört. Aber wo? Bauwagen oder Hütte sind eine Alternative.

Wie kommt man daran

An einen Bauwagen kann man recht schnell drankommen, und es gibt nicht mehr viel zu machen. Oft gibt es sie auf dem Dorf oder im Nachbardorf, wo es Bauunternehmen gibt. Dort kann man einfach mal nachfragen, ob die einen alten Bauwagen übrig haben und den für ein wenig Geld oder sogar umsonst herausgeben würden.

Dann muss man sich nur noch einen netten Bauern suchen, den man fragen kann, ob man den Bauwagen an den Rand von einer seiner Wiesen stellen darf, und alles ist geklärt. Vielleicht hat man sogar Glück, und in der Clique hat jemand eine Wiese oder ein Stück Wald und die Eltern sind einverstanden.

Jetzt einfach den Bauwagen abholen, auf die Wiese oder das Waldstück stellen und fertig? Nein! Ein paar Sofas, vielleicht ein Tisch, Strom, Licht und vielleicht ein kleiner, alter Kühlschrank müssten auch noch her. Aber so was findet man zu Hause oft im Keller oder auf dem Dachboden.

Kosten

Die Kosten halten sich also sehr in Grenzen, da man viel selber machen kann und die Bauunternehmen meist auch nicht viel Geld für einen alten, ausrangierten Bauwagen verlangen. Ein altes Sofa und einen alten Tisch hat doch sowieso meist einer noch zu Hause rumstehen und die Eltern sind froh, wenn es aus dem Weg kommt.

Wenn man Glück hat und ein Stall, Scheune oder ein Wohnhaus, in der Nähe ist, kann man die Leute nett fragen, ob man deren Strom anzapfen darf. Da man sich auf dem Dorf untereinander kennt, sagt da auch eigentlich niemand nein und die 10 bis 20 Euro im Monat sollten nicht das Problem sein, wenn man sie untereinander aufteilt. Hinzukommen dann noch so Klassiker wie Getränke und Essen, aber das kostet auch keine Millionen.

Eine Hütte als Alternative

Wenn man handwerklich etwas begabter ist, kann man sich auch eine Hütte bauen. Einfach einen Platz suchen - wie beim Bauwagen - und im Nachbarsägewerk nach ein paar Restholzbrettern fragen.

Daraus kann man dann die Wände, den Boden und das Dach bauen. Jetzt einfach noch Dachpappe drauf und fertig. Die Sägewerke nehmen meist auch nicht viel für die Bretter, da sie sonst eh geschreddert werden. Eine Hütte ist häufig kostengünstiger als ein Bauwagen, bedeutet dafür aber auch - je nach Zustand des Bauwagens - mehr Arbeitsaufwand. Hinterher ist man aber viel stolzer auf sein Werk, und es macht umso mehr Spaß dort abzuhängen.

Alles in allem, ist ein Bauwagen oder eine Hütte also eine gute Alternative für Eltern und Jugendliche. Die Jugendlichen gammeln nicht mehr die ganze Zeit zu Hause rum, sondern sind draußen und unternehmen etwas mit Freunden, und die Eltern nerven einen nicht mehr so viel, da man weniger zu Hause ist.

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